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Flussüberquerung

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1. Einleitung und Systematik

Das Überschreiten natürlicher Grenzen wie Bergpässe oder Flüsse zählt seit alters zu den oft heroisierten Taten. Die Transgression, die im Übertritt über die natürliche Grenze ihre fast wörtliche Entsprechung findet, stellt meistens einen bedeutenden militärischen bzw. strategischen Akt dar oder wurde in der kollektiven Erinnerung als solcher bewahrt. Mit der Flussüberquerung kann einerseits die pioniertechnische Leistung zur ⟶Heldentat stilisiert werden, andererseits aber auch der heroische Entschluss, der sich im Übertritt über die natürliche Grenze symbolisch manifestiert. Im Zusammenhang mit einer Flussüberquerung stehen häufig große (militärische), oft epochal überhöhte Entscheidungen. Die medial breit gefächerte und epochenübergreifende Darstellung einer solchen Leistung zeigt in variantenreicher Form den heroischen Schlüsselmoment, der das Geschehen im weiteren Verlauf vorantreibt und mitbestimmt.

In der Gesamtschau sind einige rekurrente Elemente zu erkennen, die in einer ‚komplexen Definition‘ zusammengefasst werden können:

Obligatorisch für jede heroische Flussüberquerung ist, dass der Wasserlauf eine Grenze darstellt. Einerseits kann dies durch seine geographische Verfasstheit, etwa seine Breite, Tiefe oder gefährliche Strömung, gegeben sein, die für den Transgressor ein natürliches Hindernis bildet; dann lässt sich die Überquerung leichter heroisieren, indem die äußerlichen Handlungen wie die militärlogistische Organisation oder der strapaziöse körperliche Einsatz betont werden, oder aber auf innere Dispositionen abgehoben wird wie etwa Entschlusskraft und Willen, oftmals gepaart mit Bereitschaft zum Risiko. Doch selbst wenn der Fluss an sich kein wirkliches Hemmnis darstellt, kann er zum Schauplatz von sozialem boundary work werden. Entscheidend dafür ist, dass mit der ⟶Grenzüberschreitung ein sozionormativ markiertes Verbot missachtet wird. Dies kann durch die Funktion des Flusses als juristisch definierte territoriale Grenze ebenso gegeben sein wie durch eine symbolische Aufladung des Flusses, der nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen überquert werden darf, soll die zeichenhafte – wie etwa kosmische, religiöse, politische, soziale – Ordnung nicht verletzt werden. In besonderen Fällen stellt der Flussübergang auch die Transgression in eine andere Realitätssphäre dar, wenn etwa der Styx im griechischen Mythos das Reich der Lebenden von dem der Toten trennt. Implizit mag dieses mythische Residuum auch den profanen Flussüberquerungen noch anhaften und bei der ⟶Heroisierung transgredierender Figuren wie Orpheus, dem eine Mittlerfunktion zukommt, eine Rolle spielen.

Als fakultative Komponenten der Heroisierung können hinzutreten:

  • Disposition zur Transgression: Für die Heroisierung einer Flussüberquerung entscheidend ist ein kühner Transgressor bzw. ein Individuum, dem eine Anlage zum Überschreitungsakt zugeschrieben wird. Diese kann sich sowohl in einer rationalen, zielorientierten Handlungsbegründung als auch in affektiver Entschlossenheit manifestieren.
  • Transgressionsannonce: Oft wird die Transgressionshandlung in Form eines kommissiven Sprechakts, etwa durch eine Rede, angekündigt. Die kommissive Annonce profiliert die Exzeptionalität des Sprechenden sowie der an der Transgression Beteiligten. Sie stiftet ein ⟶heroisches Kollektiv, indem sie die Mitglieder der Gemeinschaft auf das Unternehmen verpflichtet, und ist oft eine wichtige Grundlage für nachträgliche Heroisierungen.
  • Evaluative Dissonanz und Ambivalenz: Heroische Flussüberquerer sind wie alle transgressiven ⟶Helden und Heldinnen in herausfordernder Weise attraktiv: Wie die Grenze an sich fordert der überschreitende Akteur das Publikum zu einer Reaktion und Positionierung heraus, zumal wenn die Transgression sich auf das sozial codierte Normensystem auswirkt. Wegen des polarisierenden Effekts, den heroisch semantisiertes Handeln erzeugt, schwanken die Reaktionen zwischen Zustimmung und Ablehnung oder bleiben ambivalent. Sollte sie in den Bestand kollektiven historischen Wissens aufgenommen werden, lässt sich die Tat nachträglich, selbst aus großer zeitlicher Distanz, in retrospektiver Teleologie heroisch semantisieren, und zwar unabhängig davon, ob die Ausführung gelungen oder gescheitert ist. Einige Überschreitungen, denen eine besondere Prägnanz zukommt, dienen nicht selten als geradezu verpflichtende Präfiguranten für nachfolgende Transgressoren und motivieren diese, das Handeln des Vorbilds zu wiederholen oder zu überbieten.
2. Fallstudien

In Heldennarrativen spielen Flussüberquerungen im Sinne einer heroischen Transgression oft eine zentrale Rolle. Dabei unterscheiden sich faktuale Begebenheiten aufgrund ihrer nachträglichen Überformung und Stilisierung kaum von fiktionalen Erzählungen – im Gegenteil: ihre Interferenzen bringen die spezifische Heroik erst hervor. So gewinnen Fluss- oder Gewässerüberquerungen häufig erst nachträglich einen heroischen Status und werden durch ⟶mediale Repräsentationen so stark überhöht, dass diese Darstellungen an die Stelle des eigentlichen Ereignisses treten und die ⟶kollektive Erinnerung prägen. Für ihre Untersuchung bietet sich daher ein gedächtnisgeschichtlicher Ansatz an, der nicht nach der Faktizität, sondern nach der Erinnerungsgeschichte fragt.

2.1. Überblick

Um das Material nicht nur chronologisch, sondern auch nach der memorialhistorischen Bedeutung zu ordnen, bieten sich zwei Kategorien an: Zum einen die Differenzierung nach dem jeweiligen Motiv der Transgression, zum andern danach, welche Phase der Transgression in der medialen Repräsentation bevorzugt dargestellt ist.

Die Motive können unterschiedlicher Natur sein:

(1) Militärisch-strategisch: Grenzübertritt als Kriegserklärung oder strategischer Coup in einem Angriffskrieg. Das betrifft schon Darstellungen von Flussüberquerungen in der Antike, etwa die Schlachten Alexanders des Großen in Asien oder Hannibal an der Rhone. Die Frühe Neuzeit ist eine Fundgrube für bildkünstlerische Memorialheroik mit diesem Sujet, so wurde König Gustav II. Adolfs Übergang über den Rhein am Hahnensand bei Erfelden 1631, nach dem er Oppenheim im Sturm eroberte, auf Scheunentoren ebenso verewigt wie in Gestalt der sogenannten ‚Schwedensäule‘ (vgl. die Fallstudie unten, Nr. 2.2.3). Ähnlich heroisiert wurde auch der Übergang der französischen Armee 1636 über die Somme, der zur anschließenden Eroberung der spanischen Garnison Corbie führte und eine Wende im Dreißigjährigen Krieg bedeutete (vgl. Abb. 1).

Heroisiert werden können aber auch defensive Formen wie die Abwehr einer Flussüberquerung bzw. der geordnete Rückzug über einen Fluss. Klassische Beispiele hierfür sind etwa die Schlacht auf dem Lechfeld (955), in der Kaiser Otto I. den Angriff eines ungarischen Reiterheers abwehrte und es in den Lech zurücktrieb, was die Historienmalerei dann entsprechend dramatisch überhöhte. Und das Muster für einen fatalen, aber letztlich doch gelungenen Rückzug ist Napoleons Übergang mit seiner geschlagenen Grande Armée über die von Schmelzwasser angeschwollenen Fluten der Beresina. So sehr die militärstrategische Leistung des Heeres, etwa der holländischen Pioniere, die unter größten Opfern in den eisigen Fluten Pontonbrücken bauten, bewundert wurde, so sehr illustriert die verlustreiche Schlacht auch Napoleons militärische Hybris.

Pieter Snayers: Übergang über die Somme
Pieter Snayers: Übergang über die Somme

nach 1636, Öl auf Leinwand, 202 cm × 284 cm, Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 1823.
Quelle: ©KHM-Museumsverband
Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 4.0

(2) Heroisches Potential eignet aber auch Flussüberquerungen, dank derer eine Flucht vor einem übermächtigen Gegner gelingt. Muster dieses Motivs ist der Auszug des Volkes Israel unter der Führung des von Gott berufenen Moses aus Ägypten. Die Befreiung aus der Sklaverei, zu der die Bibel den Exodus stilisiert, gelingt, weil Gott die Flucht der Israeliten durch das ‚Schilfmeer‘ (Rotes Meer) ermöglicht, indem sich dessen Fluten teilen, aber über den verfolgenden Ägyptern verheerend zusammenschlagen (Exodus 13,17-15,21). Die „Errettung durch das Wasser hindurch“ wird zu einem Gründungsmythos für die Auserwähltheit der Juden, der aber auch vom Christentum beansprucht wurde. Neben der Flucht durch das Rote Meer ist die Überquerung des Jordan, den die Israeliten unter Führung von Josua, Moses’ Nachfolger, unternehmen, um in das gelobte Land zu gelangen, in Präfigurationen von großer Bedeutung (Jos 3-4). Die Zusammengehörigkeit beider Episoden bestätigt auch eine Bibelstelle: „Was war dir, du Meer, dass du flohest, du Jordan, dass du dich zurückwandtest?“ (Ps 114,5). Die Überquerung des Jordan ist als Präfigurant weltlicher Flussüberquerungen auch insofern bedeutsam, als bereits im biblischen Text mit „Denksteinen“ an den erfolgreichen Durchzug erinnert wird.

(3) Eine Flussüberquerung kann aber auch als pioniertechnisch motivierte Leistung heroisiert werden. Brückenbaupioniere waren schon im frühneuzeitlichen Heer dafür zuständig, Pontonbrücken als temporäre Flussübergänge zu errichten. Solche Schiff- und Schwimmbrücken sind bereits für die Antike belegt. Das bedeutendste antike Beispiel ist die Schiffbrücke über den Bosporus, die der persische Großkönig Dareios I. im Jahre 513 v. Chr. bei seinem Feldzug gegen die Skythen bauen ließ. Nach Herodot, der sogar den Konstrukteur der Schiffsbrücke, Mandrokles von Samos, namentlich nennt, ließ Dareios die Stelle des Übergangs durch zwei Marmorsäulen markieren, die in assyrischer und griechischer Schrift die Namen der unterworfenen Völker nennen; zudem sorgte er dafür, dass der Architekt gemeinsam mit ihm in einem Gemälde abgebildet wird, welches dem Hera-Tempel gestiftet wurde (vgl. Herodot 4,88-89).1

Die heroische Handlung einer Flussüberquerung lässt sich idealtypisch in einem sechsstufigen Phasen- oder Prozessmodell abbilden, dessen Stationen freilich in den realtypischen Narrativen nicht immer vollständig begegnen: (1) Entschluss und Transgressionsannonce, (2) Pioniertechnische Vorbereitung, (3) Militärischer Akt der Überquerung, (4) Ankunft am anderen Ufer, (5) Folgen der Transgression, (6) Funktionalisierung in ⟶Präfigurationsprozessen.

(1) Die heroische Handlung setzt mit dem Entschluss zur Transgression ein, der in einer Transgressionsannonce verkündet wird. Sie betont, mit der Überquerung eines Flusses oder eines Gewässers eine übermenschliche Handlung zu wagen, legitimiert aber zugleich den Akt. In medialen Repräsentationen wird damit weniger die kollektive Leistung der Transgression gewürdigt, als vielmehr ein einzelner Urheber als maßgeblicher Transgressor, in militärischen Aktionen der Befehlshaber, bei pioniertechnischen Leistungen vorzugsweise der Konstrukteur.

Die Transgressionsannonce steht nicht selten im Zentrum der medialen Repräsentation eines heroisierten Flussübergangs. Dies gilt etwa für Alexander den Großen, dessen Kriegsruhm sich auch aus erfolgreichen Flussüberquerungen speist. So ist seine erste Schlacht im Perserkrieg mit einem Sieg am Fluss Granikos (334 v. Chr.) verbunden, und auch seine letzte Schlacht gegen den indischen König Poros am Hydaspes (326 v. Chr.) geht mit einer Flussüberquerung einher, an die Alexander selbst durch Münzprägung erinnerte. Oft haben Geschichtsschreiber die Transgressionsannonce dem jeweiligen Herrscher in den Mund gelegt. So hält der verwundete Alexander bei Curtius Rufus (7,30) eine Rede, in der er die Überquerung des Tanais (Jaxartes) zur Grenze zwischen Asien und Europa stilisiert und als kriegsentscheidende Handlung im Skythenkrieg darstellt: „Gehen wir aber über den Tanais und zeigen durch die blutige Vernichtung der Skythen, dass wir überall unbesiegt sind, wer sollte dann daran zweifeln, dass dem Sieger auch Europa offen stehe?“ Alexander erinnert seine Gefolgsleute daran, dass sie schon erfolgreich bewiesen hätten, wie man auf Schläuchen über Flüsse setzen könne, und er versichert selbst, auf keine bessere Weise sterben zu können als bei der Flussüberquerung.2 Auch Hannibal macht in einer Rede vor dem Alpenübergang seinen Soldaten deutlich, dass sie mit dem Übergang über die Rhone schon eine kriegsentscheidende Handlung getroffen hätten (vgl. die Fallstudie 2.2.1).

Seinen Russlandfeldzug 1812, der mit der Überquerung des Niemen (poln. Name für Memel) einsetzt, auf dem er sich ein Jahr zuvor – in zwei auf dem Fluss errichteten Pavillons – mit Zar Alexander I. getroffen hatte, rechtfertigt Napoleon in einem Aufruf an sein Heer und kombiniert die Transgressionsannonce mit einem Erfolgsversprechen:

„Es [scil. Russland] stellt uns [scil. Frankreich] zwischen Entehrung und Krieg. Die Wahl kann nicht zweifelhaft sein. Vorwärts also, über den Niemen und den Krieg auf sein Gebiet getragen! Der zweite polnische Krieg wird für die französischen Waffen glorreich sein wie der erste.“3

In bildkünstlerischen Repräsentationen wird der Entschluss Napoleons zum Übergang über den Niemen individualisiert und heroisiert (vgl. Abb. 2).

Auch vor dem Rheinübergang der preußischen Truppen bei Kaub in der Neujahrsnacht 1814 erließ Feldmarschall Blücher einen Aufruf an sein Heer, der typische Merkmale der Transgressionsannonce aufweist. Passend zum Datum (Jahreswechsel 1813/14) stilisiert er darin die Überquerung des umstrittenen Grenzflusses Rhein zur kriegsentscheidenden Tat in den antinapoleonischen Befreiungskriegen: Zum Zwecke der Vergemeinschaftung apostrophiert er die „tapferen Soldaten der schlesischen Armee“, erinnert sie an ihren erfolgreichen Feldzug „von der Oder zum Rheine“ und kündigt ihnen den Rheinübergang an: „Jetzt geht ihr über den Rhein, um den Feind […] zum Frieden zu zwingen.“ Für sich selbst kündigt er an: „Nach Frankreich gehe ich von hier, und den ersten Januar mit Tagesanbruch passire ich mit der ganzen Armee den Rhein; zuvor aber will ich mit meinen Waffenbrüdern in diesem stolzen Strome alle Knechtschaft abwaschen, und als freie Deutsche wollen wir der großen Nation […] Gebiet betreten. Als Sieger aber nicht besiegt kehren wir zurück, und wenn der ehrenvolle Friede erkämpft ist, dann soll unser Vaterland uns dankbar empfangen.“4 Erinnerungsgeschichtlich blieb Blüchers Rheinübergang im Gedächtnis, während die parallelen Rheinübergänge des Korps Sacken bei Mannheim und des russischen Korps Saint Priest zwischen Neuwied und der Lahnmündung rasch in Vergessenheit gerieten. 1894 wurde ein Blücher-Denkmal in Kaub eingeweiht. Die vier Meter hohe Statue auf einem ebenso hohen Granitsockel zeigt mit der ausgestreckten Rechten auf die gegenüberliegende Rheinseite und hält damit auch den Moment der Transgressionsannonce fest (vgl. Abb. 3).

(2) Viele Erinnerungsgeschichten heroischer Flussüberquerungen betonen vor allem die pioniertechnische Vorbereitung. Schon in der antiken Geschichtsschreibung finden sich mehrere Episoden, welche Flussüberquerungen als technische Leistungen heroisieren. So bediente sich Alexander der Große bei seinem Feldzug nach Vorder- und Zentralasien, um über die großen Ströme der asiatischen Naturräume zu setzen, indigener Pioniertechniken. Mit aufblasbaren Schwimmbälgen errichtete er Schlauchflöße (Keleks) und Pontons und beförderte so große Truppenverbände von einer Flussseite auf die andere. Bezeichnenderweise rechnen die griechischen Geschichtsschreiber diese schon bei den altorientalischen Herrschern gebräuchliche Pioniertechnik einzig Alexander zu, um ihn auf diese Weise zusätzlich zu heroisieren.5

Bei Napoleons Rückzugsschlacht an der Beresina werden vor allem die holländischen Brückenpioniere heroisiert, die auf Befehl ihres Kapitän Benthien unter großen Verlusten in den eiskalten Fluten der Beresina zwei Behelfsbrücken errichteten und so einem Großteil der dezimierten Grande Armée den Rückzug ermöglichten (vgl. Abb. 4).

(3) In der medialen Repräsentation spielt der Akt der Überquerung neben dem Entschluss die entscheidende Rolle. Bildkünstlerische Darstellungen von Blüchers Rheinübergang etwa heben neben dem Entschluss oft auch auf die technische Leistung ab, fast unbemerkt nachts eine Schiffbrücke zur Rheininsel Burg Pfalzgrafenstein zu errichten, um von dort eine zweite zum rechten Rheinufer zu schlagen. So kombiniert Wilhelm Camphausen in seiner Darstellung Blüchers Entschlussgestus im Vordergrund mit der Schiffbrücke zur Rheininsel im Hintergrund (vgl. Abb. 5).

(4) In Heldennarrativen einer Flussüberquerung kann durchaus auch die erfolgreiche Ankunft am anderen Ufer im Zentrum stehen.

Im Österreichisch-Französischen Krieg 1809 spielten Donau-Übergänge mehrfach eine Rolle. Besonders bildwirksam war die Überquerung, die Napoleon mit einem Heer von ca. 170.000 Mann in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 1809 unternahm. Wegen eines Gewitters und Ablenkungsmanövern erkannten die Österreicher diesen Vormarsch zu spät. Da dieser Donau-Übergang die Vorgeschichte zu den großen Schlachten von Aspern und Wagram darstellt, gehört er zu den heroischen Ereignissen des Kriegs, die auch in Wort und Bild stilisiert wurden.6 Abraham Girardets Stich des Passage du Danube (1809) zeigt die Ankunft des Kaisers am steilen jenseitigen Donauufer: Im Vordergrund greift Napoleon mit der Rechten nach der helfenden Hand eines bereits dort angekommenen einfachen ⟶Soldaten, während unter dem verhangenen Himmel im Mondlicht die Armee in vielen Booten die Donau überquert (vgl. Abb. 6).

Dass die Ankunft am anderen Ufer auch das Scheitern einer Flussüberquerung bedeuten, aber dennoch heroisiert werden kann, zeigt das Beispiel des Joseph Anton Fürst von Poniatowski, der als Befehlshaber der polnischen Armee und Marschall von Frankreich den Rückzug Napoleons nach der verlorenen Völkerschlacht im Oktober 1813 deckte.7 Da die Brücke über die Weiße Elster am 19. Oktober 1813 vorzeitig gesprengt worden war, war ihm der Rückweg abgeschnitten. Trotz mehrerer Verwundungen versuchte er todesmutig, die Elster zu ⟶Pferd zu durchqueren. Sein Pferd strauchelte am jenseitigen Ufer, worauf Poniatowski im Fluss ertrank. Die erst später gefundene Leiche wurde mit Ehren bestattet und nach Warschau überführt. In Leipzig erinnert neben einem Denkstein für den ‚volkstümlichen Führer‘ (‚populari duci‘) auf dem Johannisfriedhof ein noch heute bekanntes Denkmal an Poniatowski (errichtet vor 1840). In Warschau wird Poniatowski durch ein ⟶Reiterdenkmal geehrt, das der dänische Bildhauer Bertel Thorvaldsen 1829 nach dem Vorbild der Statue Marc Aurels gestaltet hat, sein Name findet sich auf dem Arc de Triomphe in Paris. Das Historiengemälde von January Suchodolski (vor 1830) dramatisiert den heroischen Tod, indem er Poniatowski im Dreiviertelporträt auf einem galoppierenden Schimmel inmitten feindlichen Gewehrfeuers unmittelbar vor dem Übergang über den Fluss ins Zentrum rückt. Sein weißes Pferd und sein Haupt vor einer lichten Wolkenlücke verleihen seiner Person heroischen ⟶Glanz (Abb. 7).

(5) In einigen Narrativen steht die Schilderung eines Flussübergangs ganz im Zeichen der entscheidenden und heldenhaften Nachgeschichte. Die Transgression bildet dann nur den Auftakt zur eigentlichen Heldentat. Dass erst allmählich, nach Erreichen des anderen Ufers, die Überquerung eines Flusses ihre militärisch-politische Bedeutung erlangt, zeigt exemplarisch die Schlacht um Regensburg im Jahre 1809. Sie gipfelte im Übergang der französischen Armee über die steinerne Donaubrücke mit anschließender „Eroberung der Stadt Regensburg […] unter Anführung des großen Helden […] Napoleon“. Sie wurde in der französischen Kriegspropaganda als großer Sieg über das österreichische Heer unter Erzherzog Karl gefeiert (vgl. Abb. 8), doch markiert tatsächlich der vorherige Übergang über die Donau die entscheidende Wende im Österreichisch-Französischen Krieg, der in den verlustreichen Schlachten von Aspern und Wagram mündete.

Anonym: Vue du siège de la ville Ratisbonne par les troupes françaises
Anonym: Vue du siège de la ville Ratisbonne par les troupes françaises

[…] sous comendement du grand héros L’Empereur de France Napoléon […].
23. Mai 1809, Radierung.
Quelle: gallica.bnf.fr / Bibliothèque nationale de France
Lizenz: Public Domain

(6) Einige Flussüberquerungen – und zwar sowohl historische Ereignisse als auch die Formen ihrer medialen Repräsentation – können so prägnant wirken, dass sie zu einem handlungs- oder darstellungsleitenden Paradigma werden, das künftige Transgressoren verpflichtet, sich als Nachfolger, wenn nicht gar Überbieter zu inszenieren. Durch diese Indienstnahme werden die Vorläuferfiguren – die Präfiguranten – retrospektiv angepasst, um dem Heldenstatus des Präfigurats Legitimität zu verleihen. Ein rekurrentes Bezugsmuster ist Alexanders des Großen Überquerung des Granikos. Sie diente im 18. Jahrhundert Johann Rudolph Conlin, der in einer Chronik unter anderem „unvergleichliche Heldens-Thatten“ Prinz Eugens von Savoyen im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg (1714–1718) verzeichnete, als Ausgangspunkt, um die Donauüberquerung des habsburgischen Feldherrn vor der Schlacht von Belgrad 1717 in diese Tradition zu stellen, zugleich aber noch exzeptioneller erscheinen zu lassen:

„Soll zwey Helden compariren/
Weiß nit/ wen soll ziehen vor/
Den Ruhm beyde meritiren/
Doch der Neu mehr steigt empor:
Macedo hat zwar besiget
Fluß Grannicum Welt-bekannt/
G’schah mit Blut: Meim Prinz erliget
Ister-Strom ohn Widerstand.“8

Die bildliche Darstellung des Granikos-Übergangs durch Charles Le Brun entfaltete im Zusammenhang der heroisierten Rhein-Überquerung Ludwigs XIV. eine eigene Präfigurationsdynamik (vgl. Fallstudie 2.2.4).

Die Lebensgeschichte des am 3. Januar 1814 im jugendlichen Alter von 27 Jahren beim Rheinübergang gefallenen Majors Ferdinand Wilhelm Franz Bolstern von Boltenstern zeigt beispielhaft, dass Präfigurant und Präfigurat, in diesem Fall Blücher und Boltenstern, erinnerungsgeschichtlich wechselseitig aufeinander verweisen und weniger der Erfolg einer Flussüberquerung als vielmehr der Entschluss heroisiert wird. Da der ältere Bruder des Majors bereits 1806 beim Übergang über die zugefrorene alte Elbe bei Magdeburg einen tödlichen Unfall erlitten hatte, ist Boltensterns Tod beim Rheinübergang überdies ein familiäres Präfigurat. Ein „Held jener eisernen Zeit“9, hatte Boltenstern 1813 den Freiwilligen Landsturm „Banner des Siebengebirges“ gegründet und operierte mit Blüchers Zustimmung als „Partisan im Rücken des Feindes“.10 Als Boltenstern, der mit seiner Kompanie bei Mülheim lagerte, erfahren hatte, dass Blücher und der russische General St. Priest in der Neujahrsnacht 1814 den Rhein überquert hatten, „beschloß [er], dies gleichfalls zu thun, obgleich es nicht unbekannt, daß Köln stark vom Feinde besetzt war“. Ein Ablenkungsmanöver, das einen Rheinübergang bei Nonnenwerth vortäuschte, ermöglichte zwar Boltensterns Landung am linksseitigen Rheinufer „mit 20 Gardejägern, 150 bergischen Konskribierten und 20 russischen Dragonern“, doch die Übermacht der Französischen Besatzung Kölns trieb Boltenstern und seine Soldaten wieder über den Rhein zurück.11 Der Biograph Boltensterns geht in seiner Beschreibung des Rückzugs, bei dem Boltenstern zu Tode kommt, in eine Apostrophe an den Gefallenen über:

„Der Major, welcher die Hälfte seiner Mannschaft verloren sah, wollte keinen Platz auf den Fahrzeugen beanspruchen, sondern den Rhein mit seinem Pferde durchschwimmen, wurde aber durch mehrere Schüsse getroffen und ertrank. Seinen Körper gab der Rhein nicht wieder. – So ruhe denn sanft auf dem Grunde des deutschen Stromes, den auch Du mit Deinem Blute dem Vaterlande erhalten hast!“12

Nicht einmal ein Jahr später, am 18. Oktober 1814 errichtete der Landsturm Siebenbürgen seinem Gründer namentlich („dem tapfern von Boltenstern“) und den mit ihm gefallenen Freiheitskämpfern („den Helden“) ein Denkmal auf dem Drachenfels in Form eines Obelisken. Da dieses Denkmal 1848 zerstört worden war, stiftete der preußische König Wilhelm I. im Jahr 1857 als Ersatz ein über 14 Meter hohes Landsturmdenkmal in Form eines abgebrochenen gotischen Pfeilers, entworfen von dem Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner (vgl. Abb. 9). Es nennt zwar den königlichen Stifter, trägt aber nicht mehr die Namen der gefallenen Helden des Siebenbürger Landsturms („Zur Erinnerung an die patriotische Hingebung des rheinischen Volkes und an die Errichtung des freiwilligen Landsturms vom Siebengebirge in den Jahren 1813, 1814 und 1815“). Erst im Jahr 1914, zum hundertsten Jahrestag des gescheiterten Rheinübergangs, wurde auf Drängen der Nachfahren Boltensterns eine verkleinerte Replik des ursprünglichen Obelisken mit den Namen der Gefallenen aufgestellt. Dass nun beide Denkmäler fast nebeneinander auf dem Drachenfels stehen, zeigt die konkurrierende Inanspruchnahme von Heldengedenken.

Ernst Friedrich Zwirner: Landsturmdenkmal auf dem Drachenfels am Rhein, 1857
Ernst Friedrich Zwirner: Landsturmdenkmal auf dem Drachenfels am Rhein, 1857

Quelle: User:Tohma / Wikimedia Commons
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2.2. Exemplarische Analysen
2.2.1. Hannibal an der Rhone (218 v. Chr.)

Als herausragendste Leistung Hannibals gilt seine Überschreitung der Alpen im Zweiten Punischen Krieg (218–202 v. Chr.). Diese Vorrangstellung erklärt sich einerseits aus dem militärlogistischen Aufwand des gefährlichen und verlustreichen Unterfangens, andererseits aus der symbolischen Bedeutung seiner Folgen: das Vordringen des kathargischen Heeres in das italische Kernterritorium stellte die größte äußere Bedrohung in der Geschichte der römischen Republik dar und wurde in der Folge zum nationalen Schicksalsmoment erhoben, in dem der Staat an der Schwelle zum Untergang stand. Während sich die heroisierende Rezeption in der Regel auf diese Tat konzentriert, wird Hannibals kurz zuvor unternommene Überquerung der Rhone kaum beachtet. Gleichwohl bietet die Episode bei Livius (21, 26-29) und Polybios (3, 42-43), die nahezu übereinstimmend von den Geschehnissen berichten, aufschlussreiche Hinweise zum Verständnis der heroischen Flussüberquerung.

Zwei Aspekte sind hierbei von Bedeutung: einerseits Hannibals militärlogistisches Handeln, andererseits die teleologische Perspektivierung des Unternehmens, indem die Rhone-Überquerung als Vorstufe der größeren Transgressionsleistung, der Überschreitung des Gebirges, etabliert wird.

Nachdem Hannibal das iberische und gallische Gebiet dank diplomatischer Erfolge nahezu mühelos durchquert hatte, markierte die Rhone den ersten Einschnitt seines Feldzuges, da ihre starke Strömung, vor allem aber ein Heer der mit den Römern verbündeten gallischen Volcae am anderen Ufer Hindernisse darstellten. Sowohl bei zu langem Aufenthalt als auch beim Rückzug liefen die Karthager Gefahr, vom ortskundigen Gegner umzingelt zu werden. Aus der entstandenen Zwangslage befreite er sich, indem er einen Teil der Armee schon in der Nacht zuvor an anderer Stelle über den Fluss sandte, die der gegnerischen Armee in den Rücken fielen, während diese vom Flussübergang des Hauptheers abgelenkt waren. So konnte Hannibal „in aller Ruhe“ (per otium, Liv. 21, 28) übersetzen. Seine Exzeptionalität erweist sich hier anhand seiner taktischen Überlegenheit und der Entscheidung für ein riskantes Manöver, das einen günstigen Zeitpunkt (kairos) erzeugt, um die Lage zu seinen Gunsten zu wenden.13 Besonders heben Polybios und Livius die logistische Leistung hervor, die 37 Elefanten nach der Schlacht über den Fluss zu bringen (vgl. Pol. 3, 46; Liv. 21, 28). Henri-Paul Motte stellt diesen Moment in seinem kontrastreichen Historiengemälde Traversée du Rhône par Hannibal (1878) dar: obgleich die höchst angespannten Körper der Besatzung und die von Last und Strömung fast zum Zerbrechen gebogenen Ruder das Bild dynamisieren, nimmt sich der menschliche Kraftaufwand neben der ruhigen Größe der Elefanten, die Vorder- und Mittelgrund dominiert, nur allzu geringfügig aus. Gerahmt ist die Szene von den Ausläufern der Alpen, auf die der Schütze im Turm mit ausgestrecktem Arm deutet (Abb. 10).

Henri-Paul Motte: Traversée du Rhône par Hannibal Barca
Henri-Paul Motte: Traversée du Rhône par Hannibal Barca

Heliogravüre von 1894 nach einem Ölgemälde von 1878.
Quelle: User:ApostrophePolice / Wikimedia Commons
Lizenz: gemeinfrei

Diese perspektivische Kontextualisierung ist der zweite Aspekt, unter dem Hannibals Rhone-Überquerung aufschlussreich erscheint, denn schon bei den antiken Historiographen präfiguriert diese erste Transgression die bevorstehende Alpenüberschreitung. Sowohl Polybios als auch Livius erzählen vom Unmut der erschöpften Soldaten nach dem strapaziösen Übersetzen, dem Hannibal mit einer Feldherrnrede begegnet. Indem er behauptet, dass mit der Rhone der größte Teil der Strecke bereits überwunden sei (vgl. Polyb. 3,43; Liv. 21,30), instrumentalisiert er den Erfolg zur Vorbereitung einer noch größeren Leistung, da er ihn zur Evidenz für die transgressive Kraft des Heeres erklärt. Bei Livius, der ihn ausführlicher zu Wort kommen lässt, evoziert er mit rhetorischem Aufwand diese Transgressionsenergie, welche die räumliche Distanz perspektivisch verkürzt erscheinen lässt. Der Unterschied zwischen der Überwindung der Rhone und der Alpen ist nur noch ein gradueller: „Jetzt, da sie […] die Rhone, so einen gewaltigen Fluss, überquert hätten […], da sie die Alpen schon vor sich sähen, deren andere Seite bereits zu Italien gehöre, unmittelbar vor den Toren der Feinde blieben sie erschöpft stehen; was, glaubten sie denn, seien die Alpen anderes als hohe Berge?“ (21,30) Beide Historiographen bezeugen die kohäsionsstiftende Wirkung dieser Rede.

Hannibals Rhone-Überquerung ist Voraussetzung und Antecedens bzw. Präfigurant für die anschließende Transgressionsleistung, welche die Schwelle zum Weltgeschichtlichen überschritten hat. Erinnerungsgeschichtlich ist ihre fluviale Vorstufe freilich von den Alpen verdeckt worden.

2.2.2. Julius Caesar am Rubikon (49 v. Chr.)

Julius Caesars Überquerung des Rubikon in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar 49 v. Chr. ist nachgerade zur archetypischen Transgressionsszene geworden. Der unscheinbare Fluss war im Römischen Reich von staatstragender symbolischer und juristischer Bedeutung, denn er galt als Grenze zwischen der Provinz Gallia Cisalpina und dem italienischen Kernterritorium, an der das imperium promagistratischer Feldherren erlosch und ihre Legionen entlassen werden mussten. Indem er sich über dieses Gebot hinwegsetzte und mit der XIII. Legion auf Rom marschierte, nahm Caesar den Bürgerkrieg und die Auflösung der politischen Ordnung in Kauf.

Angesichts dieser weitreichenden Konsequenzen konzentriert sich schon die historische Überlieferung auf den Prozess der Entschlussfindung Caesars, zumal der seichte Rubikon, dessen genaue Lage bis heute umstritten ist, selbst keine pioniertechnische Herausforderung darstellte.14 Sowohl Plutarch als auch Sueton berichten vom Innehalten und Zögern des Feldherrn am Ufer. Während Plutarch die psychischen Bewegungen des Unentschlossenen als inneren Konflikt inszeniert – sein Caesar fürchtet die Größe seines Unterfangens, bedenkt das drohende Leid aller Zeitgenossen und das Urteil der Nachwelt, bevor er die Zweifel „in leidenschaftlicher Bewegung“ (θυμός, Plut. Caes. 32) überwindet15 – lässt Sueton ihn souveräner erscheinen. Er verkürzt Caesars Verweilen am Ufer und rafft die Entscheidungsfindung auf wenige Worte (paulum constitit, ac reputans quantum moliretur), um die Beurteilung der Lage in einer bereits entschlossenen Transgressionsannonce an seine Truppen zu verlagern, in der bereits sein Bewusstsein zum Ausdruck kommt, an einem Wendepunkt zu stehen: ‚Etiam nunc’, inquit, ‚regredi possumus; quod si ponticulum transierimus, omnia armis agenda erunt.’ (Suet. Iul. 31). Zudem entlastet Sueton den Zögernden durch ein göttliches Vorzeichen, die Erscheinung eines Flötenspielers, der ihnen voran durch den Fluss schreitet und Caesars Unterfangen ex ante als schicksalsbegünstigt anzeigt; Caesar selbst braucht nur noch das Zeichen zu deuten und das Signal zu geben: Tunc Caesar: ‚eatur‘, inquit, ‚quo deorum ostenta et inimicorum iniquitas vocat. Iacta alea est‘ (Iul. 32). Mit diesen unterschiedlichen Schwerpunkten korrespondiert auch die divergierende Überlieferung des berühmten Ausspruchs, den Caesar bei der Überschreitung getätigt haben soll: Suetons konstatives Iacta alea est ist ob seiner Prägnanz zum wohl berühmtesten Zitat der Antike geworden. Glaubhafter ist allerdings Plutarchs Überlieferung, Caesar habe beim Übergang die Worte ἀνερρίφθω κύβος [‚der Würfel soll geworfen sein‘] gesprochen, eine damals gängige Phrase, die nach Plutarch „vielen über die Lippen gekommen ist, die einem ungewissen Schicksal und kühnen Wagnis entgegengingen“ (Caes. 32). Der vermeintlich geringe morphologische Unterschied bedeutet eine signifikante Akzentverschiebung, wie Jehne hervorhebt: Caesar habe zum Ausdruck bringen wollen, „daß er nun ein Spiel begann, dessen Ausgang ungewiß war, nicht daß er eine irreversible Entscheidung getroffen hatte.“16

Die ambivalente Rezeption Caesars im Allgemeinen und der zum geflügelten Wort avancierten Rubikon-Episode im Besonderen veranschaulicht den Liminalcharakter der heroischen Transgression, die stets Gefahr läuft, in Hybris umzuschlagen. So gerät Caesar schon gut ein Jahrhundert später im Geschichtsepos Bellum Civile des neronischen Dichters Lucan zum blasphemischen Antihelden, der, getrieben von seiner Ambition und im Vertrauen auf seine fortuna alle sittlichen Normen pervertiert, jedes Hindernis überwindet und fast einer zerstörerischen Naturgewalt gleichkommt, zugleich aber über enormes Charisma und Faszinationspotenzial verfügt. Lucans Caesar ist damit ein früher Gewährsmann für die polarisierende ⟶Attraktionskraft solcher Figuren. Seine Rubikon-Überquerung (BC 1,183-227) kennzeichnet denn auch nicht die transitorische Handlung an sich – die ‚Wellen des kleinen Rubikon‘ [parvi Rubiconis […] undas] sind, obgleich von Schmelzwasser angeschwollen, dank geschickter Logistik in zwei Versen leicht überwunden, vgl. 1, 220-221 –, sondern die moralische Verhandlung: Kurzzeitig aufgehalten wird Caesar nicht vom Fluss, sondern von der Epiphanie der „Patria“, der Personifikation der römischen Staatsordnung; sie ist die eigentliche Schwelle. Obgleich Caesar auch hier anfangs zögert, schlägt er ihre Warnungen alsbald in den Wind und entfesselt so den titelgebenden Krieg.17

Das typologische Potential der Rubikon-Episode in Heroisierungsprozessen erweist sich an der nahezu unüberschaubaren Rezeptionsgeschichte bis in die Moderne.18

2.2.3. König Gustav II. Adolf am Rhein (1631)

Der Übergang des schwedischen Königs Gustav II. Adolf über den Rhein am Hahnensand bei Erfelden am 7. Dezember 1631 zählt zu den bedeutendsten militärischen Heldentaten des Dreißigjährigen Kriegs.19 Im Theatrum Europaeum (1637) wird die Transgression allerdings eher knapp und distanziert beschrieben.20 Gustav Adolfs Plan einer Rheinüberquerung wird zwar erwähnt, doch die Transgressionsannonce ist ein protestantisches Morgenlied, dessen dritte Strophe das Vorhaben in Form einer geistlichen Vergemeinschaftung stilisiert.21 Nachdem der König in einem Scheinmanöver Truppen am anderen Ufer sich hatte retirieren lassen und so die spanische Besatzung der Sternschanze auf der rechtsrheinischen Kühkopf-Halbinsel täuschte, hat er in seinem eigenen Heer das „Morgenlied singen lassen; Auß meines Hertzen grunde/ etc. Vnnd so bald solches geendet/ Anordtnung gethan/ daß das Geschütz vnnd noch etliche Regimenter zu Roß vnnd Fuß hinvber gebracht würde/ wie er dann auch selber hinvber gesetzet/ vnnd also auff beyden Seythen deß Rheins auff Oppenheim wie auch auff die Schantz disseyths zugezogen. Worauff dann erfolget daß die vorgedachte Sternschantz mit Accord/ die Statt aber mit Gewalt […] eyngenommen worden“.22

Erst später wurde der pioniertechnisch kühne Übergang auf Scheunentoren dramatisch ausgemalt. Im Theatrum Europaeum ist die Topographie des Übergangs in einem doppelseitigen Kupferstich dargestellt, der die Perspektive des schwedischen Heeres auf dem überhöhten rechten Rheinufer einnimmt (Abb. 11).23

Zur erinnerungsgeschichtlichen Bedeutung hat König Gustav Adolf insofern selbst maßgeblich beigetragen, als er durch den Festungsbaumeister Matthäus Staud bereits 1632 „zu ewiger Gedächtnuß“ eine zwölf Meter hohe Säule auf vier Kanonenkugeln errichten ließ, auf dem der behelmte und bekrönte schwedische Wappenlöwe mit goldenem Schwert sitzt (Abb. 12).24 In der deutschen Erinnerungsgeschichte ist der Übergang im 19. Jahrhundert als heroische Leistung ausgemalt worden. So würdigt ihn Ludwig Bechstein im Deutschen Sagenbuch (1853) und gibt eine genaue Beschreibung des Denkmals.25 Später hat Elisabeth Langgässer in ihrem hermetischen Roman Gang durch das Ried (1936) daran erinnert, und die protestantische Kirchengemeinde in Stockstadt ersetzte die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Glasfenster unter anderem durch ein Fenster, das Gustav Adolfs Rheinübergang zeigt und ihn als Retter des Protestantismus verklärt.26

2.2.4. König Ludwig XIV. am Rhein (1672)

Paradigmatisch für die Heroisierung des Überquerungsaktes ist der in Dichtung und Malerei gefeierte Rheinübergang König Ludwigs XIV. am 12. Juni 1672 bei Lobith, der den Beginn des ‚Holländischen Krieges‘ markiert. Bei einer Furt zog das französische Heer, geführt von General Condé, über den Fluss. Obwohl eher eine logistische als militärische Leistung, galt Ludwigs passage du Rhin als seine ruhmreichste Heldentat und spielt eine wichtige Rolle in der bildlich-literarischen Enkomiastik (Abb. 13).27

Adam Frans van der Meulen: Ludwig XIV. überquert den Rhein bei Lobith
Adam Frans van der Meulen: Ludwig XIV. überquert den Rhein bei Lobith

1690, Öl auf Leinwand, 103 cm × 159 cm, Amsterdam, Rijksmuseum, Inv.-Nr. SK-A-3753.
Quelle: Rijksmuseum
Lizenz: Public Domain

Die königliche Kunstakademie machte 1672 für das Rom-Stipendium die Darstellung des Rheinübergangs zur Aufgabe, und Gérard Audran fertigte dafür einen Stich nach Charles Le Bruns Gemälde von 1664/65, das Alexander bei der Durchquerung des Granikos zeigt (Abb. 14). Damit wird eine historische Präfiguration genutzt, um Ludwig durch die mittelbare imitatio heroica zu erhöhen. Le Brun hat schließlich selbst die Heldentat des Königs 1672 in einem großformatigen Gemälde in der Spiegelgalerie in Versailles verewigt (Abb. 15). Der König, der in einem von zwei Pferden gezogenen Streitwagen über Feinde im Wasser hinwegfährt, ist zwar realistisch porträtiert, zugleich aber in der Tracht eines römischen Imperators antikisiert und ins Mythische stilisiert: er trägt das Blitzbündel Jupiters in der Rechten und wird von Herkules geschützt, der mit der Keule dem erschrockenen Vater Rhein droht. Anton von Werner hat in der ersten Gemäldefassung (1877) der Proklamierung des deutschen Kaiserreiches, die 1871 in der Spiegelgalerie in Versailles vollzogen wurde, gezielt am oberen Bildrand die Inschriftenkartusche des Passage du Rhin en présence des ennemies (1672) zitiert und in einem Fahnenentwurf „Kampf und Sieg“ für die Rückkehr des siegreichen deutschen Heeres gar das Bildmotiv umgedreht: Nun sprengt Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen (später Kaiser Friedrich III.) über den am Boden liegenden Napoleon III. (Abb. 16).28

Nicolas Boileau-Despréaux heroisierte in einer Versepistel (Epistre IV. Au Roi) den Rheinübergang, indem er einerseits die eigene poetische Leistung der heroischen Transgression hervorhebt („Aujourd’hui toutefois mon zele m’encourage; | Il faut au moins du Rhin tenter l’heureux passage“ [V. 29-30]) und sogar den Rhein als allegorischen Zeugen von Königs Ludwigs Größe bemüht („Il [scil. der Rhein] apprend qu’un Heros conduit par la victoire, | A de ses bords fameux flestri l’antique gloire“ [V. 50-51]).29

2.2.5. George Washington am Delaware (1776)

In der Weihnachtsnacht vom 25. auf den 26. Dezember 1776 überquerte George Washington, der seit 1775 Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee war, mit seinen Truppen den Delaware-River in Pennsylvania. Mit dieser pioniertechnisch gut organisierten Nachtaktion gelang es ihm, durch einen Überraschungsangriff am nächsten Tag die in ihren Winterquartieren in Trenton (New Jersey) stationierten hessischen Regimenter der britischen Armee vernichtend zu schlagen. Der Sieg bei Trenton stärkte die prekäre Moral der amerikanischen Unabhängigkeitstruppen erheblich, zumal sich Washington dem britischen Gegenangriff bei Trenton am 2. Januar 1777 nächtens erfolgreich entzog und mit einem erneuten Überraschungsmanöver am nächsten Tag die britischen Truppen in Princeton schlug. In der zeitgenössischen Kriegslyrik wurde die Überquerung des Delaware noch als integraler Teil der Schlacht bei Trenton gewertet, wie in dem anonymen Lied Battle of Trenton (Inc. „On Christmas-day in seventy-six“).30 Nach dem Tod Washingtons (1799) begann die mediale Isolierung der Episode zur autonomen Heldentat. In der Funeral Oration on the death of General Washington (1800), die Henry Lee III. als Vertreter des Repräsentantenhauses hielt, gewinnt die Überquerung des Delaware River erinnerungsgeschichtlich bald epochale Bedeutung und wird zum Gründungsmythos der Vereinigten Staaten von Amerika:

„Dreadful was the night. It was about this time of winter the storm raged – the Delaware, rolling furiously with floating ice, forbade the approach of man. WASHINGTON, self collected, viewed the tremendous scene – his country called; unappalled by surrounding dangers, he passed to the hostile shore; he fought; he conquered. The morning sun cheered the American world. Our country rose on the event; and her dauntless Chief pursuing his blow, completed in the lawns of Princeton, what his vast soul had conceived on the shores of Delaware.“31

Lee dramatisiert die Szene, die er dem Rezipienten vor Augen führt, indem er mittels der feindlichen raumzeitlichen Bedingungen die Situation zu einer überzeitlichen, und nationalen Entscheidung heroisiert. Allein die dreigliedrige Verbreihe „he passed […], he fought, he conquered“ alludiert Cäsar mit seiner Sentenz veni, vidi, vici als Präfiguranten. Hugh Kelso malt in seinem Langgedicht Washington at the Delaware – 1776 die winterliche Szenerie am Ufer und die Gefahr der eisigen Fluten des Delaware aus. Kelso betont neben dem dubitativen Moment – Washington bedenkt die pioniertechnische Herausforderung – das Datum der „Christmas night“ als auch die exzeptionelle Heroik Washingtons, die in diesem Flussübergang sinnfällig werde: „He never seems more grand than there; | Nor shone his character more bright, | Than when by stormy Delaware | He kept that anxious Christmas night.“32 Im zweiten Teil des Gedichts verbürgt Kelso die Einzigartigkeit des heroischen Geschehens durch einen ausführlichen typologischen Vergleich mit Cäsars Überquerung des Rubikon, die Rom die Unfreiheit gebracht habe („Great Caesar gain the farther shore, | And – Freedom lives in Rome no more“33). Kontrastiv zum dunklen Rubikon strahlt die heroische Bedeutung des Delaware umso deutlicher.34 In Kombination mit dem epochalen Datum Weihnachten markiert sie eine neue Epoche:

„The ancient and the later scene,
Reveal as by the lightning’s glare,
The mighty gulf that lies between
The Rubicon and Delaware.“35

Die Isolation der Szene aus dem Unabhängigkeitskrieg erreichte ihren Höhepunkt in der bildkünstlerischen Repräsentation durch den deutsch-amerikanischen Maler Emanuel Leutze, Mitglied der Düsseldorfer Malerschule. Seine drei großformatigen Versionen des Sujets, entstanden zwischen 1849 und 1853, zeigen Washington beim Überqueren des Delaware. Die zweite Version, die das Metropolitan Museum in New York verwahrt, prägte die Erinnerungsgeschichte entscheidend (Abb. 17).36 Leutze rückt Washingtons Boot mit zwölf Mann Besatzung fast bildfüllend in den Vordergrund, es bahnt für sich und die nachfolgende Schiffsreihe eine Fahrspur durch den Eisgang des Delaware. Washington steht im Profil in energischer Feldherrnpose, mit aufgestelltem rechtem Bein auf der Schiffsbank, hinter ihm der Flaggenträger Lieutenant James Monroe, späterer Präsident der Vereinigten Staaten. Die epochale Bedeutung der Szene setzt Leutze auch durch die Schiffsbesatzung ins Bild: Sie repräsentiert die ethnische Vielfalt der britischen Kronkolonie, denn unter ihr findet sich auch ein Afroamerikaner und ein Repräsentant der indigenen Bevölkerung. Somit symbolisiert Leutze in Washington Crossing the Delware – nicht zuletzt in der Überwindung des vereisten Flusses auf zu neuen Ufern – auch die Überwindung der europäischen Vorherrschaft und die Gleichheit aller Menschen. Dass die Flusslandschaft dem Rhein nachempfunden ist, könnte darauf schließen lassen, dass der revolutionäre Patriot Leutze damit retrospektiv auf Blüchers Rhein-Übergang bei Kaub in der Neujahrsnacht 1814 und prospektiv auf das demokratische Ziel eines deutschen Einheitsstaates nach amerikanischem Vorbild anspielt. Als regelrechtes „Nationalgemälde“ prägte Leutzes Darstellung die kollektive Erinnerung an die Episode des Unabhängigkeitskrieges. So hat David Shulman 1936 auf das Gemälde ein Sonnet gedichtet, das in jedem der vierzehn Verse den Bildtitel anagrammatisch zitiert.37

Emanuel Leutze: Washington Crossing the Delaware
Emanuel Leutze: Washington Crossing the Delaware

1851, Öl auf Leinwand, 378,5 cm x 647,7 cm, New York, The Metropolitan Museum of Art, Inv.-Nr. 97.34.
Quelle: The Metropolitan Museum of Art
Lizenz: Public Domain

2.2.6. Flussüberquerung als heroische Flucht: Eliza Harris und Harriet Tubman (um 1850)

Dass eine Flussüberquerung auch eine kühne Flucht repräsentieren kann, zeigen zwei fast zeitgleiche Ausprägungen um die Mitte des 19. Jahrhunderts: In fiktionaler Form die eindrucksvolle Schlüsselszene in Harriet Beecher Stowes Roman Uncle Tom’s Cabin (1852), in faktualer Form die legendäre Flucht von Harriet Tubman, einer bedeutenden Protagonistin des Abolitionismus. In Uncle Tom’s Cabin flieht die Sklavin Eliza Harris vor dem Sklavenhändler Haley, der ihren fünfjährigen Sohn Harry gekauft hat. Als sie den Verfolger hinter sich weiß, nimmt sie todesmutig ihren Sohn an sich und springt mit ihm im Arm über die Eisschollen des Flusses Ohio. Die Schilderung vergegenwärtigt die Entscheidung („dreadful moment“, „that terrible moment“) und heroisiert sentimental die todesmütige Kühnheit Elizas, die mit blutigen Füßen das rettende Ufer erreicht:

„A thousand lives seemed to be concentrated in that one moment to Eliza. Her room opened by a side door to the river. She caught her child, and sprang down the steps towards it. The trader caught a full glimpse of her just as she was disappearing down the bank; and throwing himself from his horse, and calling loudly on Sam and Andy, he was after her like a hound after a deer. In that dizzy moment her feet to her scarce seemed to touch the ground, and a moment brought her to the water’s edge. Right on behind they came; and, nerved with strength such as God gives only to the desperate, with one wild cry and flying leap, she vaulted sheer over the turbid current by the shore, on to the raft of ice beyond. It was a desperate leap – impossible to anything but madness and despair; and Haley, Sam, and Andy, instinctively cried out, and lifted up their hands, as she did it.

The huge green fragment of ice on which she alighted pitched and creaked as her weight came on it, but she staid there not a moment. With wild cries and desperate energy she leaped to another and still another cake; stumbling – leaping – slipping – springing upwards again! Her shoes are gone – her stockings cut from her feet – while blood marked every step; but she saw nothing, felt nothing, till dimly, as in a dream, she saw the Ohio side, and a man helping her up the bank.

‚Yer a brave gal, now, whoever ye ar!‘ said the man, with an oath.“38

Die Ankunft am rettenden Ufer, die durch eine ‚helfende Hand‘ erleichtert wird, greift die biblische Präfiguration auf, nämlich Josuas Überquerung des Jordan, bei dem das Volk Israel durch ein Wunder Gottes – die Wasser des Jordan weichen zurück – das rettende Ufer des verheißenen Landes trockenen Fußes erreicht. Im Romantext wird in einem figuralen Vergleich aus der Sicht Elizas die Bibelstelle zitiert, indem der Fluss Ohio mit dem Jordan verglichen wird: „Her first glance was at the river, which lay, like Jordan, between her and the Canaan of liberty on the other side.“39 Diese typologisch aufgeladene Romanepisode wurde immer wieder illustriert und durch die bildkünstlerische Rezeption zusätzlich heroisch aufgeladen (vgl. Abb. 18).

George Cruikshank: Eliza Crosses the Ohio on the Floating Ice
George Cruikshank: Eliza Crosses the Ohio on the Floating Ice

1852, Holzstich. Illustration der Erstausgabe von Harriet Beecher Stowes Roman Uncle Tom’s Cabin.
Quelle: The Victorian Web
Lizenz: Für akademische Zwecke frei nutzbar („This image may be used without prior permission for any scholarly or educational purpose.“)

Eine faktuale, nicht minder heroische Flucht über einen Fluss repräsentiert Harriet Tubman. Schwer misshandelt als Sklavin, entschloss sie sich 1849 zur Flucht von Maryland – wohl über den Choptank River – durch Delaware nach Pennsylvania.40

Kurz nachdem sie sich in Philadelphia niedergelassen hatte, unterstützte sie das Netzwerk „Underground Railroad“, das schwarzen Sklaven und Sklavinnen die Flucht in die Freiheit des Nordens ermöglichte: Sie kehrte insgesamt dreizehnmal heimlich zu neuerlichen Befreiungsaktionen nach Maryland zurück.

Aufgrund ihrer Initiative wurde ihr der Deckname ‚Moses‘ zugeschrieben und eventuell mit dem Spiritual „Go down Moses“ verbunden, dessen Refrain „Tell all Pharaoes to | Let my people go!“ auf die Flucht Israels aus Ägypten durch das Rote Meer anspielt. Erst nachdem Sarah Bradford wieder an Harriet Tubman als The Moses of Her People (1886)41 erinnert hatte, wurde ihre heroische Bedeutung angemessen gewürdigt. Auch erinnerungsgeschichtlich wird sie immer wieder zum Präfigurat des biblischen Moses stilisiert, wie etwa in der Gedenktafel, die ihr 1914 in Auburn errichtet wurde (Abb. 19) oder in der Fernsehserie A Woman Called Moses (1978).42

Eine neuere Verfilmung, Harriet (2019, Regie: Kasi Lemmons), überblendet Versatzstücke der christlichen Ikonographie mit Elementen der Westernfilm-Heroik Hollywoods. Schon der Filmtrailer greift dieses Kompositionsprinzip des Films auf, indem er ein Spiritual, das Tubman selbst vor ihrer eigenen Flucht als indirekte Transgressionsannonce gesungen haben soll, orchestral aktualisiert und den Action-Szenen den biblisch geprägten Text („I’ll meet you in the morning | I’m bound for the Promised Land | On the other side of Jordan […]“) unterlegt.43 Im Film selbst ist das Flussmotiv von zentraler Bedeutung; nicht nur begegnet es immer wieder in den eingeblendeten prophetischen Visionen Harriets, auch in der Handlung selbst sind Wendepunkte stets mit Flussüberquerungen verknüpft. Zu Beginn wird Harriet während ihrer eigenen Flucht auf einer Brücke von den Verfolgern gestellt und entscheidet sich mit den Worten „I’m gonna be free or die“ zum Sprung in die Tiefe, den sie wider Erwarten überlebt – wie schon Caesar am Rubikon repräsentiert Tubman hier einen heroischen Fatalismus, der im Dienst der Sache alles zu riskieren bereit ist.44 Auf biblische Präfiguranten wird am ersten Höhepunkt der Handlung in der Mitte des Films angespielt, als Harriet während ihrer ersten Befreiungsaktion erneut ans Ufer des Flusses gerät. Von dem Hindernis eingeschüchtert, breiten sich Zweifel unter den Flüchtenden aus, die Harriet zunächst nur in Revolverhelden-Manier mit vorgehaltener Pistole unterdrücken kann. Dann jedoch entschließt sie sich, den Fluss demonstrativ zu durchqueren: die Hände mitsamt der Pistole in der Rechten nach dem ikonographischen Vorbild der Maria orans erhoben, hält sie in der Mitte zu einem Stoßgebet inne und zitiert den Christus des Johannesevangeliums: „Rivers of living water, flow through me. Lord, let me pass“ (vgl. Joh 7,38). Die Reaktionen ihres Gefolges, das als ‚internes Publikum‘ zunächst verzückt ist und sodann zur Nachfolge inspiriert wird, affizieren mittelbar auch die Rezipienten, indem sie deren Emotionen vorprägen und das Geschehen zusammen mit der musikalischen Untermalung als Mirakel inszenieren. Als Präfigurant dieser Szene dient Christi Wandeln auf dem Wasser, das anschließend durch dessen Taufe ergänzt wird, als Harriet am anderen Ufer ihren alten Namen Araminta ablegt und verlangt, Harriet Tubman genannt zu werden.45 Vor dem Hintergrund des Amerikanischen Bürgerkriegs endet der Film mit einer weiteren Flussüberquerung, dem „Combahee River Raid“ von 1863, in dem die historische Tubman ein Infanterieregiment befehligte und etwa 750 ehemalige Sklaven in den Norden verschiffen konnte. Der Film zeigt deren Flucht durch den Fluss, spart aber das Gefecht aus und lässt Tubman in Feldherrenmanier vor den Soldaten eine Transgressionsannonce halten, in der sie die Persistenz der Sklaverei betont. Durch einen anschließenden Schuss Tubmans in die Kamera, der die ‚vierte Wand‘ durchbricht, wird augenfällig, dass sie damit zugleich einen Appell an die Rezipienten ausspricht, sich an ihrem Vorbild zu orientieren.46

Indem der Film das Motiv der Flucht über den Fluss unter den Vorzeichen der imitatio Christi am Ende zum heroischen Angriff wendet und das Publikum zur Nachahmung auffordert, unternimmt er den Versuch, seine Version der Harriet Tubman zum Präfiguranten zukünftiger Akteure zu machen.47

2.2.7. Die Heroisierung verhinderter Flussüberquerungen im Ersten Weltkrieg (Marne, Somme, Isonzo) (1914/18)

Auch in den modernen Kriegen des 20. Jahrhunderts spielten Flüsse vor allem als Frontverläufe eine strategische und symbolische Rolle. Im Ersten Weltkrieg werden allerdings weniger Flussüberquerungen zu heroischen Akten stilisiert als vielmehr die Verhinderung von Flusspassagen. So endete an der Marne im September 1914 der deutsche Vormarsch, was im Anschluss zu einem mörderischen Abnutzungskrieg führte. Nachdem an der Somme im Juli 1916 eine britisch-französische Großoffensive gegen das deutsche Heer zum Stocken gekommen war, fielen im nachfolgenden Stellungskrieg etwa eine Million Soldaten. In der Kriegspropaganda wurde die Verteidigung der Flüsse ebenso symbolisch überhöht wie die verlustreichen Versuche, sie zu überqueren (Abb. 20).

Plakat für den Propagandafilm „Bei unseren Helden an der Somme“
Plakat für den Propagandafilm „Bei unseren Helden an der Somme“

von Hans Rudi Erdt, 1917.
Quelle: Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Foto: Jens Ziehe
Lizenz: Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 4.0
Der Film ist online verfügbar unter: www.bpb.de/mediathek/252872/

Ein weiteres Beispiel, wie während des Ersten Weltkriegs im Namen eines Flusses verlustreiche Kämpfe geführt wurden, sind die sogenannten Isonzo-Schlachten. Nach dem Isonzo-Fluss (slowenisch ‚Soča‘) im heutigen Slowenien werden zwölf große Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg zwischen dem Königreich Italien und den verbündeten Mittelmächten Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich benannt, da sich die Fronten um das Flusstal zogen. Die Isonzo-Schlachten gehören mit mehreren hunderttausend toten Soldaten zu den verlustreichsten des Ersten Weltkriegs. Obwohl der Isonzo nur einen kleinen Teil der 600  km langen Front zwischen Italien und Österreich-Ungarn bildete, zählte er zu den umkämpftesten Abschnitten. Die Italiener hielten, mit temporären Geländegewinnen, zwar in elf Schlachten die Front, erst mit maßgeblicher Unterstützung der hinzugekommenen 14. Deutschen Armee und unter massivem Giftgas-Einsatz wurde der Isonzo in der 12. Schlacht (auch ‚Schlacht von Karfreit‘) am 24.–27. Oktober 1917 überquert, und die italienische Armee zunächst im Sinne des operativen Ziels bis zum Tagliamento zurückgedrängt.48 Diese Schlacht, bei der ca. 300.000 italienische Soldaten in Kriegsgefangenschaft gerieten, gehörte zu den größten Erfolgen der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg. In der österreichischen Kriegspropaganda war zuvor der Isonzo immer als von Österreich gehaltene Frontgrenze dargestellt worden. So wurde Die Wacht am Rhein zur Wacht am Isonzo umgewidmet und auch als Motto für illustrierte Feldpostkarten gebraucht (Abb. 21 und 22). Nach dem Sieg in der 12. Schlacht wurden die Überquerung des Flusses und der Vormarsch der Mittelmächte zu einem heroischen Akt überhöht, mit dem die deutschsprachige Kriegspropaganda vor allem den ⟶Durchhalte- und Siegeswillen an der Heimatfront zu stärken suchte.

2.2.8. Mao Zedong schwimmt durch den Yangzi (1966)

Welche heroische Bedeutung Flussüberquerungen auch in der Moderne zukommen kann, zeigt Mao Zedong, der im Juli 1966 im Alter von 73 Jahren den Yangzi, den größten Fluss Chinas, durchschwamm. In der westlichen Welt als bizarr abgetan, wurde die Aktion in China nicht nur in der kommunistischen ⟶Propaganda als Demonstration der unverminderten Macht Maos gefeiert. Mao, der 15 Kilometer in etwas mehr als einer Stunde zurückgelegt haben soll, beteiligte sich als geübter Schwimmer an einem Massenschwimmen. Mit dieser Aktion meldete er sich in den Machtkämpfen der Kommunistischen Partei Chinas zurück und leitete die folgenreiche Kulturrevolution ein, indem er den revolutionären Rotgardisten politisch freie Hand ließ. Die Propaganda erinnerte an das Ereignis als heroische Tat Maos, indem sie es mit traditionellen chinesischen Redensarten verknüpfte und das Volk zur Nachahmung verpflichtete. Ein Plakat, das zum einjährigen Jubiläum der Yangzi-Überquerung verbreitet wurde, zeigt Mao vor oder nach dem Durchschwimmen im leichten Mantel (Abb. 23). Die Darstellung betont sowohl den Moment des Entschlusses als auch des Sieges: Mao dominiert als Dreiviertelporträt im Profil den Vordergrund. Mit erhobener Hand als Sieger grüßend, steht er, den Blick in die Ferne gerichtet, zwischen den Griffen einer Einstiegsleiter, während die schwimmenden Massen im Wasser eine Formation bilden und rote Fahnen schwenken, wie auch die rotbewimpelten Boote am rechten Bildrand Einigkeit demonstrieren. Den Hintergrund bildet die seinerzeit noch im Bau befindliche gigantische Yangzi-Brücke bei Nanjing, die 1968 eingeweiht wurde und die technische Leistungsfähigkeit des modernen China demonstrierte. Der Aufruf zur Nachfolge Maos wurde insofern befolgt, als am ersten Jahrestag allein in der Provinz Beijing über 50.000 Menschen in Seen schwammen, um dem Großen Vorsitzenden ihre Gefolgschaft zu erweisen.49

Plakat zum einjährigen Jubiläum der Yangzi-Überquerung Maos
Plakat zum einjährigen Jubiläum der Yangzi-Überquerung Maos

1967, Privatsammlung Landsberger.
Plakattexte: ‚Erinnert Euch an den ersten Jahrestag, nachdem der Vorsitzende Mao den Yangzi durchschwommen hatte‘ (klein). – ‚Folgt dem Vorsitzenden Mao, indem Ihr Wind und Wellen durchschreitet‘ (groß).
Quelle: chineseposters.net
Lizenz: Nutzung erlaubt

3. Forschungsperspektiven

Obwohl Flussüberquerungen oftmals von großer historischer Bedeutung sind, ist das Thema abgesehen von militärgeschichtlichen Einzelstudien in den Geisteswissenschaften nicht systematisch erschlossen worden. Der vorliegende Artikel mag einen ersten Eindruck von der Fülle und Vielfalt des Quellenmaterials vermitteln, das man unter verschiedentlichen Gesichtspunkten ertragreich bearbeiten könnte. Da sich in Flussüberquerungsszenen oftmals ein historisches Geschehen in einem prägnanten Moment zu konkretisieren scheint, dürfte es sich lohnen, die Überlieferung und ihre Rezeptionen mit Blick auf die narrative Verfasstheit und gedächtnisgeschichtliche Funktion zu untersuchen und dabei auch die bildkünstlerische Auseinandersetzung zu beachten.

Da diese Diskurse untrennbar von Fragen der Heroisierung sind, lädt dieses Feld zu vertiefenden Untersuchungen ein. Wünschenswert wären neben synthetisierenden Überblicken Detailstudien, etwa zu der Frage, wie die tradierten Transgressionsannoncen gattungsgeschichtlich zu definieren und mit anderen Militärheroismen in Beziehung zu setzen wären. Ebenso ließen sich die Konjunkturen verschiedener Formen fluviotransgressiver Heroik diachron erforschen. So stammen die Beispiele des vorliegenden Artikels vornehmlich aus Kriegen des 17. und 19. Jahrhunderts, die von der Dynamik des technischen Fortschritts geprägt waren. Es wäre aufschlussreich, vor diesem Hintergrund andere Epochen zu betrachten und etwa nach der Heroisierbarkeit von Flussüberquerungen im technischen Zeitalter zu fragen. Die Geschehnisse der Gegenwart bieten, nicht zuletzt unter den Bedingungen globaler Fluchtbewegungen und translokaler Verflechtungen, zahlreiches und vielfältiges Material für Studien, die räumliches boundary work im ‚postheroischen‘ Zeitalter betrachten.

4. Einzelnachweise
  • 1 .

    „After this Dareios being pleased with the floating bridge rewarded the chief constructor of it, Mandrocles the Samian, with gifts tenfold; and as an offering from these Mandrocles had a painting made of figures to present the whole scene of the bridge over the Bosphorus and king Dareios sitting in a prominent seat and his army crossing over; this he caused to be painted and dedicated it as an offering in the temple of Hera, with the following inscription:

    ‚Bosporus having bridged over, the straits fishabounding, to Hera | Mandrocles dedicates this, of his work to record; | A crown on himself he set, and he brought to the Samians glory, | And for Dareios performed everything after his mind.‘

    This memorial was made of him who constructed the bridge: and Dareios, after he had rewarded Mandrocles with gifts, passed over into Europe […].“

    88. [1] Δαρεῖος δὲ μετὰ ταῦτα ἡσθεὶς τῆ σχεδίῃ τὸν ἀρχιτέκτονα αὐτῆς Μανδροκλέα τὸν Σάμιον ἐδωρήσατο πᾶσι δέκα· ἀπ᾽ ὧν δὴ Μανδροκλέης ἀπαρχὴν ζῷα γραψάμενος πᾶσαν τὴν ζεῦξιν τοῦ Βοσπόρου καὶ βασιλέα τε Δαρεῖον ἐν προεδρίῃ κατήμενον καὶ τὸν στρατὸν αὐτοῦ διαβαίνοντα ταῦτα γραψάμενος ἀνέθηκε ἔς τὸ Ἥραιον, ἐπιγράψας τάδε·

    [2] Βόσπορον ἰχθυόεντα γεφυρώσας ἀνέθηκε
    Μανδροκλέης Ἥρῃ μνημόσυνον σχεδίης,
    αὑτῷ μὲν στέφανον περιθείς, Σαμίοισι δὲ κῦδος,
    Δαρείου βασιλέος ἐκτελέσας κατὰ νοῦν.

    τατα μέν νυν τοῦ ζεύξαντος τὴν γέφυραν μνημόσυνα ἐγένετο. Δαρεῖος δὲ δωρησάμενος Μανδροκλέα διέbαινε ἐς τὴν Εὐρώπην […]

    (Übersetzung: G. C. Macaulay)

  • 2 .
    [S]i iam adest vitae meae finis, in quo tandem opere melius extinguar?, Curt. 7,30.
  • 3 .
    Laurent, Paul M.: Geschichte des Kaisers Napoleon. 2. Auflage. Leipzig 1847: Lorch, 360-361.
  • 4 .
    Zit. nach Burckhardt, Wilhelm: Gebhard Lebrecht von Blücher, preussischer Feldmarschall und Fürst von Wahlstatt; nach Leben, Reden und Thaten geschildert. 2. Auflage. Schwäbisch Hall / Leipzig 1842: Scheible, 52-53.
  • 5 .
    Vgl. Rollinger, Robert: Alexander und die großen Ströme. Die Flussüberquerungen im Lichte altorientalischer Pioniertechniken (Schwimmschläuche, Keleks und Pontonbrücken). Wiesbaden 2013: Harrasowitz.
  • 6 .
    von Horsetzky, Adolf: Kriegsgeschichtliche Übersicht der wichtigsten Feldzüge seit 1792. Wien 1913: Seidel, 197.
  • 7 .
    Vgl. von Básthy, Joseph: Poniatowski Joseph. In: von Básthy, Joseph (Hg.): Denkmahl Heldenmüthiger Auszeichnungen deutscher und ungarischer Helden der neuesten Zeit. Pesth 1845, 207-212.
  • 8 .
    Conlin, Johann Rudolph: Carolus VI. Dei Gratia Gloriosus In Orbe Imperator. Oder Glorreichiste Regierung, und unvergleichliche Thatten Caroli VI. Grösten Besigers der nidergehenden und aufgehenden Sonn: Worbey zugleich Alles Was von Anfang dises lauffenden Saeculi bis auf gegenwärtiges 1721. Jahr, Merckwürdiges in Europa geschehen […] beygebracht wird. […] Ferners […] Die unvergleichliche Helden-Thatten Maximiliani Emanuelis, Chur-Fürstens in Bayrn, […] Eugenii Francisci, Hertzogen von Savoyen, […] und Joannis, Hertzogen von Marlebourg, […]. Augsburg 1721: Johann Michael Labhart, 483.
  • 9 .
    von Weyhern, Hann: Major Bolstern v. Boltenstern: Ein kurzes aber ehrenvolles Soldatenleben, militärisches Zeitbild aus den Jahren 1798 bis 1814 nach Briefen, Tagebüchern und Akten. Berlin 1900: Ernst Siegfried Mittler, Vorwort (unpag.).
  • 10 .
    von Weyhern: Major Bolstern v. Boltenstern, 1900, 117 (Blücher an Boltenstern, Düben, 6.10.1813).
  • 11 .
    von Weyhern: Major Bolstern v. Boltenstern, 1900, 120 (Blücher an Boltenstern, Düben, 6.10.1813).
  • 12 .
    von Weyhern: Major Bolstern v. Boltenstern, 1900, 120-121 (Blücher an Boltenstern, Düben, 6.10.1813).
  • 13 .
    Livius hebt an dieser Stelle eigens die Fähigkeit Hannibals vor, diesen entscheidenden Moment zu erkennen und den richtigen Befehl zu geben: „Um den günstigen Zeitpunkt nicht verstreichen zu lassen [ne tempori deesset], gab Hannibal das Zeichen zum Übersetzen“ (21, 27).
  • 14 .
    Da es keine überlieferten zeitgenössischen Quellen gibt – auch Caesar selbst erwähnt in seinen Commentarii de bello civili die Überschreitung des Rubikon nicht –, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich das Geschehen nur in Form retrospektiver Konstruktionen präsentiert. Einen vergleichenden Überblick der Quellen liefert Rondholz, Anke: „Crossing the Rubicon. A Historiographical Study“. In: Mnemosyne 62 (2009), 432-450.
  • 15 .
    Die Überlieferung Appians (BC 2,5,35-36) basiert möglicherweise auf Plutarchs Darstellung, weicht jedenfalls nur geringfügig von ihr ab (vgl. Rondholz, „Crossing the Rubicon“, 2009, 437-438.).
  • 16 .
    Jehne, Martin: Caesar. München 1997: C. H. Beck, 90.
  • 17 .
    Zur literarischen Gestaltung bei Lucan vgl. Görler, Woldemar: Caesars Rubikon-Übergang in der Darstellung Lucans. In: Görgemanns, Herwig / Schmidt, Ernst A. (Hg.): Studien zum antiken Epos. Meisenheim 1976: Hain, 291-308; Maes, Yannick: „Starting Something Huge. Pharsalia I 183-193 and the Virgilian Intertext“. In: Walde, Christine (Hg.): Lucan im 21. Jahrhundert. Lucan in the 21st Century. Lucano nei primi del XXI secolo. München / Leipzig 2005: Saur, 1-25. – Zu Flüssen bei Lucan vgl. Walde, Christine: „Eine poetische Hydrologie. Flüsse und Gewässer in Lucans Bellum Civile“. In: Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption 17. Trier 2007: Wissenschaftlicher Verlag, 59-84.
  • 18 .
    Eine Übersicht bietet Wyke, Maria (Hg.): Julius Caesar in Western Culture. Malden, MA [et al.] 2006: Blackwell. Für die Rubikon-Rezeption vgl. insb. Hemmerle, Oliver Benjamin: „Crossing the Rubicon into Paris: Caesarian Comparisons from Napoleon to de Gaulle“. In: Wyke, Maria (Hg.): Julius Caesar in Western Culture. Malden, MA [et al.] 2006: Blackwell, 285-304.
  • 19 .
    Vgl. dazu Pehle, Hans: Der Rheinübergang des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf: Ein Ereignis im Dreißigjährigen Krieg. Riedstadt 2005: Forum.
  • 20 .
    Abelinus, Johann Philipp: „Historische Chronick Oder Warhaffste Beschreibung aller vornehmen und denckwürdigen Geschichten: so sich hin und wider in der Welt/ von Anno Christi 1629. biß auff das Jahr 1633. zugetragen. Frankfurt 1633: Merian, 451 (wieder in: Theatrum Europaeum, Das ist: Historischer Chronick/ Oder Warhaffter Beschreibung aller fürnehmen vnd denckwürdigen Geschichten/ so sich […] von Anno Christi 1629. biß auff das Jahr 1633. zugetragen. Der Ander Theil“. Frankfurt 1637: Merian, 473).
  • 21 .
    Das protestantische Kirchenlied „Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank“ stammt von Georg Niege (1592). Die dritte Strophe kann als – freilich als Fürbitte verbrämte – Transgressionsannonce gelesen werden:
    Du wollest auch behüten/ mich gnädig diesen Tag
    vors Teufels List und Wüten/ vor Sünden und vor Schmach,
    vor Feur und Wassersnot/ vor Armut und vor Schanden,
    vor Ketten und vor Banden/ vor bösem schnellem Tod
  • 22 .
    Abelinus: Historische Chronick [Theatrum Europaeum], 1637, 451.
  • 23 .
    Abelinus: Historische Chronick [Theatrum Europaeum], 1637, doppelseitige Kupferstich-Tafel nach S. 450.
  • 24 .
    Abelinus: Historische Chronick [Theatrum Europaeum], 1637, unpag. Kupferstich-Tafel vor S. 451. Vgl. dazu Franz, Eckhart G.: „Die ‚Schwedensäule‘ bei Erfelden und der Dreißigjährige Krieg in Hessen“. In: Heidenreich, Bernd / Böhme, Klaus (Hg.): Hessen. Geschichte und Politik. Stuttgart 2000, 205-216.
  • 25 .
    Bechstein, Ludwig: Deutsches Sagenbuch. Leipzig 1853: Wigand, 42. Mit einer Anekdote unterstreicht Bechstein darin die parteienübergreifende Bewunderung für die heroische Leistung Gustav Adolfs: „Nun trug sich’s zu, daß hernach, als der tapfere Schwedenheld bei Lützen gefallen war, wieder Kaiserliche diese Gegend besetzten. Da unternahm es ein kaiserlicher Offizier nicht ohne Gefahr, den hohen Obelisk zu erklettern, um das Schwert dem Löwen aus der Tatze zu nehmen, dann später dasselbe als ein Siegeszeichen dem Kaiser Ferdinand II. darzubringen, großer Belohnung, vielleicht einer güldnen Kette sich verheißend. Aber der Kaiser wurde überaus zornig über dieses Geschenk und sagte zu dem Offizier: Wie konnte Er sich unterfangen, eines so großen und tapfern Helden Denkmal zu berauben und zu verunehren? Ihm gebührt eigentlich ein Strick um den Hals, als einem Räuber.“
  • 26 .
    Vgl. Kraus, Otto / Hartung, Jörg / Hoffmann, Lothar: Die Evangelische Kirche in Stockstadt am Rhein 1607–2007. Stockstadt am Rhein 2007: Evangelische Kirchengemeinde.
  • 27 .
    Vgl. Ziegler, Hendrik: „Die Personalisierung der Geschichte. Charles Le Bruns ‚Passage du Rhin‘ in der Spiegel-Galerie von Versailles zwischen Ereignis und Mythos.“ In: Fleckner, Uwe (Hg.): Bilder machen Geschichte. Historische Ereignisse im Gedächtnis der Kunst. Berlin 2014: De Gruyter, 185-200, bes. 190-193.
  • 28 .
    Vgl. Ziegler: „Die Personalisierung der Geschichte“, 2014, 199.
  • 29 .
    Vgl. Boileau-Despréaux, Nicolas: „Epistre IV. Au Roi“. In: Ouevres complètes. Band 1. Paris 1820: Ménard et Desenne, 163-171.
  • 30 .
    Vgl. Anon.: „Battle of Trenton“. In: Howard, John Raymond: (Hg.): Poems of Heroism in American Life. New York 1922: Thomas Y. Crowell Company, 71-72. Das Lied nennt in der ersten Strophe das Schlachtfeld „Trenton“ und den „Delaware“ und preist erst in der zweiten Strophe – im Kontrast zu den namentlich pejorisierten Gegnern („The Hessian band“) – den Helden Washington: „On Christmas-day in seventy-six, | Our ragged troops with bayonets fixed, | For Trenton marched away. | The Delaware see! the boats below! | The light obscured by hail and snow! | But no signs of dismay. || Our object was the Hessian band, | That dared invade fair freedom’s land, | And quarter in that place. | Great Washington he led us on, | Whose streaming flag, in storm or sun, | Had never known disgrace“.
  • 31 .
    Lee, Henry: Funeral Oration on the death of General Washington. Delivered, at the request of Congress, by Major-General Henry Lee, member of Congress from Virginia. Boston 1800: Joseph Nancrede / Manning & Loring, 5-6.
  • 32 .
    Kelso, Hugh: „ Washington at the Delaware“. In: Kelso, Hugh (Hg.): Poems. Kinderhook 1886: Reeve, 165-167, 165.
  • 33 .
    Kelso: „Washington at Delaware“, 1886, 167.
  • 34 .
    Kelso: „Washington at Delaware“, 1886, 167: „But how unlike the tale of old | The drama on the Delaware. | There manhood braved the wintry air | The surging flood, the drifting snow, | The weary march, the dangerous foe, | That man might evermore be free“.
  • 35 .
    Kelso: „Washington at Delaware“, 1886, 167.
  • 36 .
    Vgl. dazu Groseclose, Barbara: Emanuel Leutze 1816–1868: Freedom is the only King. Washington 1975: Smithsonian Institution Press; Boosen, Monika u. a. (Hg.): Emanuel Leutze: Leben und Werk. Schwäbisch Gmünd 2016 (Ausst-Kat.) und Schreurs-Morét, Anna: Der deutsch-amerikanische Historienmaler Emanuel Leutze malt „Tizian und Ariost in der Lagune“ (1857). In: Beßlich, Barbara u. a. (Hg.): Geistesheld und Heldengeist. Studien zum Verhältnis von Intellekt und Heroismus. Baden-Baden 2020: Ergon, 185-222, bes. 185-193.
  • 37 .
    „A hard, howling, tossing water scene.
    Strong tide was washing hero clean.
    ‚How cold!‘ Weather stings as in anger.
    O Silent night shows war ace danger!

    The cold waters swashing on in rage.
    Redcoats warn slow his hint engage.
    When star general’s action wish’d ‚Go!‘
    He saw his ragged continentals row.

    Ah, he stands – sailor crew went going.
    And so this general watches rowing.
    He hastens – winter again grows cold.
    A wet crew gain Hessian stronghold.

    George can’t lose war with’s hands in;
    He’s astern – so go alight, crew, and win!“

    Shulman, David: „Washington Crossing the Delaware. Sonnet“. Zit. n. In: Eckler, Ross (Hg.): Making the Alphabet dance. Recreational wordplay. London 2001: Macmillan, 141-142.

  • 38 .
    Beecher Stowe, Harriet: Uncle Tom’s Cabin. Band 1: Boston 1852: John P. Jewett, 93-94.
  • 39 .
    Beecher Stowe: Uncle Tom’s Cabin, 1852, 82-83.
  • 40 .
    Vgl. Larson, Kate: Bound For the Promised Land: Harriet Tubman. Portrait of an American Hero. New York 2004: Ballantine; Sernett, Milton C.: Harriet Tubman: Myth, Memory and History. Durham 2007: Duke University Press; und Benz, Anna-Maria: „Freiheit oder Tod“. Harriet Tubman 1820–1913. Afroamerikanische Freiheitskämpferin. Lich 2009: Edition AV.
  • 41 .
    Bradford, Sarah Hopkins: Harriet, the Moses of Her People. New York 1886: George R. Lockwood & Son.
  • 42 .
    A Woman Called Moses. Regie Paul Wendkos. NBC, 1978. Fernsehserie (Erstausstrahlung 11. und 12. Dezember 1978).
  • 43 .
    Vgl. Bradford: Harriet, the Moses of Her People, 1886, 28; vgl. Focus Features: “HARRIET | Official Trailer | Now Playing”. Online-Filmtrailer, 23. Juli 2019. URL: https://youtu.be/GqoEs4cG6Uw (Zugriff am 19.01.2021).
  • 44 .
    Harriet. Regie Kasi Lemmons. Focus Features LLC, 2019. Film, 00:23:55-00:25:58.
  • 45 .
    Vgl. Harriet. Regie Kasi Lemmons. Focus Features LLC, 2019. Film, 01:08:20-01:11:14.
  • 46 .
    Vgl. Harriet. Regie Kasi Lemmons. Focus Features LLC, 2019. Film, 01:54:30-01:57:07.
  • 47 .
    In diesem Sinne bezog sich das „Combahee River Collective“ auf Tubman und leistete als Gruppe schwarzer lesbischer Feministinnen und Sozialistinnen in den 1970er-Jahren einen Beitrag zur feministischen Bewegung und zum Konzept der Intersektionalität.
  • 48 .
    Vgl. dazu Rauchensteiner, Manfried (Hg.): Waffentreue. Die 12. Isonzoschlacht 1917. Begleitband zur Ausstellung des Österreichischen Staatsarchivs. Wien 2007: Fassbaender.
  • 49 .
    Für eine Zusammenstellung chinesischer Propagandaposter mit diesem Motiv vgl. https://chineseposters.net/themes/mao-swims (Zugriff am 19.01.2021).
5. Ausgewählte Literatur
  • Ackroyd, Peter: Die Themse. Biografie eines Flusses. München 2009: Knaus.
  • Hausmann, Guido: Mütterchen Wolga. Ein Fluss als Erinnerungsort vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Frankfurt a. M. 2009: Campus Verlag.
  • Magris, Claudio: Donau. Biografie eines Flusses. Aus dem Italienischen von Heinz-Georg Held. Wien 1988: Zsolnay.
  • Mauch, Christof / Zeller, Thomas (Hg.): Rivers in History. Perspectives on Waterways in Europe and North America. Pittburgh 2008: University of Pittsburgh Press.
  • Pehle, Hans: Der Rheinübergang des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf: Ein Ereignis im Dreißigjährigen Krieg. Riedstadt 2005: Forum.
  • Rollinger, Robert: Alexander und die großen Ströme: Die Flussüberquerungen im Lichte altorientalischer Pioniertechniken (Schwimmschläuche, Keleks und Pontonbrücken). Wiesbaden 2013: Harrassowitz.
6. Abbildungsnachweise

Abb. 1: Pieter Snayers: Übergang über die Somme, nach 1636, Öl auf Leinwand, 202 cm × 284 cm, Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 1823.
Quelle: ©KHM-Museumsverband
Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 4.0

Abb. 2: Louis-Stanislas Marin-Lavigne: Passage du Niemen, 1812, Druckgrafik, Paris, Musée Carnavalet, Inv.-Nr. G.34431.
Quelle: Paris Musées
Lizenz: Public Domain / Creative Commons Zero

Abb. 3: Blücher-Denkmal in Kaub am Rhein, errichtet 1894.
Quelle: User:Helmutgw / Wikimedia Commons
Lizenz: Creative Commons BY-SA 4.0

Abb. 4: Lawrence Alma-Tadema: Brückenbau an der Beresina, zwischen 1859 und 1869, Öl auf Leinwand, 42 cm x 76 cm, Amsterdam Museum, Inv.-Nr. SA 4857.
Quelle: Amsterdam Museum
Lizenz: Public Domain

Abb. 5: Wilhelm Camphausen: Blüchers Rheinübergang mit der 1. Schlesischen Armee bei Kaub im Januar 1814, 1859, Öl auf Leinwand, Mittelrhein-Museum Koblenz, Inv.-Nr. M 489.
Quelle: User:HOWI / Wikimedia Commons
Lizenz: gemeinfrei

Abb. 6: Abraham Girardet: Passage du Danube, Gravur nach einem Entwurf von Denis-Auguste-Marie Raffet.
Paris, Musée Carnavalet, Inv.-Nr. G.37787.
Quelle: Paris Musées
Lizenz: Public Domain / Creative Commons Zero

Abb. 7: January Suchodolski: Der Tod des Prinzen Józef Poniatowski, vor 1830, Öl auf Leinwand.
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz: Zitat nach § 51 UrhG

Abb. 8: Anonym: Vue du siège de la ville Ratisbonne par les troupes françaises, […] sous comendement du grand héros L’Empereur de France Napoléon […]. 23. Mai 1809, Radierung.
Quelle: gallica.bnf.fr / Bibliothèque nationale de France
Lizenz: Public Domain

Abb. 9: Ernst Friedrich Zwirner: Landsturmdenkmal auf dem Drachenfels am Rhein, 1857.
Quelle: User:Tohma / Wikimedia Commons
Lizenz: Creative Commons BY-SA 4.0

Abb. 10: Henri-Paul Motte: Traversée du Rhône par Hannibal Barca, Heliogravüre von 1894 nach einem Ölgemälde von 1878.
Quelle: User:ApostrophePolice / Wikimedia Commons
Lizenz: gemeinfrei

Abb. 11: Matthaeus Merian: Rheinübergang der Schweden bei Oppenheim, in Abelinus: Historische Chronick [Theatrum Europaeum], Frankfurt 1637, doppelseitige Kupferstich-Tafel nach S. 450.
Quelle: Universitätsbibliothek Augsburg, Signatur: 02/IV.13.2.26-2
Lizenz: Nutzung genehmigungspflichtig

Abb. 12: Matthaeus Merian: Schwedensäule, in Abelinus: Historische Chronick [Theatrum Europaeum], Frankfurt 1637, unpag. Kupferstich-Tafel vor S. 451.
Quelle: © Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Lizenz: Creative Commons BY-SA 4.0

Abb. 13: Adam Frans van der Meulen: Ludwig XIV. überquert den Rhein bei Lobith, 1690, Öl auf Leinwand, 103 cm × 159 cm, Amsterdam, Rijksmuseum, Inv.-Nr. SK-A-3753.
Quelle: Rijksmuseum
Lizenz: Public Domain

Abb. 14: Charles Le Brun: Le Passage du Granique, 1665, Ölgemälde, 470 cm x 1209 cm, Paris, Musée du Louvre, Inv.-Nr. 2894.
Quelle: Gareau, Michel: Charles Le Brun. First Painter to King Louis XIV. New York 1992: Harry N. Abrams.
Lizenz: gemeinfrei

Abb. 15: Charles Le Brun: Passage du Rhin en présence des ennemis (Detail), 1672, Deckengemälde in Versailles.
Quelle: Ziegler, H.: Der Sonnenkönig und seine Feinde. Die Bildpropaganda Ludwigs XIV. in der Kritik. Petersberg 2010, 25.
Lizenz: Zitat nach §51 UrhG

Abb. 16: Anton von Werner: Kampf und Sieg, 1871, Farbenskizze.
Quelle: Lohmeyer, Julius (Hg.): Aus Studien-Mappen Deutscher Meister. Zehn Studien-Blätter in Lichtdruck von Anton von Werner. Breslau 1890: C.T. Wiskott, X.
Lizenz: gemeinfrei

Abb. 17 & Teaserbild: Emanuel Leutze: Washington Crossing the Delaware, 1851, Öl auf Leinwand, 378,5 cm x 647,7 cm, New York, The Metropolitan Museum of Art, Inv.-Nr. 97.34.
Quelle: The Metropolitan Museum of Art
Lizenz: Public Domain

Abb. 18: George Cruikshank: Eliza Crosses the Ohio on the Floating Ice, 1852, Holzstich. Illustration der Erstausgabe von Harriet Beecher Stowes Roman Uncle Tom’s Cabin.
Quelle: The Victorian Web
Lizenz: Für akademische Zwecke frei nutzbar („This image may be used without prior permission for any scholarly or educational purpose.“)

Abb. 19: Gedenktafel für Harriet Tubman, Auburn 1914.
Quelle: Anton Schwarzmueller, HMdb.org
Lizenz: Nichtkommerzielle Nutzung erlaubt

Abb. 20: Plakat für den Propagandafilm „Bei unseren Helden an der Somme“ von Hans Rudi Erdt, 1917.
Quelle: Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Foto: Jens Ziehe
Lizenz: Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 4.0

Abb. 21: Die Wacht am Isonzo, 1915, Postkarte.
Quelle: Österreichische Nationalbibliothek
Lizenz: Nutzung erlaubt

Abb. 22: Die Wacht am Isonzo, illustrierte Postkarte mit Gedicht von Emil Ekstein nach Max Schneckenburgers Die Wacht am Rhein, nach 1915.
Quelle: Joachim Bürgschwentner, Offizielle Ansichten, Karte Nr. 441, URL: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-DF18-F
Lizenz: Zitat nach § 51 UrhG

Abb. 23: Plakat zum einjährigen Jubiläum der Yangzi-Überquerung Maos, 1967, Privatsammlung Landsberger.
Quelle: chineseposters.net
Lizenz: Nutzung erlaubt

Zitierweise

Achim Aurnhammer / Martin Beichle: „Flussüberquerung“. In: Compendium heroicum. Hg. von Ronald G. Asch, Achim Aurnhammer, Georg Feitscher und Anna Schreurs-Morét, publiziert vom Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Universität Freiburg, Freiburg 28.01.2021. DOI: 10.6094/heroicum/fued1.0.20210128

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DOI 10.6094/heroicum/fued1.0.20210128
Schlagworte (DNB/GND) Flussüberquerung, Transgression, Gewässer, Erorberung, Heldenverehrung, Heroisierung, Heroismus, Kollektives Gedächtnis, Präfiguration, Kriegführung, Militärischer Einsatz, Kriegsheld
Karlsruher Virtueller Katalog (KVK) Flussüberquerung, Transgression, Gewässer, Erorberung, Heldenverehrung, Heroisierung, Heroismus, Kollektives Gedächtnis, Präfiguration, Kriegführung, Militärischer Einsatz, Kriegsheld
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