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Typologisches Feld des Heroischen

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1. Definition

Das typologische Feld des Heroischen soll hier vorgeschlagen werden als ein Modell, das jenes Relationsgeflecht erfasst, in welchem sich Helden, Täter und Opfer auf der Ebene des kollektiven Gedächtnisses begegnen. Der Annahme eines typologischen Feldes liegt die Idee zugrunde, dass den entsprechenden Protagonisten bei der Konstruktion kollektiver Identitäten einerseits dieselbe Bedeutung zugestanden wird und dass sie andererseits in dynamischen Austauschbeziehungen und Abhängigkeitsverhältnissen zueinanderstehen. Die Frage ihrer Bezeichnungen als Helden, Täter oder Opfer ist daher kontextgebunden und kann sich im Erinnerungsprozess verschieben. Zentral für die Zusammenführung der über Zuschreibungsprozesse so bezeichneten Protagonisten oder auch archetypischen Präfigurate sind dabei zwei Grundannahmen: Erstens definieren die erinnerten Akteure als Figuren des boundary work maßgeblich die Konstruktion kollektiver Identitäten, da sich in ihnen Diskurse zu Wert- und Normvorstellungen spezifischer Gemeinschaften einerseits verdichten, und sie als liminale Figuren andererseits über den profanen Bereich des Alltäglichen auf die sakralen Dimensionen kollektiver Identitäten verweisen. Da nun – zweitens – die genannten Akteure selbst als Konstruktionen jener kollektiven Identitäten verstanden werden müssen, die sie repräsentieren, ist die Position historischer Figuren innerhalb des typologischen Feldes des Heroischen nicht fixiert, sondern abhängig von der ⟶kollektiven Erinnerung und den damit verbundenen Zuschreibungsprozessen. Über Heroisierungsprozesse können beispielsweise Opfer zu Märtyrern aufgewertet werden, tragische Figuren mit heroisierenden Termini erinnert werden, zuvor heroisierte Akteure über Dämonisierungsprozesse zu Tätern umgedeutet werden. Das Konzept des typologischen Feldes des Heroischen ist damit insbesondere geeignet, das Phänomen heroischer Kippfiguren theoretisch fassbar zu machen.

2. Explikation

Die Konstruktion eines typologischen Feldes des Heroischen als theoretisches Modell, mit dem sich das Relationsgeflecht von Helden, Tätern und Opfern auf der Erinnerungsebene fassbar machen lässt, erfordert zunächst einige grundlegende Überlegungen zur Konstruktion kollektiver Identitäten und den Funktionen, die heroischen Figuren in diesem Prozess zugestanden werden. Diese Überlegungen folgen hier weitgehend den Ausarbeitungen des Soziologen Bernhard Giesen.

2.1. Theoretische Grundlagen

Die Idee vom typologischen Feld des Heroischen geht auf Bernhard Giesens Werk Triumph and Trauma1 von 2004 zurück. Giesen beschäftigt sich in seinem Buch über das kollektive Gedächtnis von Gemeinschaften mit jenen liminalen Figuren, die nach seiner Beobachtung die Grenze zwischen dem profanen Bereich des sozialen Zusammenlebens und dem Bereich des darüber hinausreichenden Außergewöhnlichen markieren. Er unterscheidet zwischen der Erinnerung an siegreiche Helden (triumphant heroes), tragische Helden (tragic heroes), Opfer (victims) und Täter (perpetrators), die er als kulturelle Imaginationen kollektiver Identitäten begreift.2 In diesem Zusammenhang konstatiert Giesen, dass den entsprechenden historischen Akteuren erstens dieselbe Funktion bei der Konstruktion kollektiver Identitäten zukomme und ihre Bewertung, zweitens, lediglich eine Frage der Erinnerung und somit ein Produkt des kollektiven Gedächtnisses von Gemeinschaften sei.

2.1.1. Giesens Matrix des ‚ideal typological field‘

Um diese liminalen Figuren soziologisch produktiv machen zu können, bringt Giesen den Terminus des ‚ideal typological field‘ in die Diskussion ein, an den sich der hier vorgestellte Begriff des typologischen Feldes des Heroischen anlehnt:

„The distinction between the archetypes of victorious heroes and tragic heroes, perpetrators and victims, can be considered as an ideal typological field. The positions of historical persons within this field are not fixed and immutable – triumphant heroes can become tragic ones, heroes can be turned into perpetrators, and victims can, later on, get the sacral aura that before was the mark of heroes.“3

Bernhard Giesen entwirft folglich eine als idealtypisch zu verstehende Matrix, in welcher den ihrerseits wieder archetypisch vorgestellten siegreichen Helden, tragischen Helden, Opfern und Tätern dieselbe Bedeutung für die Konstruktion kollektiver Identitäten zugestanden wird. Als Unterscheidungskriterien dienen ihm die Fragen, inwiefern den historischen Akteuren auf der Erinnerungsebene einerseits Handlungsmacht zugestanden wird und ob sie andererseits als Subjekte der Geschichte erinnert werden. So entsteht folgende Matrix4:

Mastering the world Adversity of the world
Subjectivity preserved Triumphant Hero Tragic Hero
Subjectivity damaged Perpetrator Victim

Tab. 1: Das ‚ideal typological field‘ nach Giesen: Triumph and Trauma, 2004.

Die vier Idealtypen in Giesens ‚ideal typological field‘ repräsentieren in ihren ultimativen Referenzpunkten den ‚Helden‘ als Träger von Subjektivität sowie das zum Objekt degradierte ‚Opfer‘ und bilden daher in der Erinnerung manifestierte Repräsentationen der menschlichen Konstitution. Sie sind demzufolge „als kulturelle Verkörperungen zu verstehen, anhand derer grundlegende gesellschaftliche und teilweise anthropologische Grenzerfahrungen – wie Geburt und Tod – thematisiert und verarbeitet werden.“5 Die Matrix trägt dabei zugleich der Beobachtung Rechnung, dass zwischen der perfekten und souveränen Subjektivität des Helden, der eine neue Ordnung zu kreieren vermag, und dem als Objekt behandelten entmenschlichtem Opfer, weitere Archetypen gedacht werden müssen, die durch die Bewertung des historischen „Erfolges“ ihres Tuns gekennzeichnet werden, sodass auch Täter und tragische Helden ihren Ort in der Matrix finden. Der Fokus liegt aber auf die Gegenüberstellung von Held (nicht Täter!) und Opfer, wenn Giesen konstatiert:

„Both the hero as well as the victim are represented as ultimate reference points for the human constitution and both are located beyond the profane and mundane everyday activities of the regular social reality. In this respect, the distinction between the subjects and objects is closely associated with the distinction between the sacred and the profane.“6

2.1.2. Die Konstruktion kollektiver Identitäten und das Sakrale

Die theoretischen Grundlagen für die Konstruktion einer solchen Matrix in der Tradition der Idealtypenlehre Max Webers gehen auf Giesens gemeinsam mit Shmuel Eisenstadt angestellte Überlegungen zur Konstruktion kollektiver Identitäten zurück. In ihren Ausarbeitungen zum Konzept der kollektiven Identitäten argumentieren Eisenstadt und Giesen, dass Sozialkollektive eine Idee von Gleichwertigkeit unter den Mitgliedern einer Gemeinschaft evozieren müssen.7 Unter Bezugnahme auf die klassischen soziologischen Theorien Webers und Émile Durkheims8 konstatieren sie, dass kollektive Identitäten eben nicht naturgegeben sind, sondern auf der Grundlage von latenten sozialen Grenzziehungsprozessen produziert werden, die helfen, den im Sinne der kollektiven Identität Gleichen vom Anderen zu unterscheiden. Kollektive Identitäten sind demnach Konstrukte, die sich über soziale Grenzziehungsprozesse konstituieren: „These boundaries […] establish a demarcation between the inside and outside, strangers and familiars, kin and akin, friends and foes, culture and nature, enlightenment and superstition, civilization and barbary.“9

Die sozialen Grenzziehungsprozesse markieren somit jenen Bereich, in welchem sich die Angehörigen einer Gemeinschaft bis zu einem gewissen Maße als gleich wahrnehmen können, wobei diese Gleichheitserfahrung als Schlüsselerfordernis für die Konsolidierung kollektiver Identitäten verstanden werden muss. Zugleich müssen die entsprechenden Grenzziehungen einerseits durchgängig ihre Bestätigung erfahren, andererseits müssen die ihnen zugrundeliegenden Prozesse latent gehalten werden, da kollektive Identitäten in jenem Moment ihre Funktion verlieren würden, in welchem die Umstände ihres Gemachtseins offensichtlich werden.10 Die Latenz sozialer Grenzziehungsprozesse kann aufrechterhalten werden, indem sie vom Bereich des gewöhnlichen Lebens gelöst und stattdessen eine Verbindung zum sakralen Bereich evoziert wird.11 Eisenstadt und Giesen nehmen hier folglich eine Unterteilung der Vorstellungswelten kollektiver Gemeinschaften vor, die Émile Durkheims grundlegendem dualen Ordnungsschema folgt, welches von der Aufteilung der Welt in die zwei Bereiche des Profanen und des Sakralen ausgeht.12 Durkheim konstatiert zunächst in Bezug auf das religiöse Phänomen, dass

„[…] es immer eine zweiseitige Teilung des bekannten und erkennbaren Universums in zwei Arten voraussetzt, die alles Existierende umfassen, die sich aber gegenseitig radikal ausschließen. Heilige Dinge sind, was die Verbote schützen und isolieren. Profane Dinge sind, worauf sich diese Verbote beziehen und die von den heiligen Dingen Abstand halten müssen.“13

Die Übertragung von Durkheims religionssoziologischen Überlegungen, die ja zunächst lediglich die verbotenen Objekte in einen sakralen Raum verschieben, erfolgt über die Beobachtung, dass es für die Latenz des Konstruktionscharakters kollektiver Identitäten charakteristisch ist, dass sie selbst als linguistische Konstrukte betrachtet werden können, die gleich der heiligen Objekte in Durkheims Überlegungen, von Verboten geschützt werden.14 Die erste, gleichsam idealtypische, Übung in der Konstruktion kollektiver Identitäten besteht dabei darin, auf die Ursprünglichkeit und ihre natürliche Existenz zu verweisen und die Logik ihrer Beschaffenheit quasi ontologisch zu begründen.15 Basierend also auf der Unterstellung, dass eine Identität ihrem Träger als absolut sicher erscheint, zugleich aber unüberwindbar unergründlich und intransparent bleiben muss, argumentiert Giesen, dass der Mensch analog dazu auch eine Kontinuität von kollektiven Identitäten voraussetze. Diese Kontinuität werde unter Bezugnahme auf den sakralen Bereich konstruiert und müsse repräsentiert werden.16 Die im typologischen Feld des Heroischen platzierten Figuren sind einerseits solche liminalen Mittlerfiguren zwischen dem Profanen und Sakralen, andererseits bestimmen sie nicht nur die Grenze zwischen dem Alltäglichen und dem Außerordentlichen, sondern definieren auch das Innen und Außen von Gemeinschaften, wie Bernhard Giesen konstatiert. Er schreibt über die von ihm als kulturelle Imaginationen von Identität vorgestellten Helden, Täter und Opfer:

„They mark the boundaries between the regular and ordinary social life and the realm of the extraordinary beyond it. Heroes, victims and perpetrators are liminal figures that can be imagined only from this side of the boundary, from the point of view of regular social life, from the point of view of a community. We have to refer to their position in the outlands if we want to understand our situation inside the boundary, our social order, our community and history. Changing social ties and crossing social boundaries affect the imagination of the land beyond the horizon – the contour begins to waver, heroes appear as perpetrators, victims as heroes. What is demonic terrorism for one community is revered as heroic martyrdom by another.“17

Die in Giesens Matrix vorgestellten Figuren definieren somit nicht nur die Grenze zum sakralen Bereich einer Gemeinschaft und erfüllen damit die oben dargestellte Latenzfunktion, d. h. sie verbergen die Konstruiertheit sozialer Grenzziehungsprozesse um kollektiver Identitäten aufrecht erhalten zu können. Sie erfüllen auch die von Eisenstadt und Giesen als erforderlich herausgearbeitete zweite zentrale Anforderung in der Konstruktion kollektiver Identitäten. Eisenstadt und Giesen gehen davon aus, dass die Gemeinschaft sich über einen zivilen Code konstruiert, der sich auf die Vertrautheit mit impliziten Verhaltensregeln, Traditionen und gewohnheitsmäßigen sozialen Praktiken stützt, welche die Grenzen der Gemeinschaften definieren und markieren und welche mit dem Sakralen in Verbindung gesetzt werden: „This code […] links the constitutive difference between ‚us and them‘ to the difference between the routine and the extraordinary.“18 Die im typologischen Feld des heroischen platzierten Figuren können also als Repräsentanten dieses Codes begriffen werden, weil sie als Figuren der kollektiven Erinnerung geeignet sind, die Differenzierungen zwischen Innen und Außen zu sakralisieren – da schließlich die Figur nicht vorgibt, wer als Held, wer als Täter und wer als Opfer erinnert wird, sondern die Gemeinschaft diese erst in ihrem Sinne besetzt. Als liminale Figuren, welche den sakralen Bereich in die alltägliche Welt vermitteln, können Helden, Täter und Opfer demnach als Figuren des boundary work bezeichnet werden, welche „Gemeinschaftlichkeit stiften und zur Folie kollektiver Identitäten werden“19, da sie deren Grenzen definieren und als Repräsentanten ihrer Wert- und Normensysteme fungieren.

2.1.3. Die Idealtypen des ‚boundary work‘

Zunächst stellt Giesen in seiner Matrix des ‚ideal typological field‘ die Figuren des siegreichen Helden, Opfers, tragischen Helden und Täters als kulturelle Konstruktionen für die Repräsentation der Referenzpunkte der beiden prägenden Dualismen seines Konzepts vor, also den Fragen nach der Konservierung der Subjektivität der Akteure einerseits und ihrer Tatherrschaft im Angesicht der geschichtlichen Ereignisse andererseits. Sie sind demnach zunächst als Idealtypen im Sinne Webers und somit als zugespitzte Darstellungen zu verstehen, die in der Wirklichkeit nicht vorkommen, sondern zur wissenschaftlichen Analyse dienen sollen.20 Im Sinne dieser Lehre von den Idealtypen und unter Rückgriff auf seine eigenen Überlegungen in Triumph and Trauma kann Giesen daher Helden, Täter und Opfer in seinem Zwischenlagen (2010) als Figuren der Transzendenz vorstellen und konsequent formulieren:

„Drei dieser verdichteten kulturellen Figuren der Transzendenz [sind] Helden, Täter und Opfer. Die erste imaginiert das Außerordentlich als schöpferisches Charisma und souveräne Setzung der Ordnung, also als eine Figur der Fülle und des unfassbaren Überflusses; die zweite geht aus von der Geltung einer rechtlichen Ordnung und imaginiert Liminalität als Devianz und Verbrechen, also als eine Figur der Störung und des Widerspruches; die dritte gewinnt den Bezug auf die Transzendenz durch das absolute Alleinsein und die Sinnleere, also als eine Figur des Mangels.“21

Diese Vorstellung der entsprechenden Idealtypen als kulturelle Konstrukte gestaltet Giesen jedoch in einer Weise aus, die weit über die Darstellung der Referenzpunkte der Matrix seines typologischen Feldes hinausreicht, so dass er vier mit anthropologischen Setzungen angereicherte Archetypen entwickelt. Die Typen des siegreichen Helden und des gesichtslosen Opfers sind dabei die beiden zentralen Referenzgrößen für die Konstruktion kollektiver Identitäten und sollen daher hier ausdifferenziert werden.

2.1.3.1. Der Held (‚The triumphant hero‘)

Bernhard Giesen bezeichnet Helden als die triumphale Verkörperung der kollektiven Identität. Als singuläre und individualisierte Figuren symbolisieren sie die Verbindung der Gemeinschaft zu ihrem sakralen Zentrum und stehen für die Möglichkeit des Menschen, sich über die banalen Belange des Alltags zu erheben und selbst Teil der sakralen Ordnung – und so unsterblich – zu werden.22

Der Held setzt sich dabei über die engen Regeln des Alltags hinweg, verachtet Routinen und bricht mit Konventionen: „Heroes represent the extraordinary and charismatic; they do not perform according to the rules, instead they constitute them.“23 Dieser Ausspruch ist weniger in Referenz auf historische Vorbilder zu verstehen, denen es gelungen ist, eine neue Ordnung zu implementieren, sondern als Verweis auf die theoretische Dimension des Helden: Die soziale Ordnung kann sich nicht konstituieren, ohne auf ihr Gegenteil zu verweisen – das Sakrale – und die Gemeinschaft kann keine kollektive Identität ausbilden, ohne Subjektivität zu imaginieren. Der Held verkörpert diese Subjektivität.

Helden sind somit als soziale Konstruktionen spezifischer Gemeinschaften zu verstehen. Sie sind Imaginationen höchster Individualität und kollektive Projektionen souveräner Subjektivität und des Sakralen auf einzelne Figuren und deren Leben. Durch die Konstruktion von Helden überwindet eine Gemeinschaft nicht nur die profanen Eventualitäten und Zufälligkeiten des Alltags, sondern zudem die Drohung des Todes. Die Konstruktion von Helden kreiert so eine soziale Bindung, welche die Beschränkungen des persönlichen Lebens und der vorherrschenden Logiken transzendiert.24 Giesen formuliert an anderer Stelle in Bezug auf die Funktion des Helden für das boundary work:

„In [the] range of different modes of boundary construction, triumphant heroism occupies a special position: it connects the community to its sacred center by a person who is distant and close at the same time – distant because the hero is superhuman in his triumphant creativity and far out of reach for ordinary human beings, close because the hero results from the projection of the ideal self that is in the mind of the individual persons who admire the hero.“25

2.1.3.2. Das Opfer (‚The victim‘)

Dem Helden wird das Opfer nicht nur in der Matrix Giesens gegenübergestellt, sondern es bestehen auch unmittelbare Abhängigkeiten, da die Konzentration des Sakralen in der Person des triumphalen Helden zum Preis der Desakralisierung anderer erfolgen muss. Helden können also im Moment ihres Triumphes Opfer erzeugen.26 Die Bezeichnung als Opfer scheint zunächst eine selbst-evidente Klassifizierung zu sein, die keiner weiteren Beurteilung bedarf. Um als Idealtyp vorgestellt werden zu können, müssen aber einige Anforderungen an die Figur des Opfers gestellt werden: Es gibt keine natürlichen Opfer. Opfer können nur in der Auseinandersetzung mit Menschen entstehen, die in menschliches Leben eingreifen, seinen Lauf ändern und den Opferstatus zuschreiben, definieren und anerkennen. Die Zuschreibung als Opfer setzt somit voraus, dass der so bezeichnete Mensch diesen Status als Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem willentlichen Handeln eines anderen Menschen erhält – eine Auseinandersetzung, die einen anderen Verlauf hätte nehmen sollen. Der Opferstatus impliziert, dass das Ergebnis der Auseinandersetzung als falsch bewertet wird und dass die Entscheidung des agierenden Individuums, in der entsprechenden Weise zu handeln, als ein vermeidbarer Fehler angesehen wird.27 Der Opferstatus erfordert also einerseits einen Akteur, der für das Unglück des Opfers verantwortlich zeichnet, andererseits unterstellt es die Unschuld des Betroffenen.28

Im Ergebnis dieser Überlegungen zum Opferstatus muss nach der Logik Giesens das Opfer als kulturelles Konstrukt stehen, dem eine spezifische Funktion des boundary work zugeschrieben werden muss. Der so gedachte Archetyp Opfer repräsentiert demnach das gesichtslose Subjekt: „Victims […] have no face, no voice and no place. Even if they are still alive, they are numbed and muted, displaced and uprooted.“29 Wo der Held als Mittlerfigur zum sakralen Zentrum der Gemeinschaft fungiert, sind Opfer aufgrund ihrer verlorenen oder verschwommen Subjektivität liminale Figuren des dunklen Rands menschlicher Gemeinschaften, wo Zweifel über die scheinbar klaren (und eben durch strahlende Individuen repräsentierten) Grenzen erwachsen können, Subjekte plötzlich zu Objekten degradiert werden können oder Objekte eine Stimme erhalten können.30 Giesen fasst daher die besondere Bedeutung des Opfers für die Konstruktion kollektiver Identitäten wie folgt zusammen:

„In the construction of victimhood, a culture encapsulates the latent suspicion that boundaries between inside and outside could also be constructed otherwise, that the exclusion of an outside can never be perfectly justified, that there is a latent subjectivity even in the excluded outside of objects, the recognition of subjects as alike and the definition of objects as different rests on fragile foundations, that culture is based on the latency and even on the repression of claims of subjectivity.“31

Darüber hinaus ist auf zwei weitere Phänomene in Verbindung mit der Konstruktion des Opfers hinzuweisen: Erstens ist die Anerkennung und Thematisierung der beschädigten Subjektivität des Opfers ein zentraler Aspekt, um die souveräne Subjektivität des Kollektivs zu betonen, welches das Opfer erinnert. Zweitens verweist Giesen darauf, dass das gesichtslose Opfer kompatibler mit der unpersönlichen und anonymen Ordnung der Moderne ist, als es der Held ist, und dass es daher eine tiefgehende Affinität moderner Gesellschaften mit der Konstruktion des Opfers gebe.32

2.2. Kritik

Die Idee des ‚ideal typological field‘ bietet zunächst ein überzeugendes heuristisches Instrument für die Analyse der Funktion der in diesem Feld platzierten Figuren bei der Konstruktion kollektiver Identitäten. Die Einarbeitung der idealtypischen Überlegungen bei gleichzeitiger Einfügung anthropologischer Setzungen führt aber zu einer doppelten Schieflage, welche die Systematik Giesens für die Heldenforschung erschwert:

(1) Zwar eignen sich, wie Ulrich Bröckling formuliert, Typsierungen für die Untersuchung von Heroismen und Heroisierungsprozessen besonders, „weil Typisierung hier der Logik des Gegenstands selbst entspricht: Heroische Semantiken konstruieren vorgefundene oder fiktionale Figuren mit Modellcharakter.“33 Typologien bilden dabei nicht die Wirklichkeit ab, sondern „stellen Idealtypen einander gegenüber, ihr Status ist deshalb heuristisch. Sie […] schlagen eine Perspektive vor, wie die Wirklichkeit beschrieben werden könnte, und dienen so als Orientierung für weitere Forschungen. Sie machen ein Ordnungsangebot für ein bestimmtes Feld, müssen dafür aber von den Besonderheiten des konkreten Falls abstrahieren.“34 Die Archetypen Giesens scheinen jedoch durch zahlreiche historische Bezugnahmen und anthropologische Setzungen ihren idealtypischen Charakter verloren zu haben. So merkt etwa Tobias Schlechtriemen an, dass die Lektüre Giesens immer wieder den Eindruck vermittle, als würden die eigentlich als kulturelle Konstrukte gedachten Typen ‚dort draußen‘ vorzufinden sein.35 Dahinter scheint das Unbehagen zu stehen, dass die Typologie Giesens beanspruchen könnte, die Wirklichkeit abzubilden und nicht nur ein Ordnungsangebot zu unterbreiten.

(2) Gravierender ist der umgekehrte Effekt des idealtypischen Blicks für die Aussagekraft von Giesens Archetypen in Bezug auf die Phänomene des Heroischen. Durch die Fokussierung auf die vier Referenzpunkte der Matrix des ‚ideal typological field‘ findet natürlich eine Einengung statt, die zwar dem Wesen aller Typologien zugrunde liegen muss und auch gewollt sein kann36, im vorliegenden Fall aber den Blick auf eben jene Phänomene versperrt, die anhand der Matrix erst fassbar gemacht werden sollen: Durch die Fokussierung auf die Referenzpunkte der Matrix und die sie repräsentierenden Archetypen sperrt sich das ‚ideal typological field‘ im Sinne Bernhard Giesens gegen Kippfiguren, ambige Protagonisten, tragische Konstellationen, sich aufbäumende Figuren, Schattierungen, das Schillern und das Rauschen, das eben gerade Grenzbereichen, Regionen der Transzendenz und Grenzziehungsprozessen zu eigen ist.

Verdeutlicht werden kann diese Kritik etwa an der Figur des Märtyrers, in dem sich Diskurse verdichten, die sich auf alle vier Referenzgrößen (Held, Opfer, tragischer Held, Täter) beziehen. In der Matrix Bernhard Giesens findet die ambige soziale Konstruktion des Märtyrers keinen Platz, obwohl sie fraglos denselben Status als liminale Figur auf der Erinnerungsebene beanspruchen kann wie der triumphierende Held. Dasselbe muss für Kippfiguren gelten, obwohl die Theorie ausdrücklich in Auseinandersetzung mit diesem Phänomen formuliert wurde. Giesen konstatiert selbst:

„As is not uncommon in the aftermath of war and defeat, those who had been praised as heroes before, were afterwards considered as victims whose self-sacrifice was devoid of any meaning, or they were regarded as perpetrators, as icons of evil, as embodiments of demonic madness. In death and defeat, heroism exhibits its ambivalences, the fragility of its foundations, the tension between trauma and triumph.“37

Auch hier gilt also, dass Kippfiguren nur als Repräsentanten und Phänomene radikaler Umbrüche denkbar sind. Der vormalige Held wird zum „icon of evil“, um wieder in die Matrix eingegliedert werden zu können, nun aber als Täter. Kippfiguren sperren sich jedoch – abgesehen von den radikalen Umbrüchen, die der Ausgangspunkt für Giesens Thesen sind – per se gegen die Idee des Extremen. Sie sträuben sich gegen einen Platz in der Matrix, ebenso wie Opfer, die ein Gesicht haben, Märtyrer und Feuerwehrleute und alle ⟶Unbekannten Soldaten, die ja gerade nicht als Opfer gesehen werden sollen, die aber kein Gesicht und keine Stimme haben.

Dieser Kritik ist leicht zu begegnen, indem man darauf hinweist, dass zwischen den Referenzpunkten Platz genug für alle diese Beispiele und Konstellationen ist und letztlich nur der Blick auf diese Orte durch die Dominanz der Referenzpunkte verstellt würde. Doch bleibt der Einwand Bröcklings: Typologien überbetonen Differenzen gegenüber Verwandtschaften, Hybridbildungen und Unschärfen – und alles hat nur einen Platz auf dem Tableau.38

3. Einzelnachweise
  • 1 .
    Giesen, Bernhard: Triumph and Trauma. Boulder, Colorado 2004: Paradigm.
  • 2 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 1.
  • 3 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 7.
  • 4 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 6.
  • 5 .
    Schlechtriemen, Tobias: „Der ‚Held‘ als Effekt. Boundary work in Heroisierungsprozessen“. In: Berliner Debatte Initial 29.1 (2018), 106-119, 108.
  • 6 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 6.
  • 7 .
    Eisenstadt, Shmuel N. / Giesen, Bernhard: „The Construction of Collective Identity“. In: European Journal of Sociology 36 (1995), 72-102, 74.
  • 8 .
    Eisenstadt / Giesen: „The Construction of Collective Identity“, 1995, 73: „The theoretical approach is macro constructivist and tries to combine the Weberian tradition with structuralist elements of the Durkheimian heritage. In both authors the sociology of religion provides a paradigmic orientation for a theory of collective identity: Weber’s sociology of religion focused on different symbolic ways to solve the problem of salvation and related world-views to the life-world of particular social groups. Durkheim explained symbolic systems as classificatory grids bridging the gap between society and nature and presented religion as a model of coping with the requirements of social integration.“
  • 9 .
    Eisenstadt / Giesen: „The Construction of Collective Identity“, 1995, 74.
  • 10 .
    Eisenstadt / Giesen: „The Construction of Collective Identity“, 1995, 73.
  • 11 .
    Giesen, Bernhard: „Tales of Transcendence: Imagining the Sacred in Politics“. In: Giesen, Bernhard / Šuber, Daniel (Hg.): Religion and Politics. Cultural Perspectives. Leiden/Boston 2005: Brill, 93-137, 101; siehe auch ebd., 96: „The thesis that all politics relies upon a hidden transcendental reference can point to well-known philosophical arguments, ranging from German Idealism to more recent varieties of social philosophy: perception of reality presupposes a categorical frame (Kant); the order of objects is constituted by a transcendental subject (Hegel); the exception is constitutive for the rule (Wittgenstein); the profane exists only in distinction to its opposite, the sacred (Durkheim); social order has to be contrasted to some liminal reference (Turner); action cannot be conceived of without reference to an autonomous source of agency (Parsons); constitutions are set by a sovereign (Schmitt); and so forth. All these arguments converge in supporting the idea that social reality is constituted by referring to something that transcends the sheer positivism of the ordinary world of everyday life.“
  • 12 .
    Durkheim, Émile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens. Frankfurt a. M./Leipzig 2007: Verlag der Weltreligionen, 61-62.
  • 13 .
    Durkheim: Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 2007, 67.
  • 14 .
    Vgl. Paden, William E.: „Reappraising Durkeim for the Study and Teaching of Religion“. In: Clarke, Peter B. (Hg.): The Oxford Handbook of the Sociology of Religion, Oxford 2011: Oxford University Press, 31-47, 36: „This concept [of the sacred] has not lost its value, and continues to describe the signature formations of new and traditional groups – where ‚group‘ here does not mean social environments in general, but rather the self-representations of specifically differentiated collective units or subunits. A group is a kind of linguistic construct that functions as an essentialized representation of aggregates of individuals, and thus comes to have the effect of a ‚thing‘ or an objectivity.“
  • 15 .
    Eisenstadt / Giesen: „The Construction of Collective Identity“, 1995, 77-78: „Primordial types of collective identity appear to be ‚objective‘ and unquestionable; the boundaries cannot be moved, and crossing the boundaries seems to be extremely difficult.“
  • 16 .
    Giesen, Bernhard: Zwischenlagen. Das Außerordentliche als Grund der sozialen Wirklichkeit. Weilerswist 2010: Velbrück Wissenschaft, 73: „Die deutsche Geschichte ist unsere Geschichte auch dann noch, wenn wir später geboren wurden. Wir setzen dabei eine Kontinuität und Identität voraus, die Kant und Goethe ebenso wie Auschwitz und Verdun einschließt, die sich aber auch nicht auf eine endliche Anzahl von Repräsentationen festlegen lässt. In der Verbindung von Selbstgewissheit und Intransparenz zeigt sich auch bei kollektiver Identität die Unanschaulichkeit und Unfassbarkeit des Bezuges auf das Heilige und Ganze. Gerade deswegen muss es repräsentiert werden.“
  • 17 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 1.
  • 18 .
    Eisenstadt / Giesen: „The Construction of Collective Identity“, 1995, 80.
  • 19 .
    Giesen: Zwischenlagen, 2010, 75.
  • 20 .
    Schlechtriemen: „Der Held als Effekt“, 2018, 108.
  • 21 .
    Giesen: Zwischenlagen, 2010, 75.
  • 22 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 17.
  • 23 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 18.
  • 24 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 18.
  • 25 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 22.
  • 26 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 45: „Living heroes, in their attempt to rise above the ordinary, disregard mundane reasoning and disdain the voices of caution. Cruel and merciless, their deeds demand sacrifices also from their followers and can even entail the death of those who are not members of the charismatic community. The concentration of the sacred in the person of the triumphant hero comes at the price of desacralizating others. Thus heroes, in the moment of triumph, can, and frequently do, produce victims.“
  • 27 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 46.
  • 28 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 47.
  • 29 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 53.
  • 30 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 53.
  • 31 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 53.
  • 32 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 53-54: „[T]here is a deeply rooted elective affinity between the impersonal order of modern society and the construction of victims. If the basic principles that pattern law and public discourse, exchange of commodities and science disregard personal background and privilege in favor of an objective, standardized and accountable treatment of an issue, then the public embodiment of power and charisma in the figure of the hero risks being considered immoral, scandalous, or unjust. Heightened agency and sovereign trespassing of rules is under strong suspicion of being evil if it cannot be encapsulated in special arenas like art. Therefore, what was regarded as a hero before is converted to a perpetrator. In contrast, the figure of the victim who has no voice, no face, no place anymore is much more compatible with the impersonal and anonymous order of modern society. The victim is a case of a general category, an object devoid of a personal story, and as such the victim can be treated by the objectifying and impersonal institutions of modern society.“
  • 33 .
    Bröckling, Ulrich: „Negationen des Heroischen – ein typologischer Versuch“. In: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 3.1 (2015), 9-13, 13. DOI: 10.6094/helden.heroes.heros/2015/01/02
  • 34 .
    Bröckling: „Negationen des Heroischen“, 2015, 12.
  • 35 .
    Schlechtriemen: „Der Held als Effekt“, 2018, 108.
  • 36 .
    Zu den Problemen von Typologien in historischen Forschungen siehe Bröckling: „Negationen des Heroischen“, 2015, 13: „Dem forschungsanleitenden Nutzen von Typologien steht eine Reihe von Problemen gegenüber: Typologien sind erstens ahistorisch und nicht in der Lage, geschichtliche Transformationen und kulturelle Übersetzungsprozesse zu fassen. Sie suggerieren zweitens eine Vollständigkeit und Systematik, die der Vielfalt des historischen Materials nicht gerecht wird. Auf dem Tableau hat alles einen Platz, aber alles hat dort auch nur einen Platz.“ Siehe auch Schlechtriemen: „Der Held als Effekt“, 2018, 108: „Die Schwierigkeit typologischer Ansätze besteht darin, dass sie ein semantisches Feld synchron ordnen und historische Verlaufsprozesse allenfalls durch den Vergleich einzelner Abschnitte erfassen können. Sie suggerieren zudem als typologisches Tableau sowohl eine Vollständigkeit, die sie bereits qua Heuristik nicht einlösen können, als auch eine Eindeutigkeit, die ebenso der oft mehrdeutigen Wirklichkeit nicht gerecht wird […].“
  • 37 .
    Giesen: Triumph and Trauma, 2004, 15.
  • 38 .
    Bröckling: „Negationen des Heroischen“, 2015, 13.
4. Ausgewählte Literatur
  • Bröckling, Ulrich: „Negationen des Heroischen – ein typologischer Versuch“. In: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 3.1 (2015), 9-13. DOI: 10.6094/helden.heroes.heros/2015/01/02

  • Durkheim, Émile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens. Frankfurt a. M./Leipzig 2007: Verlag der Weltreligionen.

  • Eisenstadt, Shmuel N. / Giesen, Bernhard: „The Construction of Collective Identity“. In: European Journal of Sociology 36 (1995), 72-102.

  • Giesen, Bernhard: Triumph and Trauma. Boulder, Colorado 2004: Paradigm.

  • Giesen, Bernhard: „Tales of Transcendence. Imagining the Sacred in Politics“. In: Giesen, Bernhard / Šuber, Daniel (Hg.): Religion and Politics. Cultural Perspectives. Leiden/Boston 2005: Brill, 93-137.

  • Giesen, Bernhard: Zwischenlagen. Das Außerordentliche als Grund der sozialen Wirklichkeit. Weilerswist 2010: Velbrück Wissenschaft.

  • Paden, William E.: „Reappraising Durkeim for the Study and Teaching of Religion“. In: Clarke, Peter B. (Hg.): The Oxford Handbook of the Sociology of Religion. Oxford 2011: Oxford University Press, 31-47.

  • Schlechtriemen, Tobias: „Der ‚Held‘ als Effekt. Boundary work in Heroisierungsprozessen“. In: Berliner Debatte Initial 29.1 (2018), 106-119.

5. Abbildungsnachweise

Teaser: Jacques-Louis David: „Léonidas aux Thermopyles“, 1814, Öl auf Leinwand, Maße 531 cm x 395 cm, Paris, Musée du Louvre, Inv.-Nr. 3690.
Quelle: User:Alonso de Mendoza / Wikimedia Commons
Lizenz: Public Domain

Zitierweise

Gölz, Olmo: „Typologisches Feld des Heroischen“. In: Compendium heroicum. Hg. von Ronald G. Asch, Achim Aurnhammer, Georg Feitscher und Anna Schreurs-Morét, publiziert vom Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Universität Freiburg, Freiburg 06.11.2018. DOI: 10.6094/heroicum/tfhd1.0