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Präfiguration

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1. Einleitung

Als heroische Präfiguration bezeichnen wir den Prozess der Referenzsetzung zwischen einer Ausgangsfigur (Präfigurant) und einer Zielfigur (Präfigurat) zu dem Zweck, der Zielfigur einen heroischen Status zu verleihen oder diesen Status abzusichern.1 Der Begriff geht zurück auf Hans Blumenberg, der unter Präfiguration eine mythische Denkform verstand, die als „singuläres Instrument der Rechtfertigung in schwach begründeten Handlungssituationen“ zum Tragen kommt.2 Als rhetorisches Mittel werden Präfigurationen eingesetzt, um Akzeptanz für eine Handlung herzustellen: „Die Präfiguration verleiht einer Entscheidung, die von äußerster Kontingenz, also Unbegründbarkeit sein mag, Legitimität.“3 Mit Blumenberg verstehen wir Präfigurationen als ein Instrument legitimierender Rhetorik, das insbesondere dazu genutzt wird, ⟶Heroisierungen zu plausibilisieren und abzusichern. Denn die Bezugnahme auf eine Vorbildfigur ermöglicht es Akteuren, ihre transgressiven, umstrittenen und ggf. gewaltvollen Taten als heroisch zu rechtfertigen, und erlaubt es Gemeinschaften, ihren Heldenfiguren Akzeptanz zu verleihen und sie im kollektiven Gedächtnis zu verankern.

Während Hans Blumenberg sich für Präfigurationen als Mittel der heroischen Selbstlegitimierung, -mythisierung und -inszenierung individueller historischer Akteure interessiert, ist das Konzept ebenso instruktiv für die Untersuchung sozialer Heroisierungsprozesse im Sinne des SFB 948. Tatsächlich wird in den gemeinschaftlichen Zuschreibungs- und ⟶Konstitutionsprozessen, die Helden hervorbringen, häufig auf präfigurative Inszenierungen zurückgegriffen. Denn der Versuch, einen neuen Helden zu behaupten und zu etablieren, ist aussichtsreicher, wenn dabei ein Bezug zu einem verheißungsvollen heroischen Vorbild hergestellt werden kann, als dessen Nachfolger und Steigerung die heroische Figur dargestellt wird. Präfigurationen entfalten ihre Wirkung also nicht nur in Situationen individueller Entscheidungsunsicherheit, sondern auch in Situationen kollektiver Bewertungsunsicherheit – etwa in jenen sozialen Kippmomenten, in denen noch offen ist, ob eine Gemeinschaft das außerordentliche und transgressive Handeln eines Akteurs dämonisiert oder heroisiert. Lässt sich für die umstrittene Figur ein geeignetes heroisches Vorbild finden oder konstruieren, kann dies die Bewertungsunsicherheit in Richtung einer Heroisierung auflösen.

Präfigurationen ähneln einer anderen rhetorischen Legitimationstechnik, der imitatio heroica, die ebenfalls eine Relation zwischen einer heroischen Ausgangsfigur und einer Zielfigur herstellt.4 Während es jedoch bei der imitatio heroica um eine nachahmende Angleichung an eine heroische Vorbildfigur geht, um die Zielfigur ebenfalls in die Nähe des Heroischen zu rücken, gehen heroische Präfigurationen über die Imitation eines gegebenen Vorbilds hinaus. Das Vorbild existiert hier gerade nicht als eine feste, vorgegebene Größe, sondern wird im Prozess der Präfiguration verändert oder als Bezugsfigur erst erschaffen. Dieser Konstruktion des Präfiguranten, bei der eine Ausgangsfigur zum Vorbild ‚gemacht‘ wird, misst bereits Blumenberg große Aufmerksamkeit bei, und sie kommt in Heroisierungsprozessen in besonderer Weise zum Tragen. Zwar wird auch in heroischen Präfigurationen häufig ein Bezug zu bekannten und etablierten Heldenfiguren der Geschichte hergestellt. Doch um als Präfigurant fungieren zu können, d. h. als Vorbild im Hinblick auf die Heroisierung der Zielfigur funktionalisierbar zu sein, muss der Ausgangsfigur eine neue Bedeutung zugeschrieben werden, die sie anschlussfähig für gegenwärtige Bedürfnisse macht. Ein zentrales Element solcher präfigurativen Konstruktionen ist es, das Präfigurat gerade nicht als bloße Imitation, sondern als Überbietung des Präfiguranten oder als Erfüllung einer im Präfiguranten angelegten Verheißung erscheinen zu lassen. Dieses Überbietungsverhältnis zwischen Ausgangsfigur und Zielfigur geht zurück bis auf die Ursprünge präfigurativer Interpretationsmuster in der christlichen Typologie, in der ein neutestamentlicher antítypos als Erfüllung und Steigerung eines alttestamentlichen týpos gedeutet wurde.

Die starke Affinität zwischen Heroisierungsprozessen und präfigurativen Konstellationen deutet darauf hin, dass sich Heldenfiguren nicht in der ihnen oft zugeschriebenen Rolle als disruptive, traditionsbrechende Akteure erschöpfen. Häufig ist es gerade die erfolgreiche Einreihung von Helden in historische Bezüge und Traditionen, die einer Heroisierung Legitimität verleiht und über ihren Erfolg entscheidet. Präfigurationen leisten eine solche Integration, sie stiften Kontinuität und verankern Helden in den ⟶Erinnerungskulturen ihrer Gemeinschaften. Präfigurationen bieten daher ein instruktives Modell für die Untersuchung der ⟶Zeitstrukturen des Heroischen.

2. Begriffsgeschichte und -verwendungen

Der Präfigurationsbegriff geht zurück auf die christliche Typologie, bei der ein Vorbild aus der Vergangenheit bzw. aus dem Alten Testament (bezeichnet als grch. týpos, lat. figura, später auch praefiguratio) in Beziehung zu einem Gegenbild aus der Gegenwart bzw. im Neuen Testament (grch. antítypos, lat. meist veritas) gesetzt wird.5 Im typologischen Interpretationsschema wird ein antítypos nicht als bloße Wiederholung eines týpos gedeutet, sondern als eine Steigerung und Erfüllung des im týpos angelegten, verheißungsvollen Vorbilds.6

Die Typologie diente in erster Linie der Bibelexegese, wurde aber auch genutzt, um Bezüge zwischen christlichen und außerbiblischen Figuren und herzustellen – etwa zwischen Jesus Christus und antiken Helden wie Herakles.7 Die erneute Ausweitung der Typologie im 20. Jahrhundert zu einer säkularisierten „Denkform der Geschichtsbetrachtung“8 ganz ohne heilsgeschichtliche Fundierung war umstritten9, öffnete das Konzept aber – nun vor allem unter dem Begriff „Präfiguration“ – für produktive Anschlüsse zahlreicher geisteswissenschaftlicher Disziplinen.

So erfuhr der Begriff der Präfiguration in jüngerer Zeit zahlreiche theoretische Aneignungen und Modifikationen, etwa bei Northrop Frye und Hayden White (als prefiguration-fulfillment model historiographischer Narrative10), Paul Ricœur (‚Präfiguration‘ als Bezug zwischen fiktionalen Texten und außertextueller Wirklichkeit11) oder Carl Boggs (prefigurative politics12). Für die Beschreibung von Heroisierungsprozessen ist insbesondere Hans Blumenbergs Essay Präfiguration. Arbeit am politischen Mythos (2014 aus dem Nachlass veröffentlicht, ursprünglich verfasst als Teil von Arbeit am Mythos, 1979) informativ.13

3. Präfiguration bei Hans Blumenberg

Hans Blumenberg hat 1979 in Arbeit am Mythos ausgeführt, dass er die „Selbstbeziehung“ einer historischen Person auf eine als ‚Held‘ bezeichnete Figur für einen wichtigen Bestandteil bis in die Moderne lebendiger mythischer Denkformen hält. Als Beispiel dient Blumenberg der Napoleonbezug Goethes. In ihm ist „Goethe selbst immer der Bezugspunkt, offen oder verdeckt, wenn er von Napoleon spricht“.14 Napoleon wird zudem mit der antiken Figur des Prometheus, die dichterisch zugleich auch ein Geschöpf Goethes ist, überblendet. Ein weiterführender Entwurf Blumenbergs wurde 2014 unter dem Titel Präfiguration. Arbeit am politischen Mythos postum veröffentlicht. Darin rückt Blumenberg vor allem die politische Instrumentalisierung des Mythos im Nationalsozialismus und durch Hitler in den Mittelpunkt.15

Indem Blumenberg den Begriff der Präfiguration fruchtbar macht, um den Prozess der Bezugnahme auf heroische Vorbilder zu beschreiben, führt er zugleich eine neue Terminologie ein: Die heroische Vorbildfigur bezeichnet er als Präfigurant und das Nachbild als Präfigurat. Präfigurationen können für Blumenberg sowohl kontingenzmindernde als auch legitimierende Funktionen erfüllen, weil „mit dem Akt der Wiederholung eines Präfigurats [sic] die Erwartung der Herstellung des identischen Effekts verbunden“ wird.16 Präfigurationen entfalten ihre Wirkung insbesondere in Situationen der Entscheidungsunsicherheit: „Die Präfiguration verleiht einer Entscheidung, die von äußerster Kontingenz, also Unbegründbarkeit sein mag, Legitimität“, denn „was schon einmal getan worden ist, bedarf […] nicht erneuter Überlegung“.17 Der Bezug auf einen Präfiguranten bietet daher ein „singuläres Instrument der Rechtfertigung in schwach begründeten Handlungssituationen“18, das Personen und Handlungen „in die Zone der Fraglosigkeit“19 rückt und von Akteuren zur „Selbstlegitimierung“20 genutzt wird. Ist eine präfigurative Relation erst einmal etabliert, ist sie nur schwer wieder aufzulösen, denn sie verpflichtet eine Handlung auf die „Unmöglichkeit des Abbruchs“ und gibt ihrem „Ergebnis Endgültigkeit“.21

Der Prozess der Präfiguration ist durch einige wichtige Merkmale charakterisiert, die im Hinblick auf die Untersuchung heroischer Phänomene aufschlussreich sind. Zu nennen ist an erster Stelle, dass Blumenberg den vorbildlichen Präfiguranten nicht als eine feste und unveränderliche Größe versteht, sondern als das Produkt gegenwärtiger Konstruktionsprozesse. Erst in seiner angeblichen Imitation erfährt er Gestaltung und Bedeutungszuschreibung: Die „Vorgabe [ist] zur Präfiguration nicht geboren“, sondern wird „gemacht […]. [D]as Wiederholte [wird] erst durch Wiederholung […] zum mythischen Programm.“22

Zweitens kann der Präfigurant nicht beliebig gewählt werden, denn es lässt sich „nicht jedes Datum, jedes Ereignis, jede Handlung durch Wiederholung […] zur Präfiguration zu erheben“. Voraussetzung ist vielmehr die „Bedeutsamkeit“ und das Angebot eines besonders „prägnanten“, semantisch verdichteten Präfiguranten.23 Durch die Prägnanz des Präfiguranten, die ihn zur relevanten Bezugsfigur macht, unterscheiden sich Präfigurationen nach Blumenberg von anderen Formen der Wiederholung. Aufgrund seiner Prägnanz geht vom Präfiguranten aber auch eine „Verbindlichkeit zur Wiederholung“24 aus, denn es ist „schwierig, die Bezugsfigur in sachlich nicht abgestützten Entscheidungssituationen ungenutzt liegenzulassen, schon deshalb nicht, weil sie potentiell immer auch anderen zur Verfügung steht“.25

4. Heroische Präfigurationen
4.1. Präfigurant und Präfigurat

Im Anschlass an Blumenberg bezeichnen wir eine vorbildliche heroische Ausgangfigur als Präfigurant, die Zielfigur als Präfigurat.26 Tatsächlich jedoch sind präfigurativ-heroische Figurenbeziehungen komplexer, als es die vereinfachende Rede von Ausgangs- und Zielfigur suggeriert.

Erstens kann eine heroische Figur je nach Kontext als Präfigurant oder als Präfigurat fungieren – oder beides gleichzeitig sein. Der Status des Präfiguranten oder des Präfigurats ist keine intrinsische Eigenschaft einer Figur, sondern eine analytische Kategorie, die beschreibt, wie heroische Figuren in einer spezifischen historischen Konstellation miteinander relationiert und wechselseitig funktionalisiert werden. Nicht selten wird ein Held durch eine ältere Figur präfiguriert und bildet zugleich selbst eine präfigurierende Ausgangsfigur für andere Helden. So wurde bspw. George Washington von seinen Zeitgenossen als heroisches Präfigurat des römischen Staatsmannes und Feldherrn Cincinnatus verehrt, weil er am Ende des Unabhängigkeitskrieges aus freien Stücken seine machtvolle Rolle als Kommandeur der US-Armee aufgegeben hatte (vgl. Abb. 1). Dadurch avancierte Washington jedoch selbst rasch zum heroischen Präfiguranten für seine Nachfolger im Präsidentenamt.27 Auch kann es zu einer „Reihenbildung“ kommen, bei der eine heroische Figur in Relation zu einer Abfolge von Präfiguranten gesetzt wird. So wurde etwa von italienischen Faschisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts „eine Linie von Caesar über Napoleon zu Mussolini gezogen […], der seine Vorläufer dann als ‚emulo-superatore‘ noch übertreffen sollte“.28

„Washington, the Cincinnatus of America“
„Washington, the Cincinnatus of America“

1860/61, Medaille nach einem Entwurf von George Hampden Lovett.
Quelle: Michigan State University, „Union to Disunion“
Lizenz: Gemeinfrei

Zweitens existiert der heroische Präfigurant nicht als feste und unveränderliche Größe, sondern wird erst im Prozess der Präfiguration gestaltet und mit einer Bedeutung versehen, die es ermöglicht, das Präfigurat als Erfüllung der im Präfiguranten angelegten Verheißung zu behaupten. Das bedeutet, dass nicht nur die Zielfigur, sondern auch die Ausgangsfigur im Prozess der Präfiguration transformiert wird. Diese wechselseitige Dynamik, bei der beide Konstituenten der Relation erst geschaffen und aufeinander bezogen werden, unterscheidet präfigurative Prozesse von unidirektionalen Phänomenen der Rezeption, der Nachwirkung oder der Imitation. Zudem betrifft das Verschleiern von Kontingenz, das durch die rhetorische Technik der Präfiguration geleistet wird, nicht nur die heroisierte Zielfigur, sondern wirkt ebenso auf die Ausgangsfigur zurück: Auch sie muss im Zuge der präfigurativen Konstruktion rhetorisch von Kontingenz und Ambivalenz befreit werden, um als nicht mehr zu hinterfragendes Vorbild für die Absicherung der Heroisierung in Dienst genommen werden zu können.

Drittens ist die Bedeutung oder ‚Prägnanz‘ eines Präfiguranten nicht gegeben, sondern wird ihm durch die Heroisierenden verliehen. Diese Bedeutungszuschreibung, durch die der Präfigurant überhaupt erst konstituiert und als Vorbild behauptet wird, zielt primär auf den historischen Kontext der Heroisierenden und des Präfigurats, nicht des Präfiguranten selbst. Blumenberg lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass prinzipiell jede Figur zu einem heroischen Vorbild erhoben werden kann, solange sie im Hinblick auf das behauptete Präfigurat funktionalisierbar ist. Ein solches ‚präfiguratives Potential‘ bergen nicht allein historische Einzelfiguren, sondern auch bestimmte Typen von Handlungen wie Schlachten, Selbstopfer, Entdeckungsreisen oder z. B. ⟶Flussüberquerungen. Der Bezug auf ein prägnantes Vorbild kann daher drei Aspekte umfassen: Die vorbildliche Einzelperson (z. B. Gaius Iulius Caesar), den allgemeinen Handlungstypus (z. B. Flussüberquerungen) sowie das konkrete Ereignis bzw. die Handlung (die Überschreitung des Rubikon).29 Es scheint, dass gerade die Kombination dieser Ebenen besonders prägnante Ausgangsfiguren hervorbringt, dass sich also eine heroische Figur, die im kollektiven Gedächtnis mit einer bestimmten Handlung verknüpft ist, präfigurativ besser nutzen lässt als die Figur oder das Ereignis allein.

Schließlich erlangt das schon für die biblische Typologie konstitutive Steigerungsverhältnis vom týpos zum antítypos in der Beziehung zwischen Präfiguranten und Präfiguraten besondere Relevanz. Denn der heroische Status einer Figur kann noch gestärkt werden, indem sie als Überbietung ihres Präfiguranten dargestellt wird. Präfigurate lassen sich daher als ‚Folienfiguren‘ auffassen, die kontrastiv oder komparativ die heroische Größe einer Figur konturieren.30 Der Vergleich von Präfigurant und Präfigurat kann implizit evoziert oder in einem expliziten Überbietungsnarrativ ausgestaltet werden.31 Im äußersten Fall kann der Präfiguration sogar eine destruktive Absicht zugrunde liegen, wenn ein früherer Held im Glanz des neuen Helden völlig verblassen soll. In diesem Fall geht die Heroisierung des Präfigurats mit der ⟶Deheroisierung des Präfiguranten einher.

4.2. Legitimierung und Kontingenzreduktion

Insbesondere die von Blumenberg fokussierten politisch-sozialen Funktionen der Kontingenzreduktion und Handlungslegitimation lassen sich für die Analyse von Heroisierungsprozessen fruchtbar machen: Indem die Präfiguration als rhetorische Technik in Krisen Sicherheit zu schaffen vermag, indem sie Letztbegründungen zu liefern vorgibt, Argumenten und Kritik die Geltung verweigert, ähnelt sie sozialen Symbolisierungen, zu denen auch Heroisierungen zu rechnen sind.32 Blumenbergs auf Selbstmythisierungen und -legitimierungen gerichteter Präfigurationsbegriff kann daher auf die gesellschaftlichen Zuschreibungs- und Konstitutionsprozesse übertragen werden, die wir als ‚Heroisierung‘ bezeichnen. Präfigurationen entfalten ihre Wirkung dann auf zwei verschiedenen Feldern der Kontingenz, die für die Konstitution heroischer Figuren bedeutsam sind: Sie verleihen sowohl den individuellen Entscheidungen von Akteuren als auch den kollektiven Bewertungen transgressiver Handlungen den Anschein von Sicherheit und Legitimität, indem sie heroische Präzedenzfälle konstruieren.

Die kontingenzmindernde Funktion ist für das Heroische von Bedeutung, weil das transgressive, normbrechende und/oder gewaltvolle Handeln eines Akteurs häufig einen polarisierenden Effekt hat: Es ruft Unsicherheit in einer Gemeinschaft hervor, wie die Tat zu bewerten ist, ob sie dämonisiert oder heroisiert werden soll (vgl. Grenzüberschreitung).33 Dieses Kippmoment lässt sich zugunsten einer Heroisierung auflösen, wenn für die umstrittene Figur ein geeignetes heroisches Vorbild existiert. Historische Beispiele zeigen, dass präfigurative Selbstlegitimierungen von Akteuren auch präemptiv genutzt werden, indem sie in Form einer Transgressionsannonce das eigene ‚heroische‘ Handeln ankündigen und durch den Bezug auf einen Präfiguranten ex ante legitimieren: „Die kommissive Annonce profiliert die Exzeptionalität des Sprechenden sowie der an der Transgression Beteiligten“34 – und greift so der Bewertung der Tat durch die Gemeinschaft voraus. Die präfigurative Bewältigung von Bewertungsunsicherheit greift allerdings nicht nur bei der Konstruktion von Heldenfiguren, sondern ebenso bei ihren Antagonisten, die als eine typologische Steigerung in malam partem gedeutet werden können (z. B. der Antichrist als Erfüllung des Pharaos oder Goliaths).35 Auch in diesen Fällen gewährleisten Präfigurationen Bewertungssicherheit, doch zielen sie auf die Dämonisierung statt auf die Heroisierung von Figuren.

Schon Blumenberg macht darauf aufmerksam, dass die präfigurative Legitimierung kontingenter Handlungen nahezu zwangsläufig in einen normativen Absolutismus umschlägt36: Ist die Präfiguration einmal etabliert, „darf diese nicht noch einmal hinterfragt werden, sondern fordert zum totalen Gehorsam in der mythischen Selbstbindung auf“, zudem „dürfen die eingegangenen Zielsetzungen nicht minimiert werden“.37 Die heroische Präfiguration wird so zur Verpflichtung sowohl für den Helden, der mit seiner Tat nicht hinter das Vorbild zurückfallen darf und es möglichst überbieten muss, als auch für seine Verehrer, die die präfigurative Logik der Heroisierung affirmieren, und kann so ein heroisches ⟶Kollektiv stiften.

4.3. Ambivalenz und Scheitern

Entgegen ihrer eigentlich legitimierenden und kontingenzmindernden Intention sind die tatsächlichen Effekte präfigurativer Inszenierungen oft ambivalent und unvorhersehbar. Denn durch den Rückbezug auf ein heroisches Vorbild wird das exzeptionelle und transgressive Moment einer Tat nicht nur beglaubigt und gestärkt, sondern zuweilen auch relativiert – insbesondere dann, wenn die Tat nicht als Überbietung, sondern als bloße Imitation eines Vorbilds wahrgenommen wird. Zum Scheitern heroischer Präfigurationen kommt es, wenn die Zielfigur nicht glaubwürdig als Erfüllung der im Präfiguranten angelegten Verheißung behauptet werden kann, wenn sich der Präfigurant als ungeeignet erweist oder wenn die gesamte Bezugnahme zu konstruiert wirkt. Die Präfiguration verfehlt dann ihr Ziel, die Heroisierung einer Figur zu legitimieren und als alternativlos darzustellen.

Zudem setzen präfigurative Heroisierungen ein Vorwissen beim Publikum voraus, von dem ihre Wirksamkeit abhängt. Nur wenn das adressierte Publikum die historische Bezugnahme versteht, weil es mit der Ausgangsfigur und den mit ihr verknüpften Narrativen vertraut ist, kann die Präfiguration gelingen. Für diejenigen jedoch, die nicht zum Adressatenkreis gehören, die nicht in das mythische Programm einer Präfiguration investiert sind oder nicht über das nötige Vorwissen verfügen, kann das Geschehen unfreiwillig komisch wirken. Ein komischer Effekt stellt sich ebenfalls ein, wenn das Publikum den Bezug zwischen Präfigurat und Präfigurant als völlig ungeeignet oder unangemessen wahrnimmt. Heroische Präfigurationen bergen somit immer auch das Risiko, ins Gegenteil zu kippen und zur Ridikülisierung der Zielfigur beizutragen. Sie bieten sich daher einem satirischen Einsatz an, bei dem absichtlich komische Bezüge zu ungeeigneten Präfiguranten konstruiert werden, um die Zielfigur zu verspotten und zu deheroisieren. Dieses Prinzip liegt nicht zuletzt den in sozialen Netzwerken verbreiteten Memes zugrunde, die versuchen, die typischen heroisierenden Repräsentationen bedeutender Personen satirisch zu unterlaufen, indem visuelle Analogien zu deheroisierenden ‚Präfiguranten‘ hergestellt werden. Exemplarisch veranschaulicht dies ein 2013 in chinesischen Netzwerken populäres Meme, das mithilfe visueller Analogien die Kinderbuchfiguren Winnie the Pooh und Tigger als Vorbildfiguren für die Staatspräsidenten Xi Jinping und Barack Obama zeigte (vgl. Abb. 2).

Xi Jinping und Barack Obama ‚präfiguriert‘ durch Winnie the Pooh und Tigger
Xi Jinping und Barack Obama ‚präfiguriert‘ durch Winnie the Pooh und Tigger

Satirisches Meme, das 2013 im chinesischen Kurznachrichtendient Weibo populär war.
Quelle: XQ / Twitter.com
Lizenz: Zitat nach § 51 UrhG

4.4. Zeitstrukturen des Heroischen

Mit dem Begriff der ‚Präfiguration‘ verweist Blumenberg auf die Eigenmächtigkeit eines historischen Vorrats an Bedeutungen, auf die in einer bestimmten Situation zurückgegriffen wird. Präfigurationen erklären den Aufforderungscharakter sowie das Identifikations-, Mobilisierungs- und Nachahmungspotenzial, das von im kollektiven Gedächtnis abrufbaren und als signifikant postulierten Vergangenheiten ausgeht. Sie sind Teile von Wiederholungsstrukturen, behaupten die Gegenwart als etwas angeblich schon einmal Dagewesenes. Diese Vorstellung ist anschlussfähig an das auf Reinhard Koselleck zurückgehende historiographische ⟶Modell der „Zeitschichten“, das historische Zeiten weniger als diachrone Abfolge versteht, sondern als ein Phänomen der Mehrschichtigkeit, der polyvalenten Semantiken und der Gleichzeitigkeit von historisch ungleichzeitig erscheinenden Bedeutungsebenen. Beiden Konzepten gemeinsam ist die Perspektive auf historische Prozesse als nichtlineare Prozesse, in denen vergangene und gegenwärtige Bedeutungen bzw. Figuren miteinander interagieren. Für die Beschreibung der Zeitstrukturen des Heroischen ergänzen sich beide Modelle auf produktive Weise: Während das Zeitschichtenmodell auf eine eher abstrahierende Analyseebene zielt, indem es die sich überlagernden und amalgamierenden Erzählmuster, Darstellungskonventionen, Figurentypen und -eigenschaften verschiedener Epochen in den Blick nimmt, eignet sich der Präfigurationsbegriff vor allem für die Beschreibung und Analyse konkreter Einzelfiguren in Heroisierungsprozessen. Erst in der Kombination der beiden komplementären Begriffe lassen sich die Zeitstrukturen des Heroischen erfassen.

Die starke Affinität zwischen Heroisierungsprozessen und präfigurativen Konstellationen deutet darauf hin, dass sich Heldenfiguren nicht in der ihnen oft zugeschriebenen Rolle als disruptive, traditionsbrechende Akteure erschöpfen. Häufig ist es gerade die erfolgreiche Einreihung von Helden in historische Bezüge und Traditionen, die einer Heroisierung Legitimität verleiht und über ihren Erfolg entscheidet. Präfigurationen leisten eine solche Integration, sie stiften Kontinuität und schreiben Helden ins kollektive Gedächtnis ein. Heroische Figuren zeichnen sich folglich durch eine ambivalente Gleichzeitigkeit von Kontinuität und Diskontinuität, von Stabilisierung und Disruption aus. Diese Ambivalenz wird durch den Anspruch auf Überbietung und Ablösung eines Vorbilds, der sich in Präfigurationen artikuliert, nur teilweise aufgelöst.

5. Forschungsperspektiven

Versteht man Präfiguration als einen Mechanismus, der Kontinuität konstruiert, stellt sich zugleich die Frage nach den Ursachen des Bedarfs, heroische Figuren überhaupt in historischen Bezügen und Kontinuitäten zu verankern. Zu erforschen ist auch, ob die Affinität zwischen Heroisierungen und Präfigurationen kulturellen und historischen Differenzen unterliegt. Wird etwa in modernen Gesellschaften Legitimität eher durch Zukunfts- denn durch Vergangenheitsbezüge generiert? Wirkt die symbolische Prägnanz und Verbindlichkeit heroischer Präfiguranten auch heute weiter oder verliert präfiguratives Denken insgesamt an Bedeutung?

Auch scheint es relativ feste Repertoires heroischer Präfiguranten zu geben, die sich immer wieder neu mit Bedeutung versehen und für Präfigurationen nutzen lassen. Eine von den Memory Studies informierte Untersuchung könnte erhellen, wie diese Repertoires im kollektiven Gedächtnis einer Gemeinschaft verankert und aktualisiert werden. Damit verbunden ist auch die Frage nach ihren Latenzen und normativen Wirkungen: Unter welchen Umständen können präfigurative Repertoires aktiviert oder ihre Nutzung sogar verbindlich werden? Welches Deutungswissen der jeweiligen Publika setzen sie voraus?

6. Einzelnachweise
  • 1 .
    Der Artikel basiert auf den kollektiven Überlegungen des Sonderforschungsbereichs 948 zum Thema „Präfiguration“. Die Textredaktion übernahm Georg Feitscher.
  • 2 .
    Blumenberg, Hans: Präfiguration. Arbeit am politischen Mythos. Berlin 2014: Suhrkamp, 14.
  • 3 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 10.
  • 4 .
    Vgl. von den Hoff, Ralf / Schreurs-Morét, Anna / Posselt-Kuhli, Christina / Hubert, Hans W. / Heinzer, Felix: „Imitatio heroica – Zur Reichweite eines kulturellen Phänomens“. In: von den Hoff, Ralf / Heinzer, Felix / Hubert, Hans W. / Schreurs-Morét, Anna (Hg.): Imitatio heroica. Heldenangleichung im Bildnis. Würzburg 2015: Ergon, 9-33.
  • 5 .
    Z. B. wird bei Augustinus Mose als figura Christi (De civ. 10, 6; 18, 11), die Arche Noah als praefiguratio ecclesiae bezeichnet (De civ. 15, 27). Zur historischen Semantik des figura-Begriffs vgl. Auerbach, Erich: „Figura“. In: Auerbach, Erich: Gesammelte Aufsätze zur romanischen Philologie. 2., ergänzte Auflage. Bern 1967 (zuerst 1938): Francke, 55-92.
  • 6 .
    Vgl. Bohn, Volker: „Einleitung“. In: Bohn, Volker (Hg.): Typologie. Internationale Beiträge zur Poetik. Frankfurt a. M. 1988: Suhrkamp, 7-21, 7-11.
  • 7 .
    Vgl. Bohn: „Einleitung“, 1988, 7-8.
  • 8 .
    Ohly, Friedrich: „Typologie als Denkform der Geschichtsbetrachtung“. In: Bohn, Volker (Hg.): Typologie. Internationale Beiträge zur Poetik. Frankfurt a. M. 1988: Suhrkamp, 22-63.
  • 9 .
    Gegen die von Auerbach und Ohly betriebene Ausweitung des Typologiebegriffs richtet sich v. a. Schröder, Werner: „Zum Typologie-Begriff und Typologie-Verständnis in der mediävistischen Literaturwissenschaft“. In: Scholler, Harald (Hg.): The Epic in Medieval Society. Aesthetic and Moral Values. Tübingen 1977: Niemeyer, 64-85; vgl. auch Holländer, Hans: „‚… inwendig voller Figur‘. Figurale und typologische Denkformen in der Malerei“. In: Bohn, Volker (Hg.): Typologie. Internationale Beiträge zur Poetik. Frankfurt a. M. 1988: Suhrkamp, 166-205, 201.
  • 10 .
    Vgl. Frye, Northrop: The Great Code. The Bible and Literature. New York 1982: Harcourt Brace Jovanovich, 80-81; White, Hayden: Metahistory. The Historical Imagination in Nineteenth-Century Europe. Baltimore/London 1973: Johns Hopkins University Press; White, Hayden: „Northrop Frye’s Place in Contemporary Cultural Studies“. In: White, Hayden: The Fiction of Narrative. Essays on History, Literature, and Theory 1957–2007. Hrsg. u. eingel. v. Robert Doran. Baltimore 2010: Johns Hopkins University Press, 263-272.
  • 11 .
    Vgl. Ricœur, Paul: Zeit und Erzählung. Band 1: Zeit und historische Erzählung. München 1988: Fink, 87-135.
  • 12 .
    Boggs, Carl: „Marxism, Prefigurative Communism, and the Problem of Workers’ Control“. In: Radical America 11 (1977), 99-122, 100; Boggs, Carl: „Revolutionary Process, Political Strategy, and the Dilemma of Power“. In: Theory & Society 4.3 (1977), 359-393.
  • 13 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014. Vgl. auch Striet, Magnus / Dober, Benjamin: „Mythenverarbeitung. Oder: Zur Genealogie moderner Unübersichtlichkeit auf dem Feld des Heroischen“. In: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 4.2 (2016), 17-22. DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2016/02/02.
  • 14 .
    Blumenberg, Hans: Arbeit am Mythos. Frankfurt a. M. 1979: Suhrkamp, 504-566.
  • 15 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, besonders 31-51.
  • 16 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 9. Blumenberg benutzt hier „Präfigurat“ statt „Präfigurant“. Diese terminologische Inkonsistenz mag dem Umstand geschuldet sein, dass es sich um ein von Blumenberg nicht autorisiertes Nachlassmanuskripts handelt. Sie könnte aber auch Ausdruck des weiter unten skizzierten, komplexen Wechselverhältnisses zwischen Präfiguranten und Präfiguraten sein.
  • 17 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 9 u. 10.
  • 18 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 14.
  • 19 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 15.
  • 20 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 16.
  • 21 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 17.
  • 22 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 11.
  • 23 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 14.
  • 24 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 11.
  • 25 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 14.
  • 26 .
    In der Literaturwissenschaft hat sich für die Zielfigur auch der Begriff der „Postfiguration“ etabliert, während die Ausgangsfigur als „Präfiguration“ bezeichnet wird. Diese Terminologie geht zurück auf Albrecht Schönes Interpretation von Andreas Gryphius’ Carolus Stuardus, vgl. Schöne, Albrecht: „Figurale Gestaltung: Andreas Gryphius“. In: Schöne, Albrecht: Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrerssöhne. Göttingen 1958: Vandenhoeck & Ruprecht, 29-75. Vgl. auch die Kritik an Schönes Begriff der Postfiguration z. B. bei Ohly: „Typologie als Denkform der Geschichtsbetrachtung“, 1988, 458; sowie Nagel, Barbara Natalie: Der Skandal des Literalen. Barocke Literalisierungen bei Gryphius, Kleist, Büchner. München 2012: Fink, 78-84.
  • 27 .
    Vgl. Butter, Michael: Der „Washington-Code“. Zur Heroisierung amerikanischer Präsidenten 1775–1865. Göttingen 2016: Wallstein.
  • 28 .
    Beichle, Martin: „Der Sprung über den Rubikon. Zum Phänomen heroischer Präfigurationen am Beispiel zweier Stationen der Caesar-Rezeption.“ In: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen (erscheint 2021).
  • 29 .
    Vgl. Beichle, Martin: „Der Sprung über den Rubikon“, 2021.
  • 30 .
    Zum Begriff der Folienfigur vgl. Beck, Hans: „Interne synkrisis bei Plutarch“. In: Hermes 130.4 (2002), 467-489, 468-469.
  • 31 .
    Ein Beispiel für den expliziten Einsatz von präfigurativen Folienfiguren ist das Stilmittel der ‚Synkrisis‘, d. h. des Vergleichs von Figuren aus verschiedenen Kulturkreisen, z. B. in Plutarchs Parallelbiographien, in denen jeweils ein griechischer und ein römischer Held miteinander verglichen werden; vgl. Beck: „Interne synkrisis bei Plutarch“, 2002.
  • 32 .
    Vgl. dazu Langbein, Birte: „Die instrumentelle und die symbolische Dimension der Institutionen bei Arnold Gehlen“. In: Göhler, Gerhard (Hg.): Institution – Macht – Repräsentation. Wofür politische Institutionen stehen und wie sie wirken. Baden-Baden 1997: Nomos, 143-176, hier 158, 161-163; Soeffner, Hans-Georg: Auslegung des Alltags – Der Alltag der Auslegung. Zur wissenssoziologischen Konzeption einer sozialwissenschaftlichen Hermeneutik. Konstanz 2004: UVK, 163; sowie im Rahmen des Forschungskonzepts des SFB 948: von den Hoff, Ralf et al.: „Helden – Heroisierungen – Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne. Konzeptionelle Ausgangspunkte des Sonderforschungsbereichs 948“. In: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 1.1 (2013), 7-14, hier 10. DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2013/01/03; Asch, Roland G.: „Heros, Friedensstifter oder Märtyrer? Optionen und Grenzen heroischen Herrschertums in England, ca. 1603–1660“. In: Wrede, Martin (Hg.): Die Inszenierung der heroischen Monarchie. Frühneuzeitliches Königtum zwischen ritterlichem Erbe und militärischer Herausforderung. München 2014: Oldenbourg, 196-215, hier 200-202.
  • 33 .
    Vgl. Schlechtriemen, Tobias: „Grenzüberschreitung“. In: Compendium heroicum. Das Online-Lexikon des Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Universität Freiburg, Freiburg 13.08.2019. DOI: 10.6094/heroicum/gd1.0.20190813).
  • 34 .
    Aurnhammer, Achim / Beichle, Martin: „Flussüberquerung“. In: Compendium heroicum. Das Online-Lexikon des Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Universität Freiburg, Freiburg 28.01.2021. DOI: 10.6094/heroicum/fued1.0.20210128.
  • 35 .
    Ohly: „Typologie als Denkform der Geschichtsbetrachtung“, 1988, 35.
  • 36 .
    Blumenberg: Präfiguration, 2014, 23.
  • 37 .
    Striet / Dobler: „Mythenverarbeitung“, 2016, 20.
7. Ausgewählte Literatur
  • Auerbach, Erich: „Figura“. In: Auerbach, Erich: Gesammelte Aufsätze zur romanischen Philologie. 2., ergänzte Auflage. Bern 1967 (zuerst 1938): Francke, 55-92.
  • Beck, Hans: „Interne synkrisis bei Plutarch“. In: Hermes 130.4 (2002), 467-489.
  • Beichle, Martin: „Der Sprung über den Rubikon. Zum Phänomen heroischer Präfigurationen am Beispiel zweier Stationen der Caesar-Rezeption.“ In: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen (erscheint 2021).
  • Blumenberg, Hans: Arbeit am Mythos. Frankfurt a. M. 1979: Suhrkamp.
  • Blumenberg, Hans: Präfiguration. Arbeit am politischen Mythos. Berlin 2014: Suhrkamp.
  • Bohn, Volker (Hg.): Typologie. Internationale Beiträge zur Poetik. Frankfurt a. M. 1988: Suhrkamp.
  • Butter, Michael: Der „Washington-Code“. Zur Heroisierung amerikanischer Präsidenten 1775–1865. Göttingen 2016: Wallstein.
  • Frye, Northrop: The Great Code. The Bible and Literature. New York 1982: Harcourt Brace Jovanovich, 80-81.
  • Holländer, Hans: „‚… inwendig voller Figur‘. Figurale und typologische Denkformen in der Malerei“. In: Bohn, Volker (Hg.): Typologie. Internationale Beiträge zur Poetik. Frankfurt a. M. 1988: Suhrkamp, 166-205.
  • Ohly, Friedrich: Typologie als Denkform der Geschichtsbetrachtung. In: Bohn, Volker (Hg.): Typologie. Internationale Beiträge zur Poetik. Frankfurt a. M. 1988: Suhrkamp, 22-63.
  • Schöne, Albrecht: „Figurale Gestaltung: Andreas Gryphius“. In: Schöne, Albrecht: Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrerssöhne. Göttingen 1958: Vandenhoeck & Ruprecht, 29-75.
  • Schröder, Werner: „Zum Typologie-Begriff und Typologie-Verständnis in der mediävistischen Literaturwissenschaft“. In: Scholler, Harald (Hg.): The Epic in Medieval Society. Aesthetic and Moral Values. Tübingen 1977: Niemeyer, 64-85.
  • Striet, Magnus / Dober, Benjamin: „Mythenverarbeitung. Oder: Zur Genealogie moderner Unübersichtlichkeit auf dem Feld des Heroischen“. In: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 4.2 (2016), 17-22. DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2016/02/02.
  • von den Hoff, Ralf / Schreurs-Morét, Anna / Posselt-Kuhli, Christina / Hubert, Hans W. / Heinzer, Felix: „Imitatio heroica – Zur Reichweite eines kulturellen Phänomens“. In: von den Hoff, Ralf / Heinzer, Felix / Hubert, Hans W. / Schreurs-Morét, Anna (Hg.): Imitatio heroica. Heldenangleichung im Bildnis. Würzburg 2015: Ergon, 9-33.
  • White, Hayden: „Northrop Frye’s Place in Contemporary Cultural Studies“. In: White, Hayden: The Fiction of Narrative. Essays on History, Literature, and Theory 1957–2007. Hrsg. u. eingel. v. Robert Doran. Baltimore 2010: Johns Hopkins University Press, 263-272.
  • White, Hayden: Metahistory. The Historical Imagination in Nineteenth-Century Europe. Baltimore/London 1973: Johns Hopkins University Press.
8. Abbildungsnachweise

Abb. 1 und Teaserbild: „Washington, the Cincinnatus of America“, 1860/61, Medaille nach einem Entwurf von George Hampden Lovett.
Quelle: Michigan State University, „Union to Disunion“, http://projects.leadr.msu.edu/uniontodisunion/items/show/247
Lizenz: Gemeinfrei

Abb. 2: Xi Jinping und Barack Obama ‚präfiguriert‘ durch Winnie the Pooh und Tigger. Satirisches Meme, 2013.
Quelle: Twitter.com, Benutzer XQ, https://twitter.com/MissXQ/status/344250752820191232/photo/1
Lizenz: Zitat nach § 51 UrhG

Zitierweise

Sonderforschungsbereich 948: „Präfiguration“. In: Compendium heroicum. Hg. von Ronald G. Asch, Achim Aurnhammer, Georg Feitscher und Anna Schreurs-Morét, publiziert vom Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Universität Freiburg, Freiburg 09.03.2021. DOI: 10.6094/heroicum/pfd1.0.20210309