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Zweikampf

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1. Einleitung / Definition

Als Zweikampf wird die Auseinandersetzung zwischen zwei Kontrahenten bezeichnet, im engeren Sinne der Kampf zwischen einem Menschen und einem anderen Lebewesen in der Regel direkt mit physischer Kraft oder mittelbar mit individuell handhabbaren Hilfsmitteln. Der Zweikampf (bisweilen auch als Einzelkampf bezeichnet) ist abzusetzen vom Massen- und Mannschaftskampf, die ebenso wie der Krieg als ein „erweiterter Zweikampf“ (Clausewitz) verstanden werden können. Sportliche und kriegerische, bewaffnete, gewaltsame und physische, geregelte und spontane Auseinandersetzungen sowie das (ritualisierte) Duell sind Praktiken des Zweikampfes. Als Form agonaler Konfliktaustragung kann er mit ⟶Heroisierungen verbunden sein, wenn der zunächst schwächer Erscheinende den Sieg erringt und so Außeralltägliches leistet, im Sinne einer Gemeinschaft handelt und/oder (deshalb) als Held verehrt wird. Zudem kann der Zweikampf als solcher als heroische Praxis angesehen werden. Als ⟶Heldentat ist er ein langlebiger Topos und erscheint als Praxis und Darstellungsthema in unterschiedlichen Medien seit der Zeit der frühen Hochkulturen im Vorderen Orient, im antiken Griechenland und Rom, im Mittelalter und der Neuzeit, dort vor allem in Form des ritualisierten Duells. (vdH)1

2. Antike
2.1. Forschungsgeschichte

In der Forschung zum Duell werden antike Zweikämpfe kaum gewürdigt. Eine zusammenfassende Darstellung der antiken Formen und Funktionen des Zweikampfs liegt nicht vor.2 Für die Bronzezeit haben vor allem die Kämpfe des Gilgamesch Beachtung gefunden, zuletzt zusammengefasst bei Steymans 2010.3 Für die visuelle Kultur dieser Zeit wurden die besonders häufigen ‚Tierkampfszenen‘ (Kampf zwischen Mensch/Held und Tier) untersucht.4 Für das antike Griechenland gibt es eine intensive Forschung zu Schlachtszenen und ihrer Typologie in der homerischen Epik.5 Diskutiert wird dabei das Verhältnis der typischen Einzelkampfszenen zu Vergangenheitsvorstellungen6, zur Etablierung der griechischen Hoplitenphalanx als Massenkampf in der Kriegsrealität seit dem 8./7. Jh. v. Chr.7, aber auch zur antiken Kriegführung im größeren zeitlichen Rahmen.8 Arbeiten zu Vergils Aeneis heben dessen Homer-Nachfolge, aber auch seinen besonderen Rekurs auf die römische Tradition der spolia opima, der in einem Zweikampf erbeuteten Waffen des gegnerischen Feldherrn, hervor.9 Darüber hinaus wurden Zweikämpfe als Inbegriff des indoeuropäischen Heldenepos generell charakterisiert.10 Udwin 1999 sieht in ihnen ein Kennzeichen einer über das Literarische hinausgehenden vormodernen „epischen Kultur“11, wobei aber zu wenig beachtet wird, dass die literarischen Quellen nicht unbedingt historische Realität oder auch nur Mentalität widerspiegeln müssen. Die historische Praxis von formalisierten Zweikämpfen im Heerwesen der römischen Republik (und summarisch auch in Griechenland und anderen Kulturen), wurde von Oakley 1985 skizziert (ergänzend zu den von Livius für die römische Geschichte berichteten Zweikämpfen).12

Für die bildlichen Darstellungen des 2. Jahrtausends v. Chr. im minoischen und mykenischen Griechenland hat Vonhoff 2008 herausgearbeitet, dass sich der überlegen kämpfende Sieger in Zweikampfbildern zu Fuß, teilweise aber auch im Wagen, als Stereotyp etablierte.13 Systematisch wurden Kampfszenen in Bildern in der griechischen Frühzeit im 8. Jh. v. Chr.14, sodann besonders im umfangreichen Corpus der Malerei auf attischen Tongefäßen des 6. und 5. Jhs. v. Chr. untersucht.15 Auch wenn es um umfangreichere Massenkampfszenen des griechischen Mythos und der Lebenswelt ging, ließ sich dort eine bis ins 5. Jh. v. Chr. laufende, als anachronistisch bezeichnete Kontinuität des homerisch-aristokratischen Leitbildes eines bewaffneten Zweikampfes feststellen. Man hat dies als Zeichen einer idealisierenden bzw. heroisierenden Repräsentation des Kampfes gedeutet. Sie hebe individuelle Erfahrungen, Leistungsfähigkeit des Einzelnen und ‚homerischen‘ Habitus gegenüber dem Massenkampf hervor.16

Neue Studien widmen sich Gewalt- und Überlegenheitsmotiven in Kampfdarstellungen des 6. und 5. Jhs. v. Chr.17 sowie den Bildschemata – bisweilen ebenfalls in Zweikämpfe aufgelöster – Kampfbilder im Hellenismus und der römischen Kaiserzeit auch unter ihren ideologischen Bedingtheiten.18 Umfangreich sind Forschungen zu sportlichen Zweikämpfen in der griechischen Antike19 und zu Gladiatorenkämpfen in Rom.20 (vdH/Tilg)

2.2. Phänomene und Darstellungsformen
2.2.1. Praktiken

Die Antike kennt das neuzeitliche Konzept des (Ehren-)Duells, also des Zweikampfs um die Ehre, nicht. Der Zweikampf ist entweder, wie meist in der griechisch-römischen Epik, als Episode in ein Kriegsgeschehen oder, wie z. B. im babylonisch-assyrischen Gilgamesch-Epos oder im indischen Ramayana-Epos, in die Erzählung eines aventiurehaften Heldenlebens integriert. Als historische Praxis aristokratischer Kämpfer spielte er in militärischen Auseinandersetzungen vor der Einführung von Massenkampf-Techniken, wie bspw. der Hoplitenphalanx ca. 700 v. Chr., wahrscheinlich eine gewisse Rolle.21 Während er danach in Griechenland mit wenigen Ausnahmen – jenseits der athletischen Agonistik – schnell verschwand (siehe aber unten: 2.2.3 Visuelle Kultur), hielt er sich in Rom bis ans Ende der Republik als formalisiertes und nicht kriegsentscheidendes Ritual, in dem sich ehrgeizige Kämpfer militärische Sporen erwerben konnten.22 Daneben ist wesentlich seltener – aber literarisch u. a. noch in Vergils Aeneis literarisch signifikant verarbeitet23– auch die Praxis der spolia opima bezeugt, in der ein römischer Heerführer seinem ebenso hochrangigen Kontrahenten im Zweikampf die Rüstung abnahm und so den Krieg beendete. Der erbittert geführte Bürgerkrieg und die Dämpfung von aristokratischem Individualismus durch den folgenden Prinzipat setzten der Tradition des Zweikampfs im römischen Heer im Großen und Ganzen ein Ende.24

Auch bei anderen Völkern sind militärische Zweikampfpraktiken wahrscheinlich. Diodor (Bibliothek 17,6) erzählt, wie sich Dareios bei den Persern durch einen erfolgreichen Zweikampf mit einem Vertreter des gegnerischen Heers als Kandidat für den Königsthron hervorgetan hat. Nach Tacitus (Germania 10,3) veranstalteten die Germanen zur Vorhersage des weiteren Kriegsverlaufes Zweikämpfe zwischen einem ihrer besten Kämpfer und einem Gefangenen der mit ihnen kriegsführenden Partei. Gregor von Tours (Historia Francorum 2,2) berichtete im 6. Jh. n. Chr., dass die nach Spanien eingefallenen Vandalen und Alamannen ihre Konflikte um Land im Zweikampf lösten.

Historische Zweikampfpraktiken im weiteren Sinn schließen auch das Gladiatorenwesen sowie Sportwettkämpfe ein. Römische Gladiatorenkämpfe wurden als ritualisierte Zweikämpfe inszeniert; vor allem im griechischen Osten des Imperium Romanum hat man Gladiatoren vielfach mit mythischen Heroen verglichen.25 Im Sport war der Zweikampf vor allem für das Ringen, das Boxen und das Pankration typisch. Heroisierungen von Athleten gerade dieser Disziplinen finden sich häufig.26 (vdH/Tilg)

2.2.2. Literatur

In der Literatur ist das Heldenepos das typische Genre zur Darstellung von Zweikämpfen („Nothing is more characteristic of heroic narrative than accounts of armed encounters between individuals“, so West 2007).27 Zwischen dem 3. und 1. Jhtsd. v. Chr. gehörten in den frühen Hochkulturen Ägyptens, der Levante, Anatoliens und Mesopotamiens Zweikämpfe zum narrativen Repertoire.28 Vor allem Herrschern wurden außerordentliche Zweikampfsiege auch gegen gefährliche Tiere oder Mischwesen zugeschrieben. Der junge David tötet, bevor er König von Iuda wird, den riesenhaften Heerführer Goliat mit einer Steinschleuder (1 Buch Samuel, 17). Im Gilgamesch-Epos, das seit dem 3. Jhtsd. v. Chr. tradiert wird29, besiegt der namengebende König von Uruk zusammen mit Enkidu den gigantenhaften Wächter des Zedernwaldes Humbaba zunächst im physischen Ringen (Tafel V 125-127), dann durch einen Schwertstoß (Tafel V 261-267). Den von der Göttin Ishtar gesandten Himmelsstier, der die Jugend von Uruk in Massen in den Tod schickt (Tafel VI 119-127), tötet er wie ein Schlachter durch eine Schwertstoß ins Genick (Tafel VI 139-146). Mit Axt und Schwert kämpft er Löwen nieder (Tafel IX 9-18), im waffenlosen sportlichen Agon steht er hingegen Enkidu, seinem menschlichen Helfer, gegenüber (Tafel II 100-115). Homers Epos Ilias (8./7. Jh. v. Chr.) stellt die Heroen vielfach im Massenkampf dar (vgl. ⟶Homerische Helden). Die Szenen werden aber durchweg in Zweikämpfe (griech. monomachia) aufgelöst – entgegen der damals zeitgenössischen kollektiven Kampftechnik.30 In Serien von Zweikämpfen wird so die überragende Leistung einzelner Krieger deutlich gemacht (griech. aristeia, von aristeuein, „der Beste sein, sich auszeichnen“; als ‚Aristie‘ ist der Begriff in das philologische Beschreibungsvokabular für typische Elemente des Epos eingegangen).31 Zweikämpfe scheinen so zeitgenössische Kampftechniken zu überblenden. Dies lässt die agonale, individuelle Leistungsfähigkeit der Heroen hervortreten.32 Doch erhält der Zweikampf durch seine Präsenz bei Homer auch heroenhafte Züge.33 Stets werden die Kontrahenten mit Namen benannt und individuell charakterisiert. Oft fordern sie sich auf dem Schlachtfeld explizit heraus und sprechen miteinander – im Fall von Glaukos und Diomedes (Ilias 6, 120-232) führt das ausnahmsweise dazu, dass die beiden Gegner ihre gemeinsamen Vorfahren entdecken und den Kampf abbrechen. Abgesehen von mehr oder weniger zufälligen Begegnungen auf dem Schlachtfeld können Zweikämpfe auch in Kampfpausen unter besonderen formalen Bedingungen durchgeführt werden. In Ilias 7, 54-91 fordert Hektor z. B. die Griechen pauschal dazu auf, ihren tapfersten Kämpfer zum Zweikampf mit ihm zu stellen. Der folgende, unentschieden ausgehende Zweikampf mit Ajax hat mehr Turnier- als Entscheidungscharakter. Einen echten Entscheidungs-Zweikampf planen Paris und Menelaos in Ilias 3, 67-75, als sie vereinbaren, dass der Sieger Helena erhalten und damit den Trojanischen Krieg gewinnen soll. Das Abkommen wird mit den Opfern und Schwüren von beiden Parteien anerkannt, letztlich aber durch das Eingreifen Aphrodites zunichte gemacht, die den eigentlich schon besiegten Paris aus dem Kampfgeschehen entrückt – die Götter greifen bei Homer auch in andere Zweikämpfe ein, was eine partielle Ähnlichkeit mit den als Gottesurteil veranstalteten mittelalterlichen Zweikämpfen darstellt.

Die homerische Individualisierung des Kampfgeschehens mit der damit verbundenen Fokussierung auf Zweikämpfe wird für das griechisch-römische Epos insgesamt vorbildlich, so für Vergils Aeneis, wo etwa in Buch 12 Aeneas im abschließenden Zweikampf gegen Turnus den Tod des Pallas ähnlich rächt wie Achill im Zweikampf gegen Hektor den Tod des Patroklos. Allerdings greifen bei Vergil die Götter in die Zweikämpfe nicht ein (während in der Ilias Athene in menschlicher Gestalt Hektor von der Flucht abbringt und ihn den Zweikampf – und damit sein Verderben – annehmen lässt). Im Einzelfall gibt es wie in Lukans in neronischer Zeit entstandenem Epos über den römischen Bürgerkrieg, Bellum civile, auch Gegentendenzen zur kollektiven und anonymen Darstellung von Schlachtszenen. Diese speisen sich dann aber einerseits aus historiographischen Traditionen und/oder dienen anderseits, wie besonders bei Lukan, einer bewusst anti-heroischen Haltung.34 Übertragungen zweikämpferischer Erfolge auf historische Herrscherfiguren stellen vor diesem Hintergrund episierende Heroenangleichungen dar: Aristobulos schmeichelte Alexander dem Großen indem er seinen Sieg gegen den Inder Poros als Zweikampf beschrieb (Lukian, quomodo historia conscribenda sit 12); am Granikos überlebte Alexander angeblich nur durch einen Erfolg im Zweikampf (Diodor, Bibliothek 17, 20, 3-5), und sogar ein entscheidender Zweikampf gegen den Perserkönig Darius wurde postuliert (Plutarch, Alexander 20, 4-5).

In der Mythologie sind Zweikämpfe gegen wilde Ungeheuer oder maßlose Menschen ein Standardmotiv, so z. B. in den Abenteuern des Herakles, Theseus, Bellerophon oder Perseus. Eine besondere Variante literarischer Zweikämpfe sind schließlich Redner- und Dichterduelle (allgemein Froleyks 1973). Schon in der Ilias werden solche Wort-Zweikämpfe ausgefochten, z. B. im initialen Streit zwischen Agamemnon und Achill um die Kriegsgefangene Briseis (1, 121-187; 223-244; 285-303).35 Berühmt wurden später die formalisierten Rede-Agone im Drama, v. a. bei Euripides36, die Lieder-Wettkämpfe der bukolischen Hirten bei Theokrit (Eidyllia 5, 6, 8, 9) und Vergil (Eklogen 3, 5, 7) sowie die satirischen Rededuelle bei Lukian.37 Das anonyme, in der überlieferten Fassung aus der Kaiserzeit stammende Certamen Homeri et Hesiodi (Wettstreit zwischen Homer und Hesiod) imaginiert einen Dichterwettbewerb zwischen den ältesten griechischen Dichtern und trägt so zu deren Heroisierung bei. (vdH/Tilg)

2.2.3. Visuelle Kultur

Die Bildkunst zeigte den ägyptischen Pharao vor allem als einzelnen Sieger über Feindesgruppen.38 In Mesopotamien und der Levante stellte seit dem 3. Jhtsd. v. Chr. der sieghafte, meist bewaffnete Zweikampf eines bzw. zweier Männer mit einem menschlichen oder tierischen Gegner (‚Tierkampfmotiv‘) ein Standardmotiv dar (‚contest scene‘), vor allem in der Glyptik (Rollsiegel), auch in Reliefs.39 Vielfach könnte dabei Gilgamesch gemeint sein (vor allem in ‚Dreiergruppen‘ mit zwei sieghaften Figuren: Abb. 1), doch ist das Corpus vor allem von Tierkampfszenen groß, die Benennung der Kämpfer unklar.40 Im minoischen und mykenischen Griechenland erschienen Zweikampfszenen zu Fuß, mit Wagen oder bei der Jagd in unterschiedlichen Bildmedien (Abb. 2).41 In Assyrien wurde im 1. Jhtsd. v. Chr. das bereits ältere Löwenkampfmotiv wichtiger.42 Die Vielzahl der Darstellungen zeigt die legitimierende, machtanzeigende Funktion des Zweikampfsieges auch für Herrscher der Bronze- und frühen Eisenzeit. Die Eliten Athens nutzten im 8. Jh. v. Chr. in Athen Massenkampfszenen zur Dekoration ihrer repräsentativen keramischen Grabmäler.43 Im späten 8. und 7. Jh. v. Chr. nahm die Zahl der Darstellungen von kriegerischen Zweikämpfen in unterschiedlichen Bildmedien zu. Bilder von Löwenkämpfen (Abb. 3) erhielten außeralltäglichen Charakter, denn Löwen lebten damals nicht mehr in Griechenland, und wurden in den Heraklesmythos integriert. Spätestens im 7. Jh. v. Chr. und dann im 6. und 5. Jh. v. Chr. war die Zweikampfszene Standard der Darstellung von Kämpfen und zwar sowohl für mythische Heroen wie diejenigen der homerischen Epen, Herakles (Abb. 4) und Theseus, als auch für generische oder alltäglich-zeitgenössische Kämpfe, die von mythischen Kämpfen oft nicht zu unterscheiden sind (Abb. 5).44 Obgleich die Kriegsrealität bereits von der Massenphalanx und dem kollektiven Reiterkampf dominiert wurde, sind deren Darstellungen kaum bezeugt.45 Promachos (Vorkämpfer) wurde als rühmende Bezeichnung für Krieger verwendet (Inscripitiones Graecae I3 Nr. 1240). Auch an Grabmonumenten, wie dem Relief des Dexileos (394 v. Chr.), erscheint der Verstorbene, obgleich in einer Schlacht gefallen, als Sieger im Zweikampf (Abb. 6).46 Dies alles zeigt eine anachronistische, heroisierende Sichtweise, die auf die Leistung des Einzelnen fokussiert47, auch wenn Siegergewalt und Unterlegenheitsstatus in vielfältiger Weise dargestellt werden konnten.48 Es kann zudem als Ausdruck einer eher individualisierten als kollektiven Erfahrung von Kampf verstanden werden.49 Selbst Schlacht- und Jagdszenen Alexanders des Großen oder römischer Kaiser wurden zumindest kompositorisch auch als Konfrontation von ‚vorkämpfendem‘ Herrscher und einzelnen Gegnern visualisiert, beispielsweise auf dem ‚Alexandermosaik‘ (Abb. 7)50 oder in römischen Münzen und ‚Staatsreliefs‘ (Abb. 8).51 Indem man dem Herrscher so visuell die zentrale und entscheidende Handlung im Massenkampf zuschrieb, wurde er heroisiert. Bilder sportlicher Zweikämpfe sind aus Ägypten und Mesopotamien auch auf Siegeln überliefert. Auch die griechisch-römische visuelle Überlieferung ist hier sehr reich (Abb. 9)52, jedoch sind damit nicht grundsätzlich heroisierende Züge verbunden. Der verbreitete athletische Charakter von Zweikampfbildern verlieh aber der zweikampfartigen Visualisierung kriegerischer und mythischer Ereignisse eine agonale Komponente.53 (vdH)

3. Forschungsperspektiven

Eine systematische Untersuchung von Formen, Funktionen und Traditionszusammenhängen von Zweikämpfen in den antiken Kulturen fehlt.54 Hier wäre vor allem zu fragen, ob und wie der heroisierende Charakter griechischer Darstellungen in Bild und Text sich auf Erscheinungsformen von Zweikämpfen in den frühen Hochkulturen beziehen lässt und welche Rolle Tradierungen oder Rückgriffe dabei spielten.55 Für griechische Zweikampfdarstellungen im Bild besteht inzwischen Einigkeit über ihren heroenhaften Charakter, doch ist unklar, wie sich dabei Heroisierung, Individualisierung und die Umsetzung je aktueller Kampferfahrungen zueinander verhielten.56 Wichtig wäre auch eine Vertiefung der Studien zur Rezeptionsgeschichte antiker Zweikampfdarstellungen vor allem im Hinblick auf die Entwicklung des Duells in der Neuzeit, da dafür bisweilen Gladiatorenkämpfe als Vorbilder in Anschlag gebracht wurden.57 Hier erscheint aber vielmehr eine seit den homerischen Epen bezeugte und dominante Fokussierung auf den Zwei- statt auf den Massenkampf prägend, die zum Einsatz kommt, weil es zumeist um die Heraushebung des Agonalen in der Leistung des Einzelnen und nicht des Kollektives geht. (vdH/Tilg)

4. Einzelnachweise
  • 1 .
    Von Ralf von den Hoff verfasste Abschnitte erscheinen mit dem Kürzel (vdH); von Stefan Tilg verfasste Abschnitte mit dem Kürzel (Tilg).
  • 2 .
    Zu den bronzezeitlichen Kulturen Mesopotamiens und Anatoliens vgl. Ahlberg, Gudrun: Fighting on Land an Sea in Greek Geometric Art. Stockholm 1971: Aström, hier 71-85; Berwanger, Monika / Helmer, Matthias: „Zweikampf/Ringkampf“. In: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet, 2011. Online unter: https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/35598 (Zugriff am 04.04.2017).
  • 3 .
    Steymans, Hans Ulrich: Gilgamesch. Ikonographie eines Helden. Fribourg 2010: Academic Press.
  • 4 .
    Rohn, Karin: „Tierkampfszene“. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie 14. Boston 2014-2016: de Gruyter, 6-8.
  • 5 .
    Fenik, Bernhard: Typical Battle Scenes in the Iliad. Studies in the Narrative Techniques of Homeric Battle Description. Wiesbaden 1968: Steiner; Latacz, Joachim: Kampfparaenese, Kampfdarstellung und Kampfwirklichkeit in der Ilias, bei Kallinos und Tyrtaios. München 1977: Beck; van Wees, Hans: Status Warriors, Violence, and Society in Homer and History. Amsterdam 1992: Gieben; Stoevesandt, Magdalene: Feinde – Gegner – Opfer. Zur Darstellung der Troianer in den Kampfszenen der Ilias. Basel 2004: Schwabe; knappe Übersicht bei: Mueller, Martin: „Duels“. In: The Homer Encyclopedia, Chichester 2011, Bd. 1, 223-224.
  • 6 .
    Hellmann, Oliver: Die Schlachtszenen der Ilias. Das Bild des Dichters vom Kampf in der Heroenzeit. Stuttgart 2000: Steiner.
  • 7 .
    Latacz : Kampfparänese, 1977; Fortassier, Pierre: „A propos de l’emploi du duel chez Homère“. In: Revue des Etudes Grècques 102 (1989), 183-89; van Wees, Hans : „The Homeric Way of War. The ‚Iliad‘ and the Hoplite Phalanx“. In: Greece & Rome 41 (1994) 1-18; 131-155; Hanson, Victor Davis : Hoplites. The Classical Greek Battle Experience. London 1993; Routledge; Cartledge, Paul: „La nascita degli opliti e l’organizzazione militare“. In: Settis, Salvatore (Hg.), I Greci. Storia, cultura, arte, società, 2, 1. Torino 1996: Enaudi, 681-714; jetzt: Kagan, Donald / Viggiano, Gregoy F. (Hg.): Men of Bronze. Hoplite Warfare in Ancient Greece. Princeton 2013: Princeton University Press; Schwartz, Adam: Reinstating the Hoplite. Arms, Armour and Phalanx Fighting in Archaic and Classical Greece. Stuttgart 2013: Steiner.
  • 8 .
    Lendon, Jon E.: Soldiers & Ghosts. A History of Battle in Classical Antiquity. New Haven 2005: Yale University Press; Sabin, Philip (Hg.): The Cambridge History of Greek and Roman Warfare. Cambridge 2007: Cambridge University Press.
  • 9 .
    Martino, John: „Single combat and the Aeneid”. In: Arethusa 41 (2008), 411-444; Katz, Rebecca: „Cobat, single“. In: The Virgil Encyclopedia 1. Chichester 2013: Wiley-Blackwell, 286-287.
  • 10 .
    So West, Martin L.: Indo-European Poetry and Myth. Oxford 2007: Oxford University Press.
  • 11 .
    Udwin, Victor M.: Between Two Armies. The Place of the Duel in Epic Culture. Leiden 1999: Brill.
  • 12 .
    Oakley, Stephen P.: „Single Combat in the Roman Republic“. In: Classical Quarterly 35 (1985), 392-410. Vgl. zu Livius: Fries, Jutta: Der Zweikampf. Historische und literarische Aspekte seiner Darstellung bei T. Livius. Königstein im Taunus 1985: Hain.
  • 13 .
    Vonhoff, Christian: Darstellungen vom Kampf und Krieg in der minoischen und mykenischen Kultur. Rahden 2008: Leidorf.
  • 14 .
    Ahlberg: Fighting, 1971; Grunwald, Christiane: „Frühe attische Kampfdarstellungen”. In: Acta Praehistorica et Archaeologice 15 (1983) 155-203; vgl. auch Haug, Annette: Die Entdeckung des Körpers. Körper- und Rollenbilder im Athen des 8. und 7. Jahrhunderts v. Chr. Berlin 2012: de Gruyter, hier 249-295.
  • 15 .
    Mennenga, Ionna: Untersuchung zur Komposition und Deutung homerischer Zweikampfszenen in der griechischen Vasenmalerei. Berlin 1976: Freie Universität; Knittlmayer, Brigitte: Die attische Aristrokatie und ihre Helden. Untersuchungen zu Darstellungen des trojanischen Sagenkreises im 6. und frühen 5. Jahrhundert v. Chr. Heidelberg 1997: Verlag Archäologie und Geschichte; Ellinghaus, Christian: Aristokratische Leitbilder – demokratische Leitbilder. Kampfdarstellungen auf athenischen Vasen in archaischer und frühklassischer Zeit, Münster 1997: Scriptorium; Recke, Matthias: Gewalt und Leid. Das Bild des Kriegers bei den Athenern im 6. und 5. Jh. v. Chr. Istanbul 2002: Yayinkari; vgl. schon Bie, Oscar: Kampfgruppen und Kämpfertypen in der Antike. Berlin 1891: Mayer & Müller. Online unter: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bie1891 (Zugriff am 04.04.2017); Meier, Paul J.: „Das Schema der Zweikämpfe auf den älteren griechischen Vasenbildern“. In: Rheinisches Museum 37 (1882), 343-354. Online unter: http://www.rhm.uni-koeln.de/037/Meier.pdf (Zugriff am 04.04.2017). 
  • 16 .
    Ellinghaus: Aristokratische Leitbilder, 1997; Knittlmayer: Aristokratie, 1997, 68-69; Hölscher, Tonio: Images of War in Greece and Rome: Between Military Practice, Public Memory, and Cultural Symbolism. In: The Journal of Roman Studies 93 (2003), 1-17, hier 4-6; Hölscher, Tonio: La vie des images grecques. Sociétés de statues, rôles des artistes et notions esthétiques dans l’art grec ancien. Paris 2015: Hazan, 55-56.
  • 17 .
    Muth, Susanne: Gewalt im Bild. Das Phänomen der medialen Gewalt im Athen des 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. Berlin 2008: de Gruyter; vgl. auch Recke: Gewalt und Leid, 2002, 11-74; 216-218; 223-228.
  • 18 .
    Hölscher: „Images of War“, 2003; Faust, Stefan: Schlachtenbilder der römischen Kaiserzeit. Erzählerische Darstellungskonzepte in der Reliefkunst von Traian bis Septimius Severus. Rahden 2012: Leidorf; Pirson, Felix: Ansichten des Krieges : Kampfreliefs klassischer und hellenistischer Zeit im Kulturvergleich. Wiesbaden 2014: Reichert.
  • 19 .
    Vgl. nur Scanlon, Thomas Francis: Sport in the Greek and Roman Worlds. Oxford 2014: Oxford University Press.
  • 20 .
    Vgl. nur Mann, Christian: Die Gladiatoren. München 2013: Beck.
  • 21 .
    Oakley: „Single Combat”, 1985, 392-410.
  • 22 .
    Oakley: „Single Combat“, 1985.
  • 23 .
    Martino: „Single Combat“, 2008.
  • 24 .
    Oakley: „Single combat“, 1985, 410.
  • 25 .
    Mann, Christian: „Um keinen Kranz, um das Leben kämpfen wir!“ Gladiatoren im Osten des Römischen Reiches und die Frage der Romanisierung. Berlin 2011: Verlag Antike.
  • 26 .
    Bentz, Martin / Mann, Christian: „Zur Heroisierung von Athleten“. In: von den Hoff, Ralf / Schmidt, Stefan (Hg.): Konstruktionen von Wirklichkeit. Bilder im Griechenland des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. Stuttgart 2001: Steiner, 225-240; François de Polignac: „Addendum to François de Polignac, ‘Athletes, statues and tyrants’. A few more thoughts on heroized athletes“. In: Thomas F. Scanlon (Hg.): Sport in the Greek and Roman worlds I. Early Greece, the Olympics, and contests, Oxford 2014: Oxford University Press, 112-116; vgl. auch Joseph Fontenrose: „The hero as athlete”. In: California Studies in Classical Antiquity, 1 (1968), 73-104.
  • 27 .
    West: Indo-European Poetry, 2007, 486.
  • 28 .
    Berwanger, Monika / Helmer, Matthias: „Zweikampf/Ringkampf“. In: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet, 2011. Online unter: https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/35598 (Zugriff am 04.04.2017).
  • 29 .
    Maul, Stefan M.: Das Gilgamesch-Epos. München 2005: Beck; Sallaberger, Walther: Das Gilgamesch-Epos. Mythos, Werk und Tradition. München 2008: Beck.
  • 30 .
    Latacz: Kampfparänese, 1977.
  • 31 .
    Krischer, Tilman: Formale Konventionen der homerischen Epik. München 1971: Beck, 13-89.
  • 32 .
    Latacz: Kampfparänese, 1977.
  • 33 .
    Hellmann: Schlachtszenen, 2000.
  • 34 .
    Esposito, Paolo: „Eroi e soldati. Osservazioni sulle battaglie in Virgillio e Lucano“. In: Vichiana 10 (1981), 62-90.
  • 35 .
    Vgl. Martin, Richard P.: The Language of Heroes. Speech and Performance in the Iliad. Ithaca 1989: Cornell University Press.
  • 36 .
    Dubischer, Markus: Die Agonszenen bei Euripides. Untersuchungen zu ausgewählten Dramen. Stuttgart 2001: Metzler.
  • 37 .
    Froleyks, Walter J. : Der Agon Logon in der antiken Literatur. Diss. Bonn 1973, 360-381.
  • 38 .
    Schoske, Sylvia: Das Erschlagen der Feinde. Ikonographie und Stilistik der Feindvernichtung im alten Ägypten. München 1982: Universität.
  • 39 .
    Böhmer, Rainer Michael: Die Entwicklung der Glyptik während der Akkad-Zeit. Berlin 1965: de Gruyter; Ahlberg: Fighting, 71-85; Rohn, Karin: „Tierkampfszene“. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie 14. Boston 2014-2016: de Gruyter, 6-8.
  • 40 .
    Keel, Othmar: „Die Deutung der Tierkampfzeichen auf den vorderasiatischen Rollsiegeln des 3. Jahrtausends“. In: Keel, Othmar (Hg.): Das Recht der Bilder, gesehen zu werden. Drei Fallstudien zur Methode der Interpretation altorientalischer Bilder. Fribourg 1992: Universitätsverlag; Steymans, Hans Ulrich: Gilgamesch. Ikonographie eines Helden. Fribourg 2010: Academic Press.
  • 41 .
    Ahlberg, Fighting, 1971, hier 71-85; Ahlberg-Cornell, Gudrun: Myth and Epos in Early Greek Art. Stockholm 1971: Aström, 13-15; Vonhoff, Christian: Darstellungen von Kampf und Krieg in der minoischen und mykenischen Kultur. Rahden 2008: Leidorf. Vgl. bspw. die Siegel mit menschlichen kriegerischen Zweikämpfen und Löwenkämpfen aus dem Gräberrund A von Mykene: Arachne Bilddatenbank Nr. 157232 (http://arachne.uni-koeln.de/item/objekt/157232); 157230 (http://arachne.uni-koeln.de/item/objekt/157230); 157233 (http://arachne.uni-koeln.de/item/objekt/157233); 157237 (http://arachne.uni-koeln.de/item/objekt/157237) (Zugriff am 01.08.2017).
  • 42 .
    Magen, Ursula: Assyrische Königsdarstellungen – Aspekte der Herrschaft. Eine Typologie. Mainz 1986: von Zabern.
  • 43 .
    Ahlberg:  Fighting 1971; Grunwald, Christiane: „Frühe attische Kampfdarstellungen”. In: Acta Praehistorica et Archaeologica 15 (1983), 155-203.
  • 44 .
    Hölscher, Tonio: Griechische Historienbilder des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. Würzburg 1973: Triltsch, 25-30; Recke: Gewalt und Leid, 2002, passim. – Herakles: Wünsche, Raimund / Brinkmann, Vinzenz (Hg.): Herakles – Herkules. München 2003: Staatliche Antikensammlungen. – Theseus: Neils, Jenifer: The youthful deeds of Theseus. Rom 1987: Bretschneider.
  • 45 .
    Lorimer, Hilda L.: „The Hoplite Phalanx“. In: The Annual of the British School at Athens 42 (1947) 76-138; van Wess 2000.
  • 46 .
    Clairmont, Christoph W.: Classical Attical Tombstones. Kilchberg 1993: Akanthus, 143 Kat.Nr. 2209; Arachne Bilddatenbank Nr. 48532 (http://arachne.uni-koeln.de/item/objekt/48532) (Zugriff am 04.04.2017).
  • 47 .
    Hölscher: Historienbilder, 1973: 25-30; Schäfer, Thomas. Andres Agathoi. Studien zum Realitätsgehalt der Bewaffnung attischer Krieger auf Denkmälern klassischer Zeit. München 1997: tuduv, 4-9; Ellinghaus: Aristokratische Leitbilder, 1997; vgl. Lendon, Jon E.: Soldiers & Ghosts. A History of Battle in Classical Antiquity. New Haven 2005: Yale University Prees.
  • 48 .
    Muth, Suanne: Gewalt im Bild. Das Phänomen der medialen Gewalt im Athen des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. Berlin 2008: de Gruyter.
  • 49 .
    Knittlmayer: Attische Aristokratie, 1997, 68-69; Hölscher: „Images of War“, 2003, hier 8-12.
  • 50 .
    Hölscher: Historienbilder 1973, 151-158; Cohen, Ada: The Alexander Mosaic. Stories of Victory and Defeat. Cambridge 1997: Cambridge University Press.
  • 51 .
    Faust, Stefan: Schlachtenbilder der römischen Kaiserzeit. Erzählerische Darstellungskonzepte in der Reliefkunst von Traian bis Septimius Severus. Rahden 201: Leidorf.
  • 52 .
    Vgl. nur Wünsche Raimund (Hg.): Lockender Lorbeer. Sport und Spiel in der Antike. München 2004: Staatliche Antikensammlungen.
  • 53 .
    Knittlmayer: Attische Aristokratie, 1997, hier 69.
  • 54 .
    Ahlberg: Fighting, 1971; Ahlberg-Cornell: „Myth and Epos“ 1992; Steymans: Gilgamesch, 2010.
  • 55 .
    Vgl. Hellmann: Schlachtszenen, 2000.
  • 56 .
    Hölscher: „Images of War“, 2003.
  • 57 .
    Monestier, Martin: Duels. Les combats singuliers des origines à nos jours. Paris 1991: Sand.
5. Ausgewählte Literatur
  • Ahlberg, Gudrun: Fighting on Land and Sea in Greek Geometric Art. Stockholm 1971: Åström.

  • Berwanger, Monika / Helmer, Matthias: „Zweikampf/Ringkampf“. In: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet, 2011. Online unter: https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/35598 (Zugriff am 04.04.2017).

  • Bie, Oscar: Kampfgruppen und Kämpfertypen in der Antike. Berlin 1891: Mayer & Müller. Online unter: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bie1891 (Zugriff am 04.04.2017).

  • Dubischer, Markus: Die Agonszenen bei Euripides. Untersuchungen zu ausgewählten Dramen. Stuttgart 2001: Metzler.

  • Ellinghaus, Christian: Aristokratische Leitbilder – demokratische Leitbilder. Kampfdarstellungen auf athenischen Vasen in archaischer und frühklassischer Zeit. Münster 1997: Scriptorium.

  • Esposito, Paolo: „Eroi e soldati. Osservazioni sulle battaglie in Virgillio e Lucano“. In: Vichiana 10 (1981), 62-90.

  • Faust, Stefan: Schlachtenbilder der römischen Kaiserzeit. Erzählerische Darstellungskonzepte in der Reliefkunst von Traian bis Septimius Severus. Rahden 2012: Leidorf.

  • Fenik, Bernard: Typical Battle Scenes in the Iliad. Studies in the Narrative Techniques of Homeric Battle Description. Wiesbaden 1968: Steiner.

  • Fries, Jutta: Der Zweikampf: Historische und literarische Aspekte seiner Darstellung bei T. Livius. Königstein im Taunus 1985: Hain.

  • Froleyks, Walter J.: Der Agon Logon in der antiken Literatur. Diss. Bonn 1973.

  • Fortassier, Pierre: „A propos de l ’emploi du duel chez Homère“. In : Revue des Etudes Grècques 102 (1989), 183-89.

  • Grunwald, Christiane: „Frühe attische Kampfdarstellungen“. In: Acta Praehistorica et Archaeologica 15 (1983), 155-203.

  • Hanson, Victor Davis: Hoplites. The Classical Greek Battle Experience. London 1993: Routledge.

  • Hellmann, Oliver: Die Schlachtszenen der Ilias. Das Bild des Dichters vom Kampf in der Heroenzeit. Stuttgart 2000: Steiner.

  • Hölscher, Tonio: „Images of War in Greece and Rome: Between Military Practice, Public Memory, and Cultural Symbolism”. In: The Journal of Roman Studies 93 (2003), 1-17.

  • Kagan, Donald/ Viggiano, Gregory F. (Hg.): Men of Bronze. Hoplite Warfare in Ancient Greece. Princeton 2013: Princeton University Press.

  • Katz, Rebecca: „Combat, single“. In: The Virgil Encyclopedia. Band 1. Chichester 2014: Wiley-Blackwell, 286-287.

  • Keel, Othmar: „Die Deutung der Tierkampfszene auf den vorderasiatischen Rollsiegeln des 3. Jahrtausends“. In: Keel, Othmar (Hg.): Das Recht der Bilder, gesehen zu werden. Drei Fallstudien zur Methode der Interpretation altorientalischer Bilder. Fribourg 1992: Universitätsverlag.

  • Latacz, Joachim: Kampfparänese, Kampfdarstellung und Kampfwirklichkeit in der Ilias, bei Kallinos und Tyrtaios. München 1977: Beck.

  • Lendon, Jon E.: Soldiers & Ghosts. A History of Battle in Classical Antiquity. New Haven 2005: Yale University Press.

  • Martin, Richard P.: The Language of Heroes. Speech and Performance in the Iliad. Ithaca 1989: Cornell University Press.

  • Martino, John: „Single combat and the Aeneid”. In: Arethusa 41 (2008), 411-444.

  • Meier, Paul J.: „Das Schema der Zweikämpfe auf den älteren griechischen Vasenbildern“. In: Rheinisches Museum 37 (1882), 343-354. Online unter: http://www.rhm.uni-koeln.de/037/Meier.pdf (Zugriff am 04.04.2017).

  • Mennenga, Ioanna: Untersuchung zur Komposition und Deutung homerischer Zweikampfszenen in der griechischen Vasenmalerei. Berlin 1976: Freie Universität.

  • Mueller, Martin: „Duels“. In: The Homer Encyclopedia. Band 1. Oxford 2011: Wiley-Blackwell, 223-224.

  • Muth, Susanne: Gewalt im Bild. Das Phänomen der medialen Gewalt im Athen des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. Berlin 2008: de Gruyter.

  • Oakley, Stephen P.: „Single Combat in the Roman Republic“. In: Classical Quarterly 35 (1985), 392-410.

  • Pirson, Felix: Ansichten des Krieges. Kampfreliefs klassischer und hellenistischer Zeit im Kulturvergleich. Wiesbaden 2014: Reichert.

  • Recke, Matthias: Gewalt und Leid. Das Bild des Kriegers bei den Athenern im 6. und 5. Jh. v. Chr. Istanbul 2002: Yayinkari.

  • Rohn, Karin: „Tierkampfszene“. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie 14. Boston 2014-2016: de Gruyter, 6-8.

  • Rollinger, Robert: „Sport und Spiel“. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie 13. Boston: de Gruyter 2011, 6-16.

  • Sabin, Philip (Hg.): The Cambridge History of Greek and Roman Warfare. Cambridge 2007: Cambridge University Press.

  • Scanlon, Thomas Francis: Sport in the Greek and Roman Worlds. Oxford 2014: Oxford University Press.

  • Schwartz, Adam: Reinstating the Hoplite. Arms, Armour, and Phalanx Fighting in Archaic and Classical Greece. Stuttgart 2013: Steiner.

  • Steymans, Hans Ulrich: Gilgamesch. Ikonographie eines Helden. Fribourg 2010: Academic Press.

  • Stoevesandt, Magdalene: Feinde – Gegner – Opfer. Zur Darstellung der Troianer in den Kampfszenen der Ilias. Basel 2004: Schwabe.

  • Udwin, Victor M.: Between Two Armies. The Place of the Duel in Epic Culture. Leiden 1999: Brill.

  • van Wees, Hans: Status Warriors. War, Violence, and Society in Homer and History. Amsterdam 1992: Gieben.

  • van Wees, Hans: „The Homeric Way of War. The ‚Iliad‘ and the Hoplite Phalanx“. In: Greece & Rome 41 (1994) 1-18; 131-155.

  • van Wess, Hans: „The Development of the Hoplite Phalanx. Iconography and Reality in the 7th Century“. In: van Wees, Hans (Hg.): War and Violence in Ancient Greece. London 2000: Duckworth, 125-166.

  • Vonhoff, Christian: Darstellungen von Kampf und Krieg in der minoischen und mykenischen Kultur. Rahden 2008: Leidorf.

  • West, Martin L.: Indo-European Poetry and Myth. Oxford 2007: Oxford University Press.

6. Abbildungsnachweise

Abb. 1: Kampf gegen ein mythisches Unwesen (Gilgamesch und Enkidu gegen Humbaba?). Steinrelief aus Syrien, 10. Jahrhundert v. Chr., Basalt, Höhe 63 cm, Baltimore, The Walters Art Museum, Inv.-Nr. 21.18.
Quelle: The Walters Art Museum (Zugriff am 09.01.2018)
Lizenz: Creative Commons Zero

Abb. 2: Kriegerischer Zweikampf. Siegel aus dem Grab III im Gräberrund A von Mykene, 16. Jahrhundert v. Chr., Gold, Maße 1,8 cm x 1,2 cm, Athen, Archäologisches Nationalmuseum.
Quelle: Arachne / Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Universität Heidelberg (Zugriff am 01.08.2017)
Lizenz: Urheberrechtlich geschütztes Werk

Abb. 3: Löwenkampf. Bein eines Kesselständers, um 740 v. Chr., Ton, Höhe des Objektes 17,8 cm, Athen, Kerameikos-Museum, Inv.-Nr. 407.
Quelle: Klassische Archäologie, Universität Basel
Lizenz: Urheberrechtlich geschütztes Werk

Abb. 4: Herakles im Kampf gegen den nemeischen Löwen / Kopf der Athena. Silberstater aus Herakleia in Lukanien, um 400 v. Chr., Silber, Durchmesser 2,1 cm.
Quelle: Franke, Peter R. / Hirmer, Max: Die griechische Münze. München 1964: Hirmer. Nr. 257.
Lizenz: Urheberrechtlich geschütztes Werk

Abb. 5 & Teaserbild: Zweikampf von Hopliten im Beisein von Athena und Hermes. Attisch-rotfigurige Bauchamphora, um 520 v. Chr., Ton, Höhe des Objektes 57,2 cm, Paris, Musée du Louvre, Inv.-Nr. G 1.
Quelle: User:Jastrow / Wikimedia Commons (Zugriff am 09.01.2018)
Lizenz: Gemeinfrei

Abb. 6: Relief vom Kenotaph des Reiters Dexileos an der Gräberstraße des Kerameikos in Athen. 394/3 v. Chr., Marmor, Höhe 2,21 m, Athen, Kerameikos-Museum, Inv.-Nr. P 1130.
Quelle: User:Templar52 / Wikimedia Commons (Zugriff am 09.01.2018)
Lizenz: Urheberrechtlich geschütztes Werk

Abb. 7: Mosaik mit der Darstellung einer Schlacht Alexanders d. Gr. gegen den Perserkönig Dareios III. aus der Casa del Fauno in Herculaneum. Kopie des 2. Jhs. v. Chr. nach einem Gemälde des späten 4./frühen 3. Jhs. v. Chr., Mosaik/Stein, Maße 5,13 m x 2,72 m, Neapel, Museo Archeologico Nazionale.
Quelle: User:Magrippa / Wikimedia Commons (Zugriff am 09.01.2018)
Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0

Abb. 8: Relief mit der Darstellung Hadrians (reg. 117–135 n. Chr.) bei der Eberjagd. Kurz vor 135 n. Chr., Marmor, Durchmesser 2,20 m, Rom, am Konstantinsbogen.
Quelle: User:Sailko / it.wikipedia.org (Zugriff am 09.01.2018)
Lizenz: Gemeinfrei

Abb. 9: Ringkampf/Pankration mit Schiedsrichter. Attische Öl-Amphora als Preis für Sieger in den panathenäischen Spielen, 332/1 v. Chr., Ton, Höhe des Objektes 77 cm, London, The British Museum Inv.-Nr. 1873,0820.370.
Quelle: Trustees of the British Museum (Zugriff am 24.08.2017)
Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 4.0

Zitierweise

Tilg, Stefan / von den Hoff, Ralf: „Zweikampf“. In: Compendium heroicum. Hg. von Ronald G. Asch, Achim Aurnhammer, Georg Feitscher und Anna Schreurs-Morét, publiziert vom Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Universität Freiburg, Freiburg 23.01.2018. DOI: 10.6094/heroicum/zweikampf

Metadaten

DOI 10.6094/heroicum/zweikampf
Schlagworte (DNB/GND) Zweikampf, Heroisierung, Kriegsheld, Sport, Tierkampf, Antike, Mythologie, Griechenland (Altertum)
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